Der russische Präsident Putin bei seiner Rede auf dem Valdai-Treffen in Sotschi, 27. Oktober 2016.Foto: MIKHAIL KLIMENTYEV/AFP/Getty Images

Putins Rede gegen die Eliten – Neue Welt muss entstehen

Von 28. Oktober 2016 Aktualisiert: 4. November 2016 23:55
Einige Passagen aus der aktuellen Rede Putins in Sotschi: Die UN-Charta wurde bei wichtigen Entscheidungen vernachlässigt, der Welt fehlt eine Strategie und Russland hat keine Pläne, jemanden zu überfallen. „Das wäre undenkbar, einfach dumm und nicht realistisch“.

In seiner traditionellen Rede auf der 13. Jahrestagung des internationalen Diskussionsclubs Valdai in Sotschi ging der russische Präsident Putin auch auf die Rolle der Eliten und ihre notwendige Ablösung ein. Weitere wichtige Themen waren die Krisenherde Syrien, Ukraine und der Nahe Osten. Das Thema des diesjährigen Treffen lautete: „Die Zukunft beginnt heute: Konturen der Welt von morgen.“ Dazu trafen sich 130 Experten aus 35 Ländern in Sotschi, um drei Tage zu beraten. Vor allem „Sputniknews“ und „rt“ berichteten darüber. Wie könnte die Welt in zehn Jahren aussehen?

Putin sprach dazu, dass begonnen wurde, die UN-Charta bei wichtigen Entscheidungen zu vernachlässigen und es nötig ist, wieder zu dieser zurückzukehren. Ein Verzicht auf sie führt zu Chaos. Die UNO und der Weltsicherheitsrat sollten reformiert werden.

„Der Welt fehlen eine Strategie und eine Ideologie der Zukunft. Das verunsichert die Menschen. Soziologische Studien in aller Welt zeigen, dass die Einwohner verschiedener Länder und Kontinente ihre Zukunft bedauerlicherweise meistens trübe sehen“ fasst „Sputniknews“ die Worte des Präsidenten zusammen.

Russland hat keine Pläne, jemanden zu überfallen

So hat Russland keine Pläne, jemanden zu überfallen. „Das wäre undenkbar, einfach dumm und nicht realistisch“, sagte er. „Es ist einfach lächerlich, davon zu sprechen… Mythen über eine russische Bedrohung werden im Westen verbreitet, um gewisse politische Ziele zu erlangen.“

In Bezug zu den westlichen Ländern ergänzt er: „Es hat natürlich seine Vorteile, sich als Beschützer der Zivilisation auszugeben. Doch Russland hat nicht vor, jemanden zu überfallen. Das ist einfach lächerlich.“

Syrien: Russland ist zurückhaltend – doch alles hat seine Grenzen

Es ist für Russland derzeit schwer, mit der jetzigen US-Regierung zu arbeiten, da sie so gut wie keine bilateralen Vereinbarungen einhält – auch nicht in Syrien.
Weiterhin sagte er zu Syrien: „Wenn wir die von uns übernommenen Verpflichtungen nicht erfüllen, werden wir keine Erfolge im Kampf gegen die Terroristen erzielen. Ich verstehe, die Aufgabe ist nicht leicht. Wir würden hierbei niemandem etwas vorwerfen. Aber die getroffenen Vereinbarungen müssen erfüllt werden“.

Und: „In jedem Fall wäre es nicht angebracht, die Schuld auf uns abzuwälzen und uns für alles verantwortlich zu machen. Wir sind zurückhaltend und wollen unseren Partnern nicht grob antworten. Doch alles hat seine Grenzen, wir können auch antworten“

Russlands Präsident Wladimir Putin ergänzte, dass die Extremisten schlauer seien, als deren Unterstützer.

Weiters betonte Putin, dass Terrorangriffe heutzutage schon zum Alltag geworden sind.

Der Nahe Osten braucht einen „Marshallplan“

„Es ist schon mehrmals gesagt worden, dass man dieses Übel nur besiegen kann, indem man die Bemühungen aller Länder der Welt vereint“, betonte Putin in Bezug auf den Terrorismus. Russland bietet dies immer wider an und bleibt auch weiterhin dabei. „Das kolossale Ausmaß an Zerstörung fordert heute von allen ein langfristiges, umfassendes Programm, eine Art ‚Marschallplan‘ für die Wiederherstellung dieser von Kriegen und Konflikten geschundenen Region.“

Ukraine: Russen und Ukrainer sind ein Volk

Putin ging darauf ein, dass Russland und die Ukraine voneinander getrennt wurden – und dann gegeneinander aufgehetzt. Daraus müssen beide Länder einen gemeinsamen Ausweg finden. Russen und Ukrainer sind ein Volk, es gibt Nationalisten in beiden Ländern, doch diese sind nicht die Mehrheit.
VIDEO: Putins Ansprache bei der Jahrestagung des Waldai-Clubs 2016
Putins Rede beginnt bei 00:06:54, die Fragerunde beginnt bei 01:10:40. Es ist besser zu verstehen, wenn ein Lautsprecher abgeschaltet wird.


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