US-Geheimdienste: China befahl den Angriff auf indische Truppen im Galwan-Flusstal

Von 23. Juni 2020 Aktualisiert: 23. Juni 2020 16:21
Die Auseinandersetzungen an der Grenze zwischen Indien und China reißen nicht ab. Vergangene Woche sind Soldaten beider Länder aneinander geraten, was „zu einem brutalen Gefecht führte“, schreibt „US News“. US-Geheimdiensten zufolge habe China ganz wesentlich zu dieser Eskalation zwischen Soldaten beider Nationen beigetragen, bei dem Dutzende Menschen gestorben sind.

General Zhao Zongqi, Chef des chinesischen Militärkommandos und einer der wenigen Kampfveteranen, die noch in der Volksbefreiungsarmee dienen, genehmigte eine Operation entlang der umstrittenen Grenzregion von Nordindien und Südwestchina, wie eine anonyme Quelle berichtete. Zhao sah die Begegnung vergangener Woche als eine Möglichkeit, „Indien eine Lektion zu erteilen“, so die Quelle.

Nach Angaben beider Seiten sind mindestens 20 indische und 35 chinesische Soldaten gestorben, „Berichten zufolge eine Handvoll auf jeder Seite gefangen genommen und anschließend wieder freigelassen wurden“.

US-Geheimdiensten zufolge ist es aber nicht das Ergebnis einer angespannten Situation gewesen, welche sich natürlich entwickelt hat und außer Kontrolle geriet, „sondern vielmehr eine bewusste Entscheidung Pekings, eine Botschaft der Stärke an Indien zu senden“.

Satellitenbilder bestätigen chinesischen militärischen Aufbau im Galwan-Tal

Laut „US News“ ist aber Pekings Plan insoweit ohne Erfolg geblieben, dass der Vorfall in Indien den Unmut gegen China weiter verstärkt und Indien näher an die USA gebracht hat. Die USA üben seit längerem Druck auf Indien aus, dem chinesischen Technologieunternehmen Huawei beim Aufbau der 5G-Netzwerke keinen Spielraum zu geben. „Es tut genau das Gegenteil von dem, was China wollte“, zitiert „US News“ die Quelle. „Das ist kein Sieg für Chinas Militär.“

Das politische Klima zwischen Indien und China ist weiterhin erhitzt, aber es ist nach wie vor unklar, inwieweit der chinesische Präsident Xi Jinping an den Entscheidungen beteiligt war, die zu der blutigen Begegnung in der vergangenen Woche geführt haben. Obwohl Analysten, die mit der militärischen Entscheidungsfindung Chinas vertraut sind, sagen, er hätte mit ziemlicher Sicherheit von den Befehlen gewusst, so „US News“.

Hochauflösende Satellitenbilder vom Galwan-Flusstal zeigen einen massiven anhaltenden Aufbau mit mindestens 200 Militärfahrzeugen durch die chinesische Seite. Die Aufnahmen stammen vom Satelliten „Planet“ am 16. Juni 2020.

Andere Aufnahmen von „HawkEye 360“, einem privaten Unternehmen für Geo-Analysen, aus dem Monat Mai zeigen eine Anhäufung von anscheinend bewaffneten Personentransportern und selbstfahrenden Artilleriewaffen auf der chinesischen Seite.

Statt einer Delegation kamen chinesische Soldaten mit Nagel-Stöcken

Führende Persönlichkeiten aus Indien und China stimmten Anfang Juni der Entwaffnung und dem gegenseitigen Rückzug aus der Region zu, obwohl beide Seiten die andere Seite beschuldigt haben, weiterhin die für eine anhaltende Militäraktion erforderliche Ausrüstung zu liefern und aufzubauen, schreibt „US News“.

Der Quelle zufolge, die mit der Einschätzung der USA zu dem Vorfall vertraut ist, hätten sich am 15. Juni indische und chinesische Offiziere zu einer vereinbarten Besprechung treffen müssen, um den Rückzug zu erörtern. Doch statt einer chinesischen Delegation warteten Dutzende Chinesen mit Stöcken und Knüppeln in der Hand, welche mit Nägeln versehen waren. Laut Quelle hätten sie auch zuerst angegriffen.

„US News“ beschreibt die Situation vor Ort so:

Andere indische Truppen kamen zur Unterstützung, was zu einem Handgemenge führte, das mehr Opfer durch die improvisierten Waffen, Felsen und Stürze aus dem steilen Gelände forderte.“

Staatliche Medien tilgten den Vorfall im Internet

Es ist wohl nicht das erste Mal, dass sich Truppen beider Länder in Gefechte verwickeln. Die „Hong Kong Free Press“ hat schon 2017 Bilder über Zusammenstöße veröffentlicht. In solchen Situationen gibt China schnell offizielle Statements heraus, in denen die gegnerische Seite verbal angegriffen wird und normalerweise gibt es Gedenkfeiern für die gefallenen Soldaten der Volksbefreiungsarmee.

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Doch bei diesem Vorfall sind chinesische Zensoren hart gegen die Beiträge in sozialen Medien zu diesem Thema vorgegangen, schreibt „US News“. Laut der amerikanischen Webseite gehen Analysten davon aus, dass der Vorfall sich nicht so ereignet hatte, wie China ihn beschreibt, nicht zuletzt deshalb, weil die staatlichen Medien den Vorfall im Internet quasi austilgten.

Zhao Lijan, Sprecher des chinesischen Außenministeriums, sagte am Freitag (19. Juni) auf einer Pressekonferenz, dass Indien der Provokateur in diesem Konflikt sei. „Schockierenderweise überschritten die indischen Fronttruppen am Abend des 15. Juni … erneut die Linie der tatsächlichen Kontrolle“, sagte er. Dies geschah aus vorsätzlicher Provokation, als sich die Lage im Galwan-Tal bereits entspannte. Die indischen Soldaten „griffen sogar die chinesischen Offiziere und Soldaten, die sich zu Verhandlungen dorthin begeben hatten, gewaltsam an, was heftige physische Konflikte auslöste und zu Opfern führte“, sagte Zhao Lijian.

Lijan verurteilte die Handlungen der indischen Armee und prangerte die Regierung an, die Vereinbarung zwischen beiden Ländern verletzt zu haben. „China hat bei der indischen Seite ernsthafte Einwände und starke Proteste erhoben“, fügte er hinzu.

Pompeo drückt sein Beileid aus – Trump versichert Hilfe

Die USA haben sich bei diesem Vorfall weitgehend ruhig verhalten, schreibt „US News“, da sich Indien bereits jetzt zunehmend an die USA wendet und Unterstützung sucht.

Außenminister Mike Pompeo gab am Freitag (19. Juni) eine Erklärung auf Twitter ab: „Wir sprechen dem indischen Volk unser tiefstes Beileid für die Menschenleben aus, die durch die jüngste Konfrontation mit China ums Leben gekommen sind. Wir werden der Familien, Angehörigen und Gemeinden der Soldaten in ihrer Trauer gedenken.“

Reporter befragten Präsident Donald Trump zu dem Vorfall, kurz bevor er Washington D.C. am Samstagnachmittag zu einer Kundgebung in Tulsa, Oklahoma, verließ.

„Es ist eine sehr schwierige Situation. Wir sprechen mit Indien. Wir sprechen mit China. Sie haben dort ein großes Problem“, sagte er. „Sie haben sich geprügelt, und wir werden sehen, was passiert. Wir werden versuchen, ihnen zu helfen“, versicherte der Präsident.