Ultramarathon in China: 21 Menschen verloren dabei ihr Leben

Von 31. Mai 2021

Beim folgenden Beitrag handelt es sich um den Originaltext zum Video: „Ultramarathon in China: Lauf in den Tod“ vom YouTube-Kanal NTD-Deutsch. Epoch Times hat keine redaktionellen Änderungen vorgenommen. 

In der Provinz Gansu, China, fand am 22. Mai ein Ultramarathon statt, der für einige Teilnehmer tödlich endete. 21 Menschen verloren dabei ihr Leben wegen fehlender Hilfslieferungen. Laut US-Radiosender „Radio Free Asia“ ist Korruption bei der Tragödie im Spiel gewesen.

Während des Marathons herrschte ein Unwetter mit Temperatursturz. Die Behörden behaupteten, dass der Unfall durch die schlechten Wetterbedingungen verursacht sei.

Eine Quelle hat „Radio Free Asia“ verraten, dass Einsparungen bei Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden, weil 30 Prozent der Einnahmen des Marathons als Schmiergelder an verantwortliche lokale Beamte geflossen sind.  

Das Originalvideo von NTD Deutsch: 

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Eine öffentliche Ausschreibung für den diesjährigen Marathon habe es nie gegeben.

Stattdessen beauftragte die lokale „Propagandaabteilung des chinesischen kommunistischen Regimes“ einen Mann namens Wu Shiyuan. Wu ist Firmeninhaber mit nur 20 Angestellten. Und trotzdem war er Veranstalter von fast allen Marathons der Stadt Baiyin, in der Provinz Gansu.

Laut der Quelle hat Wu neben dem Schmiergeld noch weitere fünftausend US-Dollar (30.000 RMB) an einen lokalen Beamten zahlen müssen – angeblich für Ausbildung und Zertifizierung.

Frau Wang von der „China Mountaineering Association“ erklärte gegenüber „Radio Free Asia“, dass Veranstaltungen, wie diese, ein Organisationsteam von mindestens 500 Personen benötigt hätte. Doch Organisator Wu setzte nur neun Mitarbeiter ein.

Das bedeutet: Die Versorgungspunkte lagen über 10 km voneinander entfernt, was für die Läufer in der Steppenlandschaft extrem gefährlich ist. Der Veranstalter hingegen behauptete, dass Einsparungen beim Personal und bei der Grundversorgung in China üblich seien, da Schmiergelder an die Beamten bezahlt werden müssten. Bezahlt wird hier aber auch mit dem Leben, wie die Tragödie von Gansu zeigt. 

Unter den 21 Todesopfern ist auch der gehörlose Huang Guanjun, Sieger der chinesischen Paralympischen Spiele 2019, in der Disziplin Ultramarathon. In China galt der prominente Läufer als bescheiden. Huang stammte aus einer armen Familie. Der große Teil seiner Verdienste im Wettkampf ging direkt an seine Eltern. Für sich hatte er nur wenig behalten. 

Für Huang war es nun der letzte Lauf. Genauso wie seine Co-Läufer wurde er während des Ultramarathons von einem Sturm mit Eisregen und Hagel überrascht. Es folgte ein Temperatursturz. Im Gegensatz zu Huang kam für fünf Läufer noch rechtzeitig Rettung. Der Hirte Zhu Keming fand die Hilfesuchenden – völlig unterkühlt.

Zu jenem Zeitpunkt befand sich der Hirte in seinem Höhlenunterschlupf. Plötzlich vernahm er Hilferufe. Er entdeckte die Sportler, brachte sie in seine Herberge und wärmte sie an einem Lagerfeuer auf. Der Hirte Zhu erklärte später: „Diese Wetterbedingungen sind normal in der Gegend.“

Ein anderer Marathonläufer überlebte dank einer Maßnahme gegen Unterkühlung. Als der Temperatursturz einsetzte, war der Läufer Wang Jinmin (王金民) schon bald bis auf die Knochen durchgefroren. Er kämpfte gegen die Kälte, versuchte alles, um sich wach zu halten, bis Rettung kommt.

Doch mit der Zeit schwanden auch Wangs Kräfte. Er kniff sich selbst, um das Bewusstsein nicht zu verlieren. Aber bald konnte er seine Arme und Beine nicht mehr spüren. Dann begann er, sich auf die Zunge und die Lippen zu beißen – der Schmerz sollte ihn wach und somit am Leben halten. Wang wollte überleben – für seine Familie.

Und tatsächlich kam die Rettung – wenn auch erst drei Stunden später. Laut Medienberichten bemerkten die Organisatoren allmählich, dass nach dem Start des Rennens etwas schiefgelaufen war.

In die “Marathon”-Gruppe der Social-Media-Plattform „WeChat“ strömten plötzlich Hilferufe ein. Es hieß:

Mehrere Leute haben das Bewusstsein verloren“ und „Dringend Hilfe benötigt“.

Einige Überlebende beschrieben später die Windböen als so stark, dass sie fortgerissen wurden – während andere berichteten, dass ihre Thermodecken durch das Unwetter förmlich zerfetzt wurden.

 



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