„Menschliche Katastrophe“ im sozialistischen Venezuela – ein einst reiches Land verfällt in Rezession, Armut und Gewalt

Epoch Times27. Dezember 2018 Aktualisiert: 24. Januar 2019 7:38
Seit Venezuelas Staatschef Maduro das Parlament außer Kraft gesetzt hat und diktatorisch das Land regiert, geht es immer mehr bergab mit dem erdölreichsten und einst reichsten Land Lateinamerikas.

Venezuela, die einst reichste Nation Lateinamerikas verkommt unter einem diktatorischen kommunistischen Regime unter Staatschef Nicolás Maduro zu einem Armenhaus, wo Gewalt Kriminalität und der Mangel an dem Notwendigsten das Leben bestimmen.

Seit 2013 ist Maduro der Staatspräsident Venezuelas. Zuvor war der Politiker der Vereinigten Sozialistischen Partei von 2006 bis zum 16. Januar 2013 Außenminister.

Schuld an der Situation im erdölreichstem Land der Erde seien, laut Maduro, „äußere Kräfte“ allen voran die USA, aber auch Kolumbien.

Beobachter sehen jedoch innenpolitische Probleme, Korruption, Elitenmisswirtschaft, massive Fehlinvestitionen, eine mangelhafte Bildungspolitik und die Vernachlässigung ganzer Wirtschaftszweige, wie der Landwirtschaft und eine ausufernde Subventionswirtschaft sowie einen zunehmend totalitär regierenden Staatschef als Ursachen für Venezuelas Lage. Die ursächlichen Probleme traten zwar schon vor Maduro auf, verschärften sich allerdings unter ihm zunehmend.

Die Auswirkungen davon nennen die Venezulaner zynisch „Maduro-Diät“. Damit sind die durchschnittlich acht Kilo gemeint, die rund drei Viertel der Venezolaner im letztes Jahr an Gewicht verloren haben, weil sie zu wenig zu Essen haben. Venezuela produziert selbst zu wenig Lebensmittel. Zudem streicht die Regierung die Importe zusammen, um Devisen zu sparen, wie die „NZZ“ berichtet.

Rezession, Hyperinflation, Armut und Gewalt

Durch die wirtschaftspolitische Situation hat eine Rezession im Land eingesetzt, die eine Hyperinflation nach sich zog. Die wiederum ließ Armut und Kriminalität wachsen. Dies hat einen stetigen Auswanderungsstrom von Venezolanern ausgelöst. Sie verlassen das Land Richtung Brasilien und Kolumbien.

Doch es sind nicht nur die Ärmsten, die ihrem Land den Rücken kehren. Unter ihnen sind viele mit Universitätsabschluss, gut ausgebildete Arbeitskräfte, deren Weggang – so verständlich er ist – die desolate Situation im Land noch verschlimmert.

Viele Frauen, die vor dem kommunistischen Venezuela nach Kolumbien fliehen wollen, bieten ihren Körper gegen Bezahlung für sexuelle Dienste an, verkaufen ihre Haare oder ihre Muttermilch. Für sie ist nur wichtig, dass sie genug Geld zusammen bekommen, um aus ihrer ärmlichen Situation herauszukommen und die weitere Flucht finanzieren zu können, berichtet „Fox News“.

Spindeldürre Frauen mit kleinen Babys zwischen mit Müll übersäten Straßenrändern gehen betteln. Kinder bieten fast alles schwarz zum Verkauf an, von Zigaretten über Süßigkeiten bis hin zu Wasser.

In Cucuta der siebentgrößten Stadt Kolumbiens im Nordosten des Landes direkt an der Grenze zu Venezuela sind lokale Perückenmacher auf den Straßen unterwegs. Für sie sind die Frauen aus Venezuela ein gutes Geschäft. Für die Haare der Frauen zahlen sie zwischen 10 und 30 Dollar, je nach Länge und Qualität. Für die Frauen mit ihren kleinen Kindern ist das Geld eine zumindest kurze Hilfe, um sich und die Kinder eine Zeitlang versorgen zu können.

14-jährige Mädchen prostituieren sich

Andere venezolanische Frauen – darunter Mädchen im Alter von 14 Jahren – prostituieren sich auf den Straßen von Cucuta, um zu überleben oder Geld für die Weiterreise zu verdienen. Pro „Kunden“ verdienen sie rund sieben Dollar. Auch einige heterosexuelle Männer „verkaufen sich auf dem Schwulenmarkt“ von Cucuta für ein wenig Geld.

Doch so manche Frau wird auch dazu gezwungen, sich zu prostituieren. So gibt es Banden, die sie zwingen ihnen ihre Dokumente und Ausweise zu geben, um sie anschließend in Prostitutionsringe einzuschleusen und an ihnen als Zuhälter zu verdienen. Insbesondere in dem Grenzgebiet, wo viele Rebellengruppen und Gruppen, die mit Drogen handeln, tätig sind, ist dies gängige Praxis.

