Soros in Italien: Geheimtreffen mit Ministerpräsident

Von 11. Mai 2017 Aktualisiert: 13. Mai 2017 8:47
In Italien fand vergangene Woche ein geheimes Treffen zwischen George Soros und Ministerpräsident Paolo Gentiloni in Rom statt. Beppe Grillo von der „Fünf-Sterne-Bewegung“ und andere Oppositionelle machten Wirbel darum. Die Huffington Post versuchte zu beschwichtigen.

Vergangene Woche war der Spekulant und Milliardär George Soros in Rom. Bei einem inoffiziellen Termin traf er Ministerpräsident Paolo Gentiloni im Palazzo Chigi. Das Treffen sei weder bekannt gemacht worden, noch finde sich irgendein Hinweis dazu auf der Website der italienischen Regierung, berichtete Beppe Grillo von der EU-kritischen „Fünf-Sterne-Bewegung“ auf seinem Blog.

Grillo erinnerte daran, dass Soros im Jahr 1992 durch Spekulationen maßgeblich daran beteiligt war, dass die Lira 30 Prozent ihres Wertes verlor, wodurch 48 Milliarden Dollar an Währungswert verpufften.

„Präsident Gentiloni, worüber haben Sie mit Soros gesprochen? Hat der Milliardär Sie gewarnt, dass eine weitere Spekulation in Sicht ist? (…) Beschwerte er sich über die Untersuchung des Staatsanwalts Zuccaro bezüglich der NGOs, die als „Mittelmeer-Taxi“ fungieren und von Soros selbst mit Millionen von Dollars finanziert werden? Hat er Sie gebeten, diese Ermittlungen zu blockieren? Und auf der anderen Seite – haben Sie den Schaden, der Italien vor 25 Jahren zugefügt wurde, in Betracht gezogen? Haben Sie die Aktivitäten der vom ihm finanzierten NGOs im Mittelmeer berücksichtigt?“ (Beppe Grillo)

Grillo forderte deshalb: „#TransparenzaSuSoros“ („Transparenz über Soros!“)

Siehe auch: Italien ermittelt gegen NGOs bei Mittelmeer-Rettung – Hinweise auf George Soros als Geldgeber

Weitere Kritiker

Auch andere Oppositionelle nahmen zum Soros-Besuch Stellung: „Ich werde Premierminister Gentiloni im Parlament über die Hintergründe zu dem Soros-Besuch im Palazzo Chigi befragen“, kündigte Elvira Savino von der Forza Italia für die nächste Parlamentssitzung an.

Matteo Salvini von der Lega Nord nutzte die Gelegenheit ebenfalls: „Für Soros muss Italien hohe Priorität besitzen“. Ein weiterer Lega Nord-Politiker bat Gentiloni zu erklären, warum er den Milliardär empfangen habe, „der durch seine Organisationen unter Verdacht steht, Massenmigration aus Afrika in europäische Länder zu finanzieren und dabei Italien als Zugang benutzt“.

Da eine italienische Staatsanwaltschaft aktuell mögliche Kooperationen von Schleppern und humanitären NGOs untersucht, rückte der Soros-Besuch in die öffentliche Aufmerksamkeit. Sogar die italienische Ausgabe der Huffington Post berichtete darüber unter dem Titel „Was macht George Soros im Palazzo Chigi mit Gentiloni?“. Das Blatt zitierte die Vorbehalte gegen den Milliardär, um sodann darüber aufzuklären, dass der Besuch aus ganz anderen Gründen geschehen sei:

Huffpost beschwichtigt: Investor für angeschlagene Alitalia gesucht

Das Treffen mit Soros sei Teil einer breiteren Aktivität des Ministers, Investoren für die italienische Wirtschaft zu finden. Dies geschehe wegen der laufenden Industriekrisen, wie z.B. dem angeschlagenen Luftfahrt-Konzern Alitalia. Der Bieterprozess für Alitalia soll in der kommenden Woche beginnen. Wenn kein Käufer für Alitalia gefunden wird, könnte das Unternehmen aufgelöst werden. Die italienische Regierung hatte eine Verstaatlichung der Fluggesellschaft als Lösung der Krise mehrmals ausgeschlossen.

Laut Corriere della Sera habe es in den letzten neun Monaten des vergangenen Jahres einen Rückgang von 15 Prozent des in Italien investierten Kapitals gegeben. Grund dafür sei die politische Verunsicherung wegen des Verfassungsreferendums gewesen. Dieser Verunsicherung versuche Gentiloni nun entgegen zu wirken.

In Italien steigen wegen des besseren Wetters die Ankünfte von Mittelmeer-Migranten aktuell wieder an. Das Land kann die Migranten jedoch nicht mehr einfach nach Österreich und die Schweiz weiterreichen, da diese ihre Grenzen dicht gemacht haben.

Siehe auch:

Italien ermittelt gegen NGOs bei Mittelmeer-Rettung – Hinweise auf George Soros als Geldgeber

Italienischer Staatsanwalt: NGOs arbeiten bei der Rettung von Flüchtlingen mit libyschen Schleppern zusammen

Sea-Watch sucht Flüchtlingsboote nun per Flugzeug – Kirche sponsort 100.000 Euro

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