Linksradikale randalieren in Athen, Griechenland.Foto: ARIS MESSINIS/AFP/Getty Images

Krawalle bei Demonstration in Athen – Linksradikale schleudern Brandflaschen

Epoch Times18. November 2017 Aktualisiert: 18. November 2017 8:33
Jedes Jahr gedenken die Griechen an den Widerstand ihrer Jugend gegen eine Diktatur vor mehr als 40 Jahren. Alles verläuft friedlich - bis sich der schwarze Block von Autonomen anders entscheidet.

Athen (dpa) – Tausende Menschen haben am Freitag in Griechenland mit friedlichen Demonstrationen an den von der damaligen Militärdiktatur blutig niedergeschlagenen Studentenaufstand vom 17. November 1973 erinnert.

Allein in der Hauptstadt Athen marschierten am 44. Jahrestags des Aufstands gegen die sogenannte Obristenjunta (1967-1974) nach Schätzungen der Veranstalter mehr als 10.000 Menschen durch das Zentrum. Die Polizei hatte aus Angst vor Ausschreitungen starke Einheiten zusammengezogen, wie das staatliche Fernsehen berichtete. Tatsächlich kam es am Abend nach der Demonstration zu Krawallen. Hunderte vermummte Autonome schleuderten im Stadtteil Exarchia Dutzende Brandflaschen auf die Polizei.

Der Polizei lagen seit Tagen Informationen vor, wonach auch Autonome aus dem Ausland zu einer Chaos-Nacht nach Athen gekommen waren. Bereits am Mittwoch war ein Franzose festgenommen worden, der mit einer Eisenstange Überwachungskameras in dem Viertel zerstörte.

Die Autonomen hatten zudem die ganze Woche auf Flugblättern und per Internet auch die Bewohner von Exarchia aufgerufen, sich am Kampf gegen das „ausbeuterische System“ zu beteiligen. Sie sollten Demonstranten Zutritt zu ihren Häusern gewähren und selbst Gegenstände von Balkonen auf die Sicherheitskräfte werfen. Zahlreiche Anwohner hatten bereits am Vormittag das Viertel Exarchia verlassen.

Dieser Stadtteil gilt als Hochburg der Linken-Szene in Athen. Autonome, Anarchisten und andere Gruppierungen haben dort seit Jahren die Oberhand gewonnen. Die Post und mehrere Banken haben ihre Filialen dort in den vergangenen Jahren geschlossen.

Die friedlichen Demonstranten in Athen zogen vor die amerikanische Botschaft und skandierten Parolen gegen die USA und die Polizei. In Griechenland ist die Ansicht weit verbreitet, dass die USA die Militärjunta geduldet hätten. Auch in anderen Städten gabe es ähnliche friedliche Kundgebungen.

Am Rande der Demonstrationen drangen rund 20 autonome Aktivisten in den Hof des Verteidigungsministeriums im Norden Athens ein, um gegen die militärische Kooperation Griechenlands mit den USA und Israel sowie gegen hohe Rüstungsausgaben ihres Landes zu protestieren.

Der Protest der Studenten im Athener Polytechnikum am 17. November 1973 gilt als Höhepunkt des Widerstandes gegen die Militärregierung unter den Diktatoren Georgios Papadopoulos und Dimitrios Ioannidis. Bei der Niederschlagung des Aufstandes wurden Dutzende Menschen getötet und Hunderte verletzt.

An dieser Stelle wird ein Video von Youtube angezeigt. Bitte akzeptieren Sie mit einem Klick auf den folgenden Button die Marketing-Cookies, um das Video anzusehen.



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion