US-Präsident Donald Trump.Foto: Andrew Harrer-Pool/Getty Images

Trumps Syrien-Luftschlag: 57 Stunden, die ihn zur Entscheidung brachten

Von 8. April 2017 Aktualisiert: 8. April 2017 12:52
Die Entscheidung von US-Präsident Trump, einen Stützpunkt der syrischen Luftwaffe zu bombardieren, sei wohlbedacht und informiert erfolgt, sagte gestern sein Pressesprecher Sean Spicer. Ein Zeitstrahl.

US-Präsident Donald Trump hat vorgestern einen Stützpunkt der syrischen Luftwaffe in Homs bombardieren lassen – als Vergeltungsaktion für einen mutmaßlichen Giftgas-Angriffs des Assad-Regimes auf die eigene Bevölkerung. Es war die erste US-Militäraktion seit sechs Jahren, die sich direkt gegen die syrische Regierung richtete. Sie erfolgte während eines Abendessens von Trump mit Chinas Staatschef Xi.

Fünf entscheidende Meetings

Der Sprecher des Weißen Hauses Sean Spicer schilderte den zeitlichen Ablauf von Trumps Entscheidungsfindung gestern bei einer Pressekonferenz – weil „viel Interesse daran“ bestehe. Die Entscheidung sei in insgesamt fünf Meetings zustande gekommen. Drei Handlungsoptionen habe man Trump vorgeschlagen. Wie diese aussahen müsse geheim bleiben. Aber es sei ein sehr überlegter Entscheidungsfindungsprozess gewesen, betonte Spicer mehrmals, wobei er am Schluss sagte, dass Trump „von Anfang an“ sehr bewegt gewesen sei, von dem Giftgas-Vorfall, für welchen die syrische Assad-Regierung verantwortlich gemacht wurde.

Dienstag, 4. April

„Am Dienstag, um 10:30 Uhr morgens, wurde der Präsident im Zuge seines täglichen Briefings über die Aktionen in Syrien informiert. Er hat damals das Team um weitere Informationen und Updates gebeten. Das Interagency Team verbrachte den Tag damit, eine erste Auswahl an Handlungsoptionen für den Präsidenten zu entwickeln. Um ca. 20:00 Uhr am Dienstagabend gab es eine beschränkte Sitzung des stellvertretenden Ausschuss über die Situation. Vorläufige Optionen wurden vorgestellt und verfeinert.“

„Am Dienstagabend gab es zusätzlich ein Abgeordneten-Treffen im Weißen Haus, wo Optionen präsentiert und verfeinert wurden.“

Mittwoch, 5. April

„Am Mittwochmorgen wurde eine beschränkte Hauptversammlung mit Interagency-Optionen durchgeführt und gab weitere Anleitung zur Verfeinerung.“

„Um 15:00 Uhr am Mittwoch wurde ein nationales Sicherheitstreffen einberufen, in dem der Präsident über Optionen informiert wurde. Er prüfte die Optionen im Detail, fragte sein Team eine Reihe von Fragen, bat um weitere Informationen und die Entscheidung für eine erneutes Treffen am Donnerstag wurde getroffen.“

Donnerstag, 6. April

„Um ca. 13:30 Uhr am Donnerstag, auf dem Weg nach Florida, berief der Präsident das nationale Sicherheitsteam, das an Bord von Air Force One war, und andere zu einer sicheren Videokonferenz ein. Gegen 16.00 Uhr trafen sich der Präsident, der Staatssekretär, der Verteidigungsminister, der Nationale Sicherheitsberater und andere Mitglieder des nationalen Sicherheitsteams in einem sicheren Raum, wo sie mit dem Rest des Teams über eine sichere Video-Telefonkonferenz verbunden wurden. Der Präsident gab das Okay für den Vorstoß.“

„Um ca. 19:40:59 Uhr wurden Tomahawk-Raketen von Navy-Zerstörern im östlichen Mittelmeer gestartet.“

„Alle 59 haben ihr Ziel erreicht. Um 20:30 Uhr begann die Benachrichtigung der ausländischen Führer und der Kongressführung. Der Vizepräsident rief mehrere Kongress-Führer an und rief einige ausländische Führer an.“ (Auch andere Vertreter des Sicherheitsausschusses beteiligten sich an den Telefonaten.)

„Um 20:30-20:40 Uhr, begannen die ersten Einschläge am Boden. Der Präsident teilte Präsident Xi mit, dass während ihres Abendessens Militärschläge stattgefunden hätten. Währenddessen beobachtete das nationale Sicherheitsteam das Ereignis und die Situationen.“

„Nach dem Abendessen ging der Präsident wieder in den sicheren Raum, wo er von Staatssekretär, Verteidigungsminister und dem Vorsitzenden der Joint Chiefs unterrichtet wurde (…)“

„Ziemlich einstimmiges Lob“

„Der Präsident wurde über die Wirksamkeit unterrichtet, wurde darüber informiert, dass die Schadensbeurteilung einige Stunden dauern würde, aber die ersten Ergebnisse waren äußerst positiv. Er fragte nach Reaktionen der Weltgemeinschaft sowie von Kongressführern und wurde darüber informiert, dass es ziemlich einstimmiges Lob für die Entscheidung und die Aktionen gab, die der Präsident unternahm.“

Spicer fügte hinzu: „Ich denke, dass diese Aktion sehr entschlossen, gerechtfertigt und proportional zu den Handlungen war, die er für nötig erachtete. Ich denke, es sendet ein sehr starke Signal nicht nur an Syrien sondern an die ganze Welt.“

Gab es keine Skepsis?

Ein Journalist fragte, ob Trump nicht zuerst skeptisch gewesen sei, bezüglich des mutmaßlichen Giftgas-Angriffes durch Assad.

Spicer antwortete: „Nein.“ Er habe mit Trump direkt nach dem ersten Meeting gesprochen „und er war sehr bewegt und fand das Ereignis extrem tragisch. Also ich denke, von Anfang an war es sehr, sehr verstörend, tragisch und aufwühlend für ihn.“

Trumps Statement:

https://www.youtube.com/watch?v=jtHss4mIr3o


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion