Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman (r) empfängt Salah Khashoggi, den Sohn getöteten Journalisten Jamal Khashoggi, in Riad.Foto: SPA/dpa

Drei Wochen Verdächtigungen, Dementis und Gerüchte im Fall Khashoggi

Epoch Times24. Oktober 2018 Aktualisiert: 24. Oktober 2018 10:55
Die Tötung des prominenten "Washington Post"-Kolumnisten Khashoggi sorgt weltweit für Schlagzeilen und hat zu einer schweren diplomatischen Krise mit Saudi-Arabien geführt.

Drei Wochen nach dem Verschwinden des saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi im Konsulat seines Landes in Istanbul haben die USA erste Strafmaßnahmen gegen das Königreich verhängt.

Die Tötung des prominenten „Washington Post“-Kolumnisten sorgt weltweit für Schlagzeilen und hat zu einer schweren diplomatischen Krise mit Saudi-Arabien geführt.

2. Oktober: Khashoggi betritt um 13.15 Uhr das Konsulat in Istanbul, um ein Dokument für seine Heirat mit der Türkin Hatice Cengiz abzuholen. Diese wartet vor dem Konsulat im Istanbuler Stadtteil Levent, doch kommt Khashoggi nicht wieder heraus.

5. Oktober: Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman bestätigt in einem Interview den Besuch Khashoggis im Konsulat, versichert aber, dass er es lebend wieder verlassen habe.

6. Oktober: Aus türkischen Regierungskreisen verlautet, dass die Polizei davon ausgehe, dass Khashoggi von einem eigens angereisten saudiarabischen Kommando getötet worden sei. Riad bestreitet dies.

10. Oktober: Türkische Medien verbreiten Aufnahmen von Überwachungskameras, welche die Ankunft der 15 Mitglieder des „Mordkommandos“ am Flughafen von Istanbul und im Hotel zeigen. Laut „Washington Post“ verfügt die Türkei über Audio- und Videoaufnahmen, die belegen, dass Khashoggi im Konsulat gefoltert, getötet und anschließend zerteilt wurde.

13. Oktober: US-Präsident Donald Trump droht Riad mit einer „schweren Strafe“, sollte es hinter dem Verschwinden Khashoggis stecken. Einen Stopp von Waffenlieferungen lehnt er aber ab.

15. Oktober: Nach einem Telefonat mit Saudi-Arabiens König Salman sagt Trump, Khashoggi könnte durch „außer Kontrolle geratene Mörder“ getötet worden sein.

16. Oktober: US-Außenminister Mike Pompeo spricht sich nach Gesprächen in Riad dafür aus, die Ergebnisse der „umfassenden“ Untersuchung abzuwarten, die ihm zugesichert worden sei.

Die „New York Times“ berichtet, dass mehrere Mitglieder des „Mordkommandos“ zum direkten Umfeld von Kronprinz bin Salman gehören und einer dieser Männer ihn wiederholt auf Auslandsreisen begleitete.

19. Oktober: Nach einer Durchsuchung des Konsulats und der Residenz des Konsuls weitet die türkische Polizei die Suche auf ein Waldgebiet im Norden Istanbuls aus.

20. Oktober: Saudi-Arabien gibt zu, dass Khashoggi im Konsulat getötet wurde. Nach der offiziellen Darstellung wurde er im Zuge eines Streits bei einer „Schlägerei“ mit ungenannten Männern getötet.

Demnach wurden 18 Verdächtige festgenommen und der Vize-Geheimdienstchef Ahmed al-Assiri und der königliche Medienberater Saud al-Kahtani ihrer Posten enthoben.

König Salman ordnet die Bildung einer Kommission zur Reform des Geheimdienstes unter Leitung von Kronprinz bin Salman an.

21. Oktober: Saudi-Arabiens Außenminister Adel al-Dschubeir versichert, dass der Kronprinz nicht über die „nicht-autorisierte Operation“ informiert gewesen sei.

Trump nennt die Darstellung Riads nicht „glaubwürdig“ und kritisiert „Lügen“ in dem Fall. Die Regierungen in Berlin, Paris und London fordern die vollständige Aufklärung des Verbrechens.

22. Oktober: Türkische Medien berichten, der Chef des Mordkommandos habe am Tag der Tötung Khashoggis wiederholt mit dem Büroleiter des Kronprinzen telefoniert.

Die türkische Polizei findet ein Auto des Konsulats in einer Tiefgarage im Norden Istanbuls, das dort in den Tagen nach der Tötung Khashoggis abgestellt wurde.

23. Oktober: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan spricht von einem „politischen Mord“, der Tage im Voraus „geplant“ worden sei, und fordert, die Verdächtigen in der Türkei vor Gericht zu stellen. In Riad beginnt das Wirtschaftsforum Future Investment Initiative. Zahlreiche Persönlichkeiten aus Medien, Politik und Wirtschaft hatten zuvor ihre Teilnahme abgesagt.

Die USA belegen 21 Saudiaraber mit Einreisesperren. Trump spricht von der „schlechtesten Vertuschungsaktion in der Geschichte“. (afp)



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