Forstarbeiter fällen im Wald Bialowieza einen Baum, der mit Borkenkäfern verseucht ist.Foto: WOJTEK RADWANSKI/AFP/Getty Images

Streit um Abholzung in Naturschutzgebiet Bialowieza: Ton zwischen Polen und EU wird schärfer

Epoch Times6. Mai 2017 Aktualisiert: 6. Mai 2017 11:19
Die Bäume im Naturschutzgebiet Bialowieza sind einer Borkenkäferplage ausgesetzt - das sagt zumindest Polen und gerechtfertigt auf diese Weise das Fällen von Bäumen in dem Wald an der Grenze zu Weißrussland. Die EU-Kommission sieht das anders und droht damit, vor den Europäischen Gerichtshof zu ziehen, sollte Polen die Abholzung nicht einstellen.

Im Streit zwischen Polen und der EU-Kommission um die Abholzung im Naturschutzgebiet Bialowieza hat der polnische Umweltminister den Ton verschärft.

Polen habe „keine Angst, den Streit vor dem Europäischen Gerichtshof auszutragen“, sagte Umweltminister Jan Szyszko am Freitag laut der polnischen Nachrichtenagentur PAP. Polen verteidige das Umweltrecht im Rahmen des Netzes Natura 2000, sagte Szyszko.

Natura 2000 ist ein Netz von Schutzgebieten innerhalb der EU, zu dem auch der Wald Bialowieza im Osten Polens zählt. Der Wald von Bialowieza erstreckt sich über 150.000 Hektar entlang der Grenze zwischen Polen und Weißrussland.

Ein Teil der Wälder zählt zum Weltnaturerbe und Biosphärenreservat der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Unesco). Menschliche Eingriffe sind dort nur sehr eingeschränkt erlaubt, Besucher dürfen sich nur auf bestimmten Routen bewegen.

Polen: Abholzung als Maßnahme im Kampf gegen Borkenkäfer

Die EU-Kommission hatte zuvor eine „letzte Mahnung“ an Warschau ausgesprochen und mit einem Verfahren vor dem Europäische Gerichtshof gedroht, wenn das Land die Abholzung in dem Naturschutzgebiet nicht einstellt.

Die Kommission kritisierte eine im März beschlossene Verdreifachung des Holzschlags in dem geschützten Gebiet, das als letzter Urwald Europas bekannt ist. Polen hatte die Abholzung zuvor unter anderem mit der Bekämpfung des Borkenkäfers gerechtfertigt.

Szyszko sagte am Freitag, er halte es für „unumgänglich, diesen Streit vor dem Europäischen Gerichtshof zu beenden“, sollten die Informationen aus Polen nicht dazu beitragen, „die EU-Kommission zu überzeugen“. Bei den von Polen getroffenen Maßnahmen im Wald von Bialowieza handele es sich um „aktiven Schutz“. (afp)



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