Bilder von Fethullah Glen (l) und Reep Tayyip Erdogan (r)Foto: OZAN KOSE/Getty Images

Gülen: Erdogan hat Putschversuch selbst inszeniert – Viele Beweise ans Licht gekommen

Epoch Times23. September 2016 Aktualisiert: 23. September 2016 17:46
Der türkische Präsident habe den Coup im eigenen Land Jahre im voraus geplant und nur auf die richtige Gelegenheit gewartet, sagt der in den USA lebende Prediger Gülen. Die Türkei beschuldigt jedoch Gülen, den Putschversuch inszeniert zu haben.
Der türkische Geistliche Fethullah Gülen hat den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan direkt für den Putschversuch vom 15. Juli in der Türkei verantwortlich gemacht.

„In den vergangenen Tagen kamen so viele Beweise ans Licht, dass dies zur Gewissheit wird.“ Das sagte Gülen in einem gemeinsamen Interview der Deutschen Presse-Agentur, der Wochenzeitung „Die Zeit“ und der spanischen Tageszeitung „El País“ in seinem Exil in den USA.

Erdogan habe den Coup Jahre im voraus geplant und nur auf die richtige Gelegenheit gewartet.

Türkei beschuldigt Gülen

Der türkische Präsident seinerseits macht Gülen für den versuchten Putsch verantwortlich und fordert eine Auslieferung des Predigers aus den USA.

Der türkische Justizminister Bozdag warnte die USA bereits vor einer Beschädigung der Beziehungen zum Nato-Partner Türkei, sollte die Auslieferung verweigert werden. „Ihn nicht auszuliefern, hieße in einem Fall wie diesem natürlich, die Freundschaft Fethullah Gülens über die Freundschaft der Türkei zu stellen.“ Es könne kein Zweifel bestehen, dass Gülen für den Putschversuch in der Türkei verantwortlich sei. „Die ganze Welt weiß, wer der Täter ist.“ Erdogan hatte die USA bereits zuvor aufgefordert, eine Wahl zwischen ihrem Nato-Bündnispartner und Gülen zu treffen.

Gülen wies die Anschuldigungen der Regierung in Ankara kategorisch zurück. „Ich fordere, dass eine internationale, unabhängige Kommission die Ermittlungen zu diesem Putschversuch führt“, schrieb Gülen in der französischen Tageszeitung „Le Monde“ (Samstag). „Falls ein Zehntel der gegen mich erhobenen Anschuldigungen zutreffen sollte, verpflichte ich mich, in die Türkei zurückzukehren und die härteste Strafe hinzunehmen.“ Die Behauptung, er habe aus 10 000 Kilometern Entfernung einen Putsch geführt, sei eine Verleumdung.

 

(dpa)


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