Spanien enteignet Unabhängigkeitsbefürworter: Gericht beschlagnahmt Privathaus von Kataloniens Ex-Präsident

Epoch Times13. Dezember 2017 Aktualisiert: 13. Dezember 2017 12:15
Die spanische Justiz geht mit aller Härte gegen Unabhängigkeitsbefürworter vor. Ein Richter ordnete am Dienstag die Beschlagnahmung des Privathauses des früheren Regionalpräsidenten Artur Mas an.

Kurz vor der Regionalwahl in Katalonien geht Spaniens Justiz mit aller Härte gegen Unabhängigkeitsbefürworter vor.

Ein Richter ordnete am Dienstag die Beschlagnahmung des Privathauses des früheren Regionalpräsidenten Artur Mas an. Auch die privaten Besitztümer ehemaliger Mitarbeiter von Mas wurden beschlagnahmt. Das Gericht begründete dies mit einem Urteil vom September, das Mas und acht Ex-Mitarbeiter zur Zahlung von rund fünf Millionen Euro verpflichtete.

Damit sollten die katalanischen Regionalpolitiker für die Kosten eines Unabhängigkeitsreferendums aufkommen, das sie 2014 in Regierungsverantwortung organisiert hatten und das von der spanischen Zentralregierung als illegal eingestuft wurde. Weil Mas und seine Mitverurteilten nur 2,9 Millionen Euro aufbringen konnten, ordnete das Gericht nun die Beschlagnahmungen an.

Betroffen sind das Privathaus von Mas in Barcelona und die Hälfte des Hauses seines früheren Sprechers Francesc Homs. Auch Besitztümer von drei früheren Ministern aus Mas‘ Kabinett wurden beschlagnahmt.

Mas, der von 2010 bis 2016 katalanischer Regionalpräsident war, hatte dem Urteil die juristische Legitimation abgesprochen und es als Versuch der Einschüchterung von Unabhängigkeitsbefürwortern kritisiert.

Ein weiterer spanischer Richter ordnete unterdessen am Dienstag die Ausweitung der Ermittlungen gegen Parteigänger der kürzlich entmachteten Regionalregierung von Carles Puigdemont an. Die Anordnung betrifft die Führungsspitze von Puigdemonts Partei und der linksgerichteten Partei ERC, die ebenfalls für die Unabhängigkeit eintritt. Unter den Betroffenen ist auch ERC-Listenführerin Marta Rovira. Die Regionalwahl in Katalonien findet am 21. Dezember statt.

Gegen Puigdemont und viele seiner Mitstreiter laufen bereits Ermittlungen. Die spanische Justiz wirft ihnen Rebellion, Aufwiegelung und Veruntreuung öffentlicher Gelder vor. Trotz eines Verbots durch das Oberste Gericht Spaniens hatte die katalanische Regierung am 1. Oktober ein Referendum über eine Abspaltung von Spanien abgehalten.

Ende Oktober rief das Parlament in Barcelona die Unabhängigkeit und die „Katalanische Republik“ aus. Madrid übernahm daraufhin die direkte Kontrolle über die halbautonome Region und setzte Puigdemont und dessen Regierung ab. (afp)

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