Der Begriff „Fake-News“ wird zum Eigentor – Linke gibt Effizienz konservativer Medien die Schuld

Von 1. März 2019 Aktualisiert: 1. März 2019 16:29
Unmittelbar nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten hat die politische Linke den Begriff der „Fake-News“ geprägt, um seinen Wählern zu suggerieren, sie wären getäuscht worden. Heute will die Linke den Begriff begraben – er wurde für sie zum Bumerang.

Ursprünglich war „Fake-News“ der Begriff zum Narrativ all jener in Politik und Medien, die nach der US-Präsidentenwahl ratlos waren, warum die „qualifizierteste Kandidatin aller Zeiten“, wie der „Guardian“ Hillary Clinton nannte, einem breitestmöglichen öffentlichen Rückhalt zum Trotz gegen Donald Trump verlieren konnte.

Dass die Bevölkerung Hillary Clinton als Person oder die Agenda, für die sie stand, aus Überzeugung abgelehnt hätte, wollte man als Erklärung nicht stehen lassen. Stattdessen wollte man als entscheidenden Faktor, der Clinton geschadet hätte, eine Reihe unbewiesener oder nachweislich falscher Meldungen ausgemacht haben, die in den Wochen und Monaten vor der Wahl in sozialen Medien die Runde gemacht hatten.

Eigentlich waren rechte Medien gemeint

Beispiele dafür waren etwa Berichte, die den mutmaßlichen versuchten Raubmord an Seth Rich, einem ehemaligen Mitarbeiter des Parteivorstands der Demokraten, im Juli 2016 in Washington, D.C. als Auftragsmord aus dem Clinton-Umfeld darstellten, weil dieser um Manipulationen im Zuge des Nominierungsparteitages gewusst hätte. Dazu kamen auf WikiLeaks gestützte Behauptungen, Clintons Wahlkampfmanager John Podesta wäre in einen satanistischen Pädophilenring involviert, dessen Dreh- und Angelpunkt der Keller einer Pizzeria in der US-Hauptstadt wäre.

Neben dubiosen Anzeigenkampagnen mit Ursprung in der Russischen Föderation suggerierte der Hinweis auf diese „Fake-News“, wie sie zum damaligen Zeitpunkt in den Mainstreammedien genannt wurden, dass man von der Legitimität der Wahl Donald Trumps nicht unbedingt ausgehen könne. Berichte über russische Einmischungsversuche und die „Fake-News“ sollten nach dem Kalkül seiner Gegner Trump innenpolitisch schwächen – zumal man ihm auch selbst wiederholt vorgeworfen hatte, unwahre Aussagen im Wahlkampf verbreitet zu haben.

Auch rechtskonservative Publikationen wie Breitbart News oder Red State, die Trump im Wahlkampf vehement unterstützt hatten, sollten mit dem Vorwurf, erfundene Nachrichten zu bringen, getroffen werden. Wo sich der Fake-News-Vorwurf gar nicht erhärten ließ, stellten entsprechende Experten zumindest jene der „Unverlässlichkeit“ oder des „Clickbaits“ in den Raum. Tatsächlich erreichten die Falschnachrichten, wie spätere Studien ergaben, nur einen sehr geringen Teil der Social-Media-Nutzer, und davon meist das gleiche, ohnehin politisch festgelegte Segment.

Womit man möglicherweise nicht rechnete, war, dass der „Fake-News“-Vorwurf zum Bumerang werden könnte. Genau dies ist jedoch offenbar eingetreten, und Rachel Alexander ging dem weiteren Schicksal des Begriffes auf der Nachrichtenplattform „The Stream“ nach.

92 Prozent der Republikaner halten Medien für verlogen

Präsident Donald Trump hat bereits unmittelbar nach seinem Amtsantritt damit begonnen, den Spieß umzudrehen und gegen ihn gerichtete Medienberichte und deren Urheber selbst als „Fake-News“ zu titulieren. Er benutzte den Begriff sowohl auf Twitter als auch in Pressekonferenzen und auf Kundgebungen.

