Niederlande zeigen Rückgrat: Kinderbräute werden nicht mehr anerkannt!

Epoch Times16. Oktober 2015 Aktualisiert: 16. Oktober 2015 19:15
Zwangsheirat ist in Europa ein Tabu-Thema. Doch mit dem Flüchtlingsstrom erreichen uns nun auch zunehmend sogenannte Kinderbräute, minderjährige Mädchen, die zwangsverheiratet wurden. Die Niederlanden haben deshalb im Eilverfahren eine Gesetzesänderung beschlossen, die Ehen von unter 18-jährigen Personen nicht mehr anerkennt.

Ende August 2015 verschwand das 14-jährige syrische und noch dazu hochschwangere Mädchen Fatima Alkasem mit ihrem 24-jährigen „Mann“ aus einem Erstaufnahmezentrum für Flüchtlinge in Ter Apel im Norden der Niederlande. Sie wird polizeilich gesucht. Jede Woche kommen drei dieser sogenannten Kindbruiden in Holland an, schätzt das Zentrum gegen Kinderhandel und Menschenhandel (CKM). Kinderbräute, die nach ihrer Ankunft Asyl bekommen und dann dem ihnen meist völlig unbekannten Mann im Rahmen der "Familienzusammenführung" zugeführt werden. Auf diese Art werden jetzt Mädchen nach Europa importiert. Bislang erkannten die niederländischen Behörden eine ausländische Ehe an, wenn die „Frau“ mindestens 15 Jahre alt war. Im Angesicht der hohen Migrantenzahl hat die niederländische Regierung nun reagiert und im Eilverfahren ein Gesetz durchgebracht, wonach erst Ehen ab 18 Jahren rechtsgültig werden. „Das neue Gesetz stellt endlich klare Regeln auf, die die Kinder schützen", sagte Ineke van Winden vom CKM.

Wie viele Kinderbräute kommen nach Deutschland?

Diese Frage kann hierzulande wohl weder Innenministerium noch Auswärtiges Amt beantworten, ihnen liegen keine aktuellen Zahlen vor. In den Niederlanden sind 34 Fälle dokumentiert. Oft dauert es Monate, bis die Migranten einen Asylantrag stellen, und weitere Monate, bis er bearbeitet wird.

In Deutschland werden im Ausland geschlossene Ehen anerkannt, solange sie im Einklang mit der öffentlichen Ordnung stehen. Dabei unterscheiden die Behörden zwischen Familiennachzug und Asylantrag. Familiennachzug ist nicht erlaubt, das Auswärtige Amt genehmigt – bis auf Ausnahmen in Einzelfällen – keine Einreise minderjähriger Ehepartner. Wenn verheiratete Mädchen nach Deutschland kommen, werden sie als unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eingestuft und vorläufig vom Jugendamt in Obhut genommen. Im Laufe des Asylverfahrens können sie ihre Ehe anerkennen lassen. "Das ist dann eine Einzelfallentscheidung", sagt Juliane Baer-Henney, Sprecherin für Zivilrecht des Justizministeriums.

Eltern verkaufen blutjunge Töchter aus Not

Selbst wenn man die Zahl der zugereisten Kinderbräute in Deutschland wüsste, könnte es sein, dass sie sich heimlich, still und leise vergrößert. Viele Syrer verkaufen in jordanischen Flüchtlingslagern schon seit Jahren ihre Töchter an reiche Araber-Scheichs. Manchmal werden diese Ehen nur 24 Stunden lang geschlossen, um das Sex-Geschäft juristisch zu tarnen.

„Wir hören eine Menge Geschichten über Händler, die Mädchen aus der syrischen Community an Ortsansässige und Ausländer vermitteln.“, sagte Dr. Amira Mohamed, Beauftragte gegen Menschenhandel der IOM (International Organisation for Migration) im jordanischen Amman.

Womöglich werden die Flüchtlingsmädchen auch in Deutschland direkt in den Lagern an ihre zukünftigen Ehemänner vermittelt. In Syrien würden Mädchen traditionell früh verheiratet. Eine Ehe zwischen 15 und 17 ist für die Hälfte der syrischen Flüchtlinge nichts Außergewöhnliches, so Mohamed.

Initiativen gegen Kinderheirat

39.000 Kinder werden weltweit jeden Tag zwangsverheiratet, zeigt eine Studie der Hilfsorganisation Care. Unter den syrischen Flüchtlingen in Jordanien ist ihre Zahl zuletzt stark angestiegen: Jedes dritte syrische Mädchen dort sei bei seiner Heirat noch minderjährig, warnte Unicef 2014. Eltern leben in dem Irrglauben, dass ihre Töchter als Ehefrauen behütet sind – und vor Vergewaltigung geschützt. Die islamistischen

Doch viele sehen auch das Unglück, das damit über die jungen Mädchen kommt. Sie fordern ein Ende dieses Treibens. "Die Verheiratung von sehr jungen Mädchen ist leider Alltag in unserem Land, und die Medien berichten nur darüber, wenn eines der Kinder stirbt", sagte Amal al-Bascha, eine jemenitische Aktivistin im Jahr 2013. In ihrem Land hatten Politiker schon mehrfach Gesetzesvorlagen für die Ehe ab 18 zu Fall gebracht. Befürworter der Kinderheirat argumentieren damit, dass auch der Prophet Mohammed seine Frau Aischa im Kindesalter geheiratet habe. (kf)

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