Türkei erobert nordsyrische Stadt Afrin – Erdogan: Stadtzentrum „vollständig“ eingenommen

Epoch Times18. März 2018 Aktualisiert: 18. März 2018 15:41
Vor rund zwei Monate startete die Türkei die Operation "Olivenzweig" in Nordsyrien. Nun ist die mehrheitlich kurdische Stadt Afrin eingenommen.

Rund zwei Monate nach Beginn der türkischen Offensive in Nordsyrien haben die türkischen Truppen und ihre Verbündeten am Sonntag die mehrheitlich kurdische Stadt Afrin eingenommen. Das Stadtzentrum sei „vollständig“ erobert, sagte der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan.

Wie AFP-Reporter vor Ort berichteten, waren türkische Soldaten und ihre syrischen Verbündeten in sämtlichen Stadtteilen präsent. In den vergangenen Tagen waren nach Aktivistenangaben rund 200.000 Zivilisten aus der Stadt geflohen.

Erdogan: Die türkische Flagge weht jetzt in Afrin

„Einheiten der Freien Syrischen Armee, die von der türkischen Armee unterstützt wird, haben heute morgen um 08.30 Uhr (06.30 Uhr MEZ) die vollständige Kontrolle über das Stadtzentrum von Afrin übernommen“, sagte Erdogan.

Minenräumarbeiten seien im Gange. Eine „große Zahl“ kurdischer Kämpfer sei „mit eingezogenem Schwanz geflohen“. Türkische Spezialeinheiten seien in der Stadt stationiert worden.

Die türkische Flagge weht jetzt dort! Die Flagge der Freien Syrischen Armee weht dort!“, sagte Erdogan.

Der türkische Generalstab veröffentlichte im Kurzbotschaftendienst Twitter ein Video, das einen Soldaten beim Hissen der türkischen Flagge zeigte.

AFP-Reporter in der Stadt hörten Freudenschüsse, vor einem Behördengebäude waren zwei türkische Panzer postiert. An mehreren Gebäuden wehten türkische Flaggen und Fahnen der mit der Türkei verbündeten syrisch-arabischen Milizen.

Die in der gleichnamigen Enklave gelegene Stadt Afrin war das Hauptziel der am 20. Januar von der Türkei gestarteten Offensive „Olivenzweig“.

Die Einnahme der Stadt ist ein wichtiger Sieg der Türkei gegen die Kurdenmiliz YPG. Ankara sieht die YPG wegen ihrer engen Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Terrororganisation an.

Lage in Ost-Ghuta ist dramatisch

 

Die Lage in der Rebellenenklave Ost-Ghuta am Rande der syrischen Hauptstadt Damaskus war am Wochenende weiter dramatisch.

Das syrische Staatsfernsehen zeigte Flüchtlingstrecks, die aus Ost-Ghuta in die Regierungszone strömten: Schwarzgekleidete ältere Frauen, Mädchen mit Decken im Arm, Männer mit Bündeln auf der Schulter, ein Vater mit einem Fahrrad, seinem kleinen Sohn und einem riesigen Jute-Sack.

Die syrischen Regierungstruppen hatten im Februar eine großangelegte Offensive auf Ost-Ghuta gestartet. Die Regierungstruppen kontrollieren inzwischen rund 80 Prozent von Ost-Ghuta. (afp/as)

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