Hunger, Krankheiten, mangelnde Gesundheitsversorgung

Zudem leidet die Bevölkerung Venezuelas unter Hunger, Krankheiten, mangelnder Gesundheitsversorgung und extremer Gewalt. Kinder sterben an Hepatitis und Malaria, weil es an Medikamenten mangelt.

Es gibt eine menschliche Katastrophe in Venezuela. Es gibt ein Wiederaufleben von Krankheiten, die vor Jahrzehnten ausgerottet wurden. Hunderte sind an Masern und Diphtherie gestorben. Im vergangenen Jahr zeigten mehr als 400.000 Venezolaner Malaria-Symptome. Bis jetzt gibt es über 10.000 Kranke an Tuberkulose“, erklärt der Bürgermeister von Venezuelas Hauptstadt Caracas und ehemalige politische Gefangene Antonio Ledezma gegenüber Fox News.

Er fügt hinzu: „Die Menschen sind zum Tode verurteilt. Mehr als 55.000 Krebspatienten haben keinen Zugang zu einer Chemotherapie. Alle drei Stunden stirbt eine Frau an Brustkrebs.“

Martinez: „Es gibt nicht einmal einfache Antibiotika“

Caterine Martinez, Rechtsanwältin und Leiterin der Organisation Prepara Familias, erklärt, dass es derzeit keine Breitbandantibiotika gebe, nicht einmal einfache Antibiotika zur Behandlung von grundlegenden Krankheitserregern bei Kindern mit chronischen Krankheiten, berichtet Fox News.

Sie erklärt weiter, dass es keine funktionierenden Röntgengeräte gebe, auch keine CT- oder MRT-Scanner. Viele andere lebenswichtige medizinische Instrumente funktionieren nicht.

Die kommunalen Blutbanken haben keine Reagenzien (Nachweismittel). Deshalb haben wir Kinder, die Bluttransfusionen bekommen und sich mit Hepatitis C infizieren oder sich womöglich mit HIV infizieren“, so Martinez weiter.

Sie führt weiter aus, dass über 55 Prozent der medizinischen Fachkräfte – einschließlich Ärzte und Krankenschwestern – Venezuela verlassen haben, während ander Ärzte, die geblieben sind, nur knapp 24 Dollar pro Monat verdienen. Spezialisten können 30 US-Dollar verdienen.

Die fehlende Perspektive und große Armut lässt die Zahl der Selbstmorde in die Höhe schnellen. So schätzt die venezolanische Kinderrechtsgruppe, CECODAP, dass die Zahl der Selbstmorde von Jugendlichen im letzten Jahr um 18 Prozent gestiegen ist, berichtet Fox News.

Wir haben auch ein großes Problem mit der Ernährung. Es gibt weder eine Babymilch noch Nahrungsergänzungsmittel. Deshalb haben wir viele unterernährte Kinder und die Situation ist dann noch komplizierter“, sagte Martinez.

Arzt: Einige Patienten wiegen nur noch 40 Kilogramm

Julio Castro Mendez, ein auf Infektionskrankheiten spezialisierter Arzt und Professor am Medizinischen Institut der Central University of Venezuela, betonte, dass 65 Prozent der 70.000 HIV-Patienten des Landes in den letzten sechs Monaten keine Behandlung erhalten haben. Verbunden mit Unterernährung, wiegen daher einige seiner erwachsenen männlichen Patienten nur noch 40 Kilogramm, sagte er Fox News.

Auch die Mütter- und Kindersterblichkeit ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, um mehr als 65 Prozent“, fügte Mendez hinzu.

„70 Prozent der Menschen sind mit hoher Ernährungsunsicherheit und akuter Unterernährung konfrontiert“, sagte Barreto. Dies hat in einigen Fällen zu Kriminalität geführt. So würden Kinder Fahrzeuge aufhalten, die Lebensmittel mit sich führen, um Essen zu bekommen.

Einige der Kinder und Jugendliche gingen dabei gewaltsam vor. Sie verstecken sich am Straßenrand und warten auf ein vorbeifahrendes Fahrzeug. Mit Steinen greifen sie dann das Fahrzeug an oder zerstechen die Reifen. Dann plündern sie das Fahrzeug aus.

Banden versuchen mit illegalem Benzin- und Drogenhandel Geschäfte zu machen

Das Leben der Venezolaner wird im steigenden Maße durch Kriminalität und Gewalt negativ beeinflusst. Banden versuchen mit illegalem Benzin- und Drogenhandel Geschäfte zu machen.

„Es ist eine völlige Anarchie. Es gibt Zehntausende dieser Banden – kubanische und venezolanische -, die in jeder Provinz operieren“, sagte ein ehemaliger Caracas-Sicherheitsmann, dem von staatlich unterstützten Straßenbanden, so genannten „collectivos“, in den Bauch geschossen wurde.

„Ich habe es nur dank Jesus und dem Heiligen Geist geschafft, so lange zu überleben.“ (er)