Südafrika schließt Botschaft in Nigeria – Bystron sieht „große wirtschaftliche Probleme“ in Südafrika

Epoch Times5. September 2019 Aktualisiert: 5. September 2019 22:12
"Südafrika hat große wirtschaftliche Probleme - die größten staatlichen Firmen wie SABC, SAA und Eskom sind de facto zahlungsunfähig und die ANC-Regierung versucht, den schwarzen Peter für ihre wirtschaftsfeindliche Politik weiterzugeben", erklärt Petr Bystron.

Südafrika hat aus Furcht vor Rache-Angriffen nach den Ausschreitungen in Johannesburg vorerst seine Auslandsvertretungen in Nigeria geschlossen. Die Entscheidung sei gefallen, nachdem eine Gruppe Menschen versucht habe, sich Zutritt zum südafrikanischen Konsulat in Lagos zu verschaffen, erklärte ein Sprecher des Außenministeriums am Donnerstag. Das Konsulat und die Botschaft in Abuja würden wieder geöffnet, wenn dies als „notwendig“ erachtet werde.

Bei den jüngsten Ausschreitungen in Südafrika wurden nach Angaben des nigerianischen Außenministers Geoffrey Onyeama mehrere Geschäfte und Immobilien von Nigerianern zerstört. Nigerianische Staatsbürger seien jedoch nicht getötet worden.

Geschäfte südafrikanischer Unternehmen in Nigeria attackiert

Die Ausschreitungen führten in mehreren afrikanischen Ländern zu wütenden Demonstrationen. In Nigerias Hauptstadt Abuja wurden Geschäfte südafrikanischer Unternehmen attackiert. Auch in der Demokratischen Republik Kongo kam es zu Übergriffen auf südafrikanische Einrichtungen und Geschäfte. In der Stadt Lubumbashi im Südosten des Kongo wurden bei Protesten die Fenster des südafrikanischen Konsulats eingeschlagen.

Bei den Unruhen in Südafrika waren seit Sonntag mindestens sieben Menschen getötet worden, wie die Polizei mitteilte. Mehr als 420 Menschen wurden festgenommen. Die Nationalität der Opfer wurde nicht mitgeteilt.

Randalierer – manche mit Äxten und Macheten bewaffnet – hatten in Johannesburg und Südafrikas Hauptstadt Pretoria unter anderem Geschäfte von Einwanderern geplündert und Autos und Gebäude in Brand gesetzt. Bis zum Donnerstag hatte sich die Lage weitgehend beruhigt. Lediglich im Johannesburger Vorort Katlehong kam es in der Nacht zu Plünderungen.

Angriffe ereigneten sich vor einer Afrikatagung des Weltwirtschaftsforums

Die Angriffe ereigneten sich vor einer Afrikatagung des Weltwirtschaftsforums, die am Mittwoch in Kapstadt begann. Die Afrikanische Union (AU) sowie die Regierungen Südafrikas und Nigerias äußerten sich besorgt über die Gewalt.

Während die südafrikanische Regierung allgemein von inakzeptabler Kriminalität spricht, berichten die Medien des Landes immer wieder von gezielten Anschlägen gegen ausländische Ladenbesitzer und Lastwagenfahrer. In der Vergangenheit wurden Einwanderer aus Nachbarländern wie Lesotho, Mosambik und Simbabwe wiederholt für die hohe Arbeitslosigkeit im Land verantwortlich gemacht.

Südafrika ist ein wichtiges Ziel für afrikanische Einwanderer auf der Suche nach wirtschaftlichen Chancen. Afrikas zweitgrößte Volkswirtschaft zieht nicht nur Menschen aus Nachbarländern wie Lesotho, Mosambik und Simbabwe an, sondern auch aus weiter entfernten Regionen, darunter Nigeria und Südasien.

Bystron: ANC-Regierung macht Südafrika unregierbar

Der AfD-Obmann im Auswärtigen Ausschuss, Petr Bystron, erklärt dazu:

Südafrika hat große wirtschaftliche Probleme – die größten staatlichen Firmen wie SABC, SAA und Eskom sind de facto zahlungsunfähig und die ANC-Regierung versucht, den schwarzen Peter für ihre wirtschaftsfeindliche Politik weiterzugeben.“

Nicht nur würden weiße Farmer attackiert, die angeblich jemandem etwas weggenommen hätten, sondern es würden nigerianische, äthiopische, eritreische, pakistanische, chinesische und indische Geschäftsleute aus denselben fadenscheinigen Gründen angegriffen, so der Politiker weiter.

Die Gewalt gegen Minderheiten in Südafrika wird von den linken Parteien wie ANC und EFF geschürt, um vom eigenen Versagen abzulenken.Dadurch ist das alte Motto der ANC in Erfüllung gegangen: Become ungovernable – Werde unregierbar.“

In den vergangenen Jahren gab es in Südafrika immer wieder ausländerfeindliche Gewalt. Einige Südafrikaner geben den Einwanderern die Schuld für die hohe Arbeitslosigkeit im Land. Im Jahr 2015 wurden sieben Menschen bei fremdenfeindlichen Angriffen und Plünderungen in Johannesburg und Durban getötet. Die schlimmste Welle fremdenfeindlicher Gewalt gab es im Jahr 2008 mit 62 Toten. (afp/nmc)

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