St. Petersburg: IS-Kämpfer halfen dem Attentäter – Acht Festnahmen

Von 6. April 2017 Aktualisiert: 6. April 2017 20:13
Neue Details zum Attentäter von Sankt Petersburg: Er baute die Bomben mit Anweisungen usbekischer Dschihadisten, die in Syrien kämpfen. Acht Leute wurden bereits festgenommen.

Die russische Polizei hat mittlerweile acht Verdächtige festgenommen, die in den Bombenanschlag von St. Petersburg verwickelt sein sollen. Sechs Verdächtige seien in St. Petersburg festgenommen worden, zwei in Moskau, teilte das Staatliche Ermittlungskomitee laut AFP mit. Schon vor den neuen Festnahmen hatten Ermittler in St. Petersburg acht Männer aus Zentralasien festgehalten. Bei ihnen ist ein Zusammenhang mit dem Anschlag unklar. Sie werden aber verdächtigt, für extremistische Organisationen geworben zu haben. In einem Petersburger Wohnhaus entschärften Spezialisten am Donnerstag einen Sprengsatz, wie der Inlandsgeheimdienst FSB mitteilte.

Offizielle Details zu Täter

Der 22-jährige Akbarschon Jalilow soll in seiner Wohnung die Bomben gebaut haben, mit denen er am Montag in der St. Petersburger U-Bahn 14 Menschen tötete und 51 verletzte. Anweisungen soll er von islamistischen Extremisten bekommen – Usbeken, die in Syrien gegen Assad kämpfen. Dies berichtete am Donnerstag die russische Zeitung Kommersant unter Berufung auf Ermittler.

Der 22-jährige, ethnische Usbeke führte den Selbstmordangriff unter dem Einfluss der terroristischen Gruppe „Tawhid wal Jihad“ durch, einer Jihadisten-Ausbildergruppe, die auch in Syrien aktiv ist. Laut der kirgisischen Regierung gehören der Gruppe hunderte Usbeken an, darunter viele aus Jalilows ursprünglicher Heimatregion.

Kommersant schrieb auch, dass der Selbstmordattentäter bei seiner letzten Reise in seine Heimatstadt Osch im Süden Kirgistans eine Korrespondenz mit Mitgliedern der Miliz begann. Von ihnen bekam er Anweisungen, wie er den Doppelbombenanschlag vorbereiten sollte. In der islamisch-konservativ geprägten Stadt leben Hunderte Extremisten, die aus dem Untergrund heraus in sozialen Netzwerken aktiv sind, berichtete Tagesschau.de“ unter Berufung auf Kommersant.

600 Kirgisen kämpfen in Syrien

Die kremlnahe Boulevardzeitung „Komsomolskaja Prawda“ hatte diese Woche bereits die Titelstory gebracht: „Der Selbstmordattentäter aus Kirgisien wurde bereits 2014 vom IS rekrutiert“, berichtete „Spiegel Online“. Das Magazin schrieb weiter, dass allein aus Kirgistan 600 Männer an der Seite des IS in Syrien kämpfen. Rückkehrer versuchten, weitere Männer, auch Attentäter, anzuwerben. Dadurch sei in Russland die Terrorgefahr gestiegen, zumal das Land Ende 2015 in den Syrienkrieg eingriff.

Im November hatte der russische Geheimdienst FSB berichtet, dass zehn Verdächtige aus Zentralasien festgenommen worden seien, die Attentate in Moskau und Sankt Petersburg geplant hatten.

Terror-Experte: Verdacht bestätigt

Terrorismus-Experte Shams Ul-Haq sagte heute zu EPOCH TIMES, dass die neuen Berichte der russischen Ermittler seine These bestätigten, wonach die Tat eine Kooperation von radikalisierten russischen Staatsbürgern und dem IS darstellte. Über die Verbindung zwischen dem IS und den “Tschetschenischen Mudschahedin” wüssten die Geheimdienste seit Jahren bescheid, in der Öffentlichkeit versuche man die Informationen über diese Vernetzung jedoch klein zu halten.

Siehe ausführliches Interview:

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