Migranten und Flüchtlinge in Libyen.Foto: MAHMUD TURKIA/AFP/Getty Images

Wegen Widerstand in Europa: Italien schlägt weltweite Umsiedlung von Flüchtlingen aus Libyen vor

Epoch Times29. September 2017 Aktualisiert: 30. September 2017 10:47
Italien schlägt vor, Flüchtlinge aus Libyen in der ganzen Welt umzusiedeln - da der Widerstand innerhalb der EU zu groß ist. Innerhalb der EU stellt die EU-Kommission pro aufgenommenem Flüchtling und Migrant 10.000 Euro bereit.

Angesichts des Widerstands vieler europäischer Staaten will Italien die in Libyen gestrandeten Flüchtlingen weltweit umsiedeln.

In einem Pilotprojekt könnten zunächst rund tausend besonders schutzbedürftige Flüchtlinge von Ländern in der ganzen Welt aufgenommen werden, die sich dazu bereit erklären, sagte der italienische Außenminister Angelino Alfano am Donnerstag vor einem Parlamentsausschuss in Rom.

Alfano bezeichnete das Verfahren als „revolutionär“.

Er räumte zugleich ein, dass viele der potenziellen Gastgeberländer, die keine Botschaft in Libyen mehr hätten, auf anderen Wegen genaue Informationen über die betreffenden Flüchtlinge erhalten müssten.

10.000 Euro pro aufgenommenem Flüchtling

Italien ist eines der Hauptankunftsländer für Flüchtlinge und Migranten, die in die EU wollen. Seit 2014 trafen über 600.000 Menschen aus Afrika, Asien und dem Nahen Osten in dem südeuropäischen Land ein. Viele von ihnen kamen über die Mittelmeer-Route aus Libyen.

Das hoch umstrittenes Programm zur Umverteilung von Flüchtlingen innerhalb der EU lief am Mittwoch aus. Doch nur rund ein Fünftel der bis zu 160.000 Asylsuchenden, die zur Entlastung der Hauptankunftsländer Italien und Griechenland mit Hilfe eines Quotensystems auf andere EU-Staaten verteilt werden sollten, fand tatsächlich eine neue Heimat.

Die EU-Kommission will nun die Mitgliedstaaten zur freiwilligen Aufnahme von „mindestens 50.000“ schutzbedürftigen Flüchtlingen in den kommenden beiden Jahren bringen. Sie stellt demnach pro aufgenommenem Flüchtling 10.000 Euro bereit.

Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber sollen gleichzeitig beschleunigt werden. (afp)



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