Ein Junge liest in Bonn während des islamischen Religionsunterrichts in einem Schulbuch.Foto:  Oliver Berg/Archiv/dpa

Islamische Korrektheit – Verwandelt sich Europa in ein neues Afghanistan?

Von 26. April 2017 Aktualisiert: 26. April 2017 12:44
Der mutige algerischen Schriftsteller Kamel Daoud sagt: "Jene Migranten, die in Frankreich Freiheit suchen, müssen an der Freiheit partizipieren. Migranten haben nicht in Saudi-Arabien um Asyl ersucht, sondern in Deutschland. Warum? Wegen Sicherheit, Freiheit und Wohlstand. Also dürfen sie nicht ein neues Afghanistan erschaffen."

Verwandelt sich Europa in das neue Afghanistan? Der italienische Journalist und Autor Giulio Meotti schaut mit besorgten Zukunftsaugen auf die europäische Kunstlandschaft und auf einen Westen, der einstmals stolz darauf war, das Land der Freien zu sein. Doch nun hätten sich die europäischen Museen rasch einer „islamischen Korrektheit“ unterworfen.

Die Angst vor dem Terror hat in der westlichen Welt bereits dazu geführt, dass Künstler sich in ihrem freien künstlerischen Ausdruck extrem einschränken oder wenn sie das nicht tun, dann von Museen und Ausstellern zensiert werden. Verständlicherweise haben diese auf die Schreckenstat bei „Charlie Hebdo“ reagiert. Doch ist das der richtige Weg?

Der Louvre in Paris zum Beispiel hatte noch im Jahr 2010 dem künstlerischen Erbe der östlichen Christen,  die in den letzten zwei Jahren vom islamischen Staat dezimiert wurden, einen neuen Abschnitt gewidmet. Unter der neuen Leitung wurde es mit Genehmigung von Präsident Hollande eingemottet, schreibt Meotti. Heute habe der Louvre einen Abschnitt, der der islamischen Kunst gewidmet ist, aber nichts über das östliche Christentum.

Dergleichen Beispiele gibt es viele in den europäischen Metropolen, vor allem auch in Londoner Museen und Kunstgalerien seien „kritische“ oder womöglich den Islam konfrontierende Ausstellungsstücke und Bilder entfernt worden. Britische Künstler wie Grayson Perry würden sich aus Angst selbst zensieren, so Meotti weiter. In Rom seien die nackten Statuen in den kapitolinischen Museen während des Besuches des iranischen Präsidenten Rouhani verhüllt worden.

Geschieht der Untergang Europas demnach durch die Angst seiner Protagonisten? Meotti schreibt: „Wenn Europa eine Zukunft will, sollte es weniger ideologisch sein über den Vertrag von Maastricht und mehr gegen die Kapitulation Maastrichts vor der Angst.“ Dazu zitiert Meotti den algerischen Schriftsteller Kamel Daoud:

„Jene Migranten, die in Frankreich Freiheit suchen, müssen an der Freiheit partizipieren. Migranten haben nicht in Saudi-Arabien um Asyl ersucht, sondern in Deutschland. Warum? Wegen Sicherheit, Freiheit und Wohlstand. Also dürfen sie nicht ein neues Afghanistan erschaffen.“

Für Meotti ist es allerdings „der europäische Mainstream, der unsere Kulturlandschaft in ein weiteres Afghanistan verwandeln lässt.“ Die Taliban hätten Kunstwerke zerstört und Künstler getötet, während der Westen stolz darauf war, ein freies Land zu sein.

Doch „vielleicht liegen die islamischen Fundamentalisten falsch und der Westen ist nicht so frei, wie er behauptet“, so Meotti leicht sarkastisch. „Vielleicht sollten wir uns bei den Taliban für die Kritik an der Zerstörung der großen Buddhas von Afghanistan entschuldigen. Nach der neuen kulturellen Frömmigkeit des Westens könnten diese Statuen heute auch als ‚blasphemisch‘ betrachtet werden.“

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