Betsy DeVos: Mangel an Bürgersinn macht junge Menschen anfällig für Sozialismus

Von 23. Oktober 2018 Aktualisiert: 23. Oktober 2018 9:35
In einem Interview mit „The Daily Signal”, dem Nachrichtenportal der Heritage Foundation, hat die US-amerikanische Bildungsministerin Betsy DeVos ihre Einschätzung über die Gründe einer zunehmenden Anfälligkeit junger Menschen für sozialistische Ideen abgegeben.

Zu dem Thema meinte die Ministerin, es gäbe viele Faktoren, die diese Haltung begünstigten.

„Zum einen glaube ich, dass Schüler heute nicht mehr die Vermittlung von Bürgersinn und Wissen über die Regierung mitbekommen wie das bei uns in den ersten 12 Schuljahren der Fall war“, erklärte DeVos. „Und dann kommen sie in die höhere Bildung ohne den erforderlichen Hintergrund, um konkurrierende Ideen überhaupt zu kennen oder verstehen zu können, was aber auch dazu führt, dass sie nicht in der Lage sind, diese zu diskutieren oder debattieren.“

Zum anderen gebe es Lehrer wie einen, den die Ministerin vor nicht allzu langer Zeit in einer Klasse gesehen habe und der ihr als Sinnbild in Erinnerung geblieben sei. Dieser Pädagoge habe ein Shirt mit der Aufschrift „Finde deine Wahrheit“ getragen.

„Damit hat er natürlich suggeriert, dass Wahrheit sehr beliebig und wandelbar wäre, anstatt auf die Tatsache aufmerksam zu machen, dass es eine objektive Wahrheit gibt und nach dieser zu streben ein wichtiger Teilbereich des Lernens ist.“

Die Quintessenz aus der Entwicklung sei, dass es elementar wichtig sei für Schüler, zu wissen, worauf die USA gegründet wurden und welche Ideen ihrem Entstehen zugrunde lagen. Und sie müssten in die Lage kommen, diese Ideen frei in ihren Schulen und später an den Universitäten ansprechen und debattieren zu dürfen.

Bildungshoheit wieder auf lokale Ebene zurückgeführt

Über ihre bisherige Amtszeit als Ministerin zieht Betsy DeVos eine positive Bilanz. Insbesondere sei es ihr gelungen, wichtige Schritte zur Rückführung der Bildung in lokale Hände zu veranlassen. So habe die Regierung eine Vielzahl von Regulierungen für das Bildungswesen wieder abgeschafft, die noch von der Vorgängerregierung in Kraft gesetzt worden waren.

Auch konnte der 2015 vom Kongress verabschiedete Every Student Succeeds Act deshalb erst dieses Jahr umgesetzt werden. Dies lag daran, so DeVos, dass die Demokraten so sicher waren, Hillary Clinton würde die Wahl gewinnen, dass sie dachten, sie würden auch die Zusatzbestimmungen zu dem Gesetz problemlos durchpauken können. Dies sei jedoch nicht geschehen. Sie alle seien zurückgenommen worden, weil sie unzumutbare und übergriffige Belastungen für die Bundesstaaten dargestellt hätten.

Gleichzeitig sei man proaktiv an die Städte und Gemeinden herangetreten und habe diese über die Möglichkeiten belehrt, die ihnen auf Grundlage des Rahmengesetzes zukommen würden – verbunden mit der Aufforderung, von diesen Gebrauch zu machen. Ergänzt wurde dies auch um einen Eltern-Schulführer, der diesen ihre Möglichkeiten der Einflussnahme verdeutlichte und Ratschläge gab, wie sie sich in die Schulpolitik vor Ort einbringen und auf das Schulsystem Einfluss nehmen könnten.

Um die freie Schulwahl zu gewährleisten und Eltern so die Möglichkeit zu geben, den Kindern die Bildung zu ermöglichen, die am besten zu diesen passe, habe man den sogenannten „Sparplan 529“ erweitert und verbreitert. Dieser bietet den Eltern Möglichkeiten, entweder schon zu einem frühen Zeitpunkt gefördert für die spätere höhere Bildung der Kinder anzusparen oder die später fälligen Studiengebühren im Voraus zu bezahlen.

Freude über Vielzahl an School-Choice-Programmen

Dazu gäbe es auf Ebene der Bundesstaaten mehr als 54 unterschiedliche Programme zur freien Schulwahl, von denen bislang mehr als eine halbe Million Schüler Gebrauch machten. Diese Programme sollten Eltern etwa die Möglichkeit geben, zwischen lokalen staatlichen Schulen, privaten Institutionen oder selbst organisierten Lernformen wie Homeschooling auszuwählen.

Das bundesweite Ministerium helfe gerne bei Bedarf mit, diese Programme zu verbessern, so DeVos. Aber um eine Einmischung in die Belange der Bundesstaaten zu verhindern, sollte alles, was die Regierung in Washington in diesem Bereich mache, zum einen freiwillig sein und zum anderen mit dem vereinbar, was die Staaten selbst geschaffen hätten.

Die Schwerpunkte ihrer Bildungspolitik, so Betsy DeVos, seien die Verbesserung der Durchlässigkeit und Erreichbarkeit höherer Bildung auf unterschiedlichen Wegen. Darüber hinaus wolle sie sich um die Verbesserung der technischen Ausstattungen der Bildungsanstalten und die bessere Planbarkeit von Kosten für die Bildung kümmern.

 

 

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