Dass die Leitmedien des Landes von Beginn an einen erkennbaren Belastungseifer gegenüber dem Präsidenten zeigten, wie man ihn aus den vorangegangenen acht Amtsjahren Barack Obama nicht kannte, und fast täglich unter Berufung auf anonyme Quellen Anschuldigungen gegen Trump publizierten, die sich in weiterer Folge nicht erhärten ließen, machte es dem Präsidenten nicht schwer, gegenzusteuern.

Statt des Bildes vom illegitimen Präsidenten, der sich mithilfe von Russland und organisierten Lügenkampagnen gegen seine Gegenkandidatin die Wahl erschlichen hätte, festigte sich in den Köpfen von immer mehr Menschen der Eindruck, die Medien wären nicht nur parteiisch zu Gunsten der Demokraten, sondern würden in ihrem Eifer, den ihnen nicht genehmen Präsidenten zu stürzen, bewusst nicht mehr zwischen wahr und falsch unterscheiden.

Trumps Gegenschlag hat seine Wirkung nicht verfehlt: Einer jüngsten Umfrage von Axios/SurveyMonkey zufolge glauben fast 92 Prozent der Republikaner und sogar mehr als die Hälfte der Demokraten (53 Prozent), dass Medien Fake-News publizieren. Sogar angesehene Publikationen wie die „New York Times“ haben in den Augen der Bevölkerung infolge der Fake-News-Vorwürfe an Glaubwürdigkeit verloren.

„Werkzeug einer arroganten, abgehobenen Elite“

Wie die New York Times im Herbst 2018 selbst berichtete, hat sich der Gebrauch des Begriffes „Fake-News“ im öffentlichen Diskurs seit der ersten Verwendung im Herbst 2016 um 365 Prozent erhöht. Vor allem richtet er sich nicht mehr vorwiegend gegen Donald Trump oder Medien wie Breitbart News, sondern in erster Linie gegen liberale Publikationen. „Slate“ klagt:

„Trump-Anhänger und nicht zuletzt Trump selbst haben ‚Fake-News‘ zum abwertenden Label für jede Form politischer Berichterstattung erhoben, die sie als fehlerhaft oder unausgewogen betrachten.“

Heute sei der Begriff eine „handliche Keule für Leute, die Medien für ein breites Spektrum an Versäumnissen kritisieren wollen“. „Fake-News“ wurde, so bedauert auch das Journalismus-Fachportal „Poynter“, „von Politikern zur Waffe gemacht“. Nikki Usher von der George-Washington-Universität meint:

„Die Geschwindigkeit, in der dieser Begriff Polarisierung erfuhr und de facto zur politischen Waffe wurde, illustriert, wie effizient die konservative Medienmaschinerie geworden ist.“

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Gar zu einem Instrument eines neuen Klassenkampfes sei er geworden, meint John Lloyd vom Reuters-Institut für journalistische Studien an der Universität Oxford. Der Fake-News-Begriff stelle die Mainstreammedien als „Werkzeug einer arroganten, abgehobenen Elite dar, die dieses Werkzeug benutzt, um die Marginalisierten niederzuhalten“.

Vor diesem Hintergrund ist es wenig verwunderlich, dass vor allem die „Washington Post“, die Donald Trump häufiger als fast jedes andere Medium mit „Fake-News“ in Verbindung gebracht hatte, dafür plädiert, den Begriff gar nicht mehr zu verwenden. Margaret Sullivan meint, es wäre Zeit, „den kontaminierten Begriff ‚Fake-News‘ in die Rente zu schicken“. Er werde im Grunde nur noch verwendet, um linke politische Anschauungen in Misskredit zu bringen.

CNN-Autoren wollen den Begriff geächtet wissen

Hossein Derakhshan und Claire Wardle von CNN, ebenfalls in den Augen vieler Trump-Anhänger ein Synonym für „Fake-News“, wollen den Begriff gar „verbieten“. Mit Blick auf die offensive Verwendung von Twitter durch US-Präsident Donald Trump schreiben sie, der Fake-News-Vorwurf wurde „zur Waffe in der Hand von Politikern, die ihn verwenden, um unabhängigen Journalismus zu unterminieren und in weiterer Folge die Öffentlichkeit direkt durch eigene Kanäle zu erreichen“. Auch in Großbritannien, Finnland und Spanien wachse einer Studie zufolge die Überzeugung, Mainstreammedien „verbreiten erfundene Geschichten“.

