Promotion in Südkorea: Windows 10 liest alles mit.Foto: JUNG YEON-JE/AFP/Getty Images

Windows 10: Bundestrojaner der USA

Epoch Times1. August 2015 Aktualisiert: 1. August 2015 13:14
Datenschutz in Windows 10: "Alles einsammeln, was Sie mit und auf Ihren Geräten tun, sagen und schreiben, um damit mehr zielgerichtete Werbung zu verkaufen oder Ihre Daten an Dritte zu verkaufen."

Microsoft hat mit der Veröffentlichung von Windows 10 auch neue Datenschutzbestimmungen und einen neuen Servicevertrag geschaffen, der ab heute gilt. Heise hat sich diese genauer angesehen.

Die European Digital Rights (EDRi), die internationale Vereinigung von Bürgerrechtsorganisationen, bestätigt, dass beide Richtlinien zusammen auf Englisch 45 Seiten lang sind und Microsoft weitgehende Möglichkeiten einräumen, auf die Daten der Nutzer zuzugreifen:

"Man kann sagen, dass Microsoft sich im Grunde sehr weitgehende Rechte einräumt, alles einzusammeln, was Sie mit und auf Ihren Geräten tun, sagen und schreiben, um damit mehr zielgerichtete Werbung zu verkaufen oder Ihre Daten an Dritte zu verkaufen".

Standardmäßig übermittelt Windows nach Hause:

– Standort des