Slate stellt fest, dass insbesondere mit Blick auf CNN und die New York Times die Zielscheibenstrategie Früchte getragen habe und vor allem konservative Amerikaner eher an diese beiden Medien denken als an jene unseriösen Seiten, gegen die der Begriff ursprünglich gerichtet war:

„Frage nur irgendjemanden, was man heute unter ‚Fake-News‘ versteht, und je nach politischer Orientierung kann es sein, dass sie mit höherer Wahrscheinlichkeit CNN oder die New York Times nennen als die Art von Hoaxseiten, die ursprünglich gemeint war.“

Die New York Times, sichtlich pikiert über ihre Behandlung durch Trump, listete in einem Beitrag gar Diktatoren und andere umstrittene politische Führer in der Welt auf, die den Begriff „Fake-News“ gegenüber der Presse gebraucht hätten. Dieser Versuch, gewählte Führungspersönlichkeiten demokratischer Länder wie USA, Ungarn oder Polen in eine Reihe mit brutalen Machthabern in Somalia, Syrien oder der Volksrepublik China zu rücken, dürfte die Bereitschaft Konservativer, sich der Einschätzung des US-Präsidenten über die Publikation anzuschließen, eher gesteigert als gemindert haben.

Was die Linke am raschen Bedeutungswandel des Begriffes besonders stört, ist, dass Fake-News nicht mehr nur mit Journalismus assoziiert wird, der falsche oder unbewiesene Tatsachenbehauptungen aufstellt, sondern mittlerweile auch mit parteiischem und tendenziösem Journalismus. Dies führt dazu, dass linksliberale Medien deutlich häufiger diesem Vorwurf ausgesetzt sind.

Nachweisliche Falschbehauptungen in linken Medien eher die Ausnahme

Dabei finde sich nachweislich erfundene Darstellungen in liberalen Medien erfahrungsgemäß eher selten – Fälle wie der Ex-„Spiegel“-Redakteur Claas Relotius oder der jüngst ertappte preisgekrönte SZ-Magazin-Mitarbeiter, der für einen Text eine Protagonistin erfunden haben soll, sind eher die Ausnahme. Linker Journalismus zeichnet sich eher dadurch aus, dass bestimmte Fakten und Aspekte in erzieherischer Absicht ausgeklammert werden, Interviewpartner oder Statements einer bestimmten Ausrichtung bevorzugt zu Wort kommen, Wertungen in Wording verpackt werden oder mittels eines bestimmten Untertons Sympathien oder Antipathien erzeugt werden sollen.

Grenzfälle stellen solche wie bestimmte Bildaufnahmen von der Menge bei der Amtseinführungszeremonie Donald Trumps im Januar 2017 dar, als unter anderem mithilfe von Bildern, die Stunden vor dem offiziellen Beginn aufgenommen wurden, der Eindruck transportiert wurde, die Anteilnahme der Öffentlichkeit wäre geringer gewesen als vier Jahre zuvor bei Obama.

Konsequenterweise hat Facebook als ein soziales Medium mit eindeutig linkem Bias bereits jetzt damit aufgehört, den Begriff „Fake-News“ zu verwenden. Dies begründet ein Sprecher des Unternehmens gegenüber Slate damit, dass dieser „ein Eigenleben entwickelt“ habe. Stattdessen verwende man das Wort „Falschmeldung“.

Einer weiteren Verbreitung des Begriffes „Fake-News“ entgegenwirken, so meint Rachel Alexander, könnten allenfalls Nachrichtenagenturen, auf die eine Vielzahl an Medien zurückgreifen. Sie nennt in diesem Zusammenhang unter anderem AP, wo ein internes Stilbuch einen Effekt ausübt, den man in Deutschland von der jüngsten Framing-Debatte kennt. Vor allem Begriffe, die im konservativen Diskurs häufig Verwendung finden, fallen diesem Stilbuch des Öfteren zum Opfer – wie „illegale Einwanderer“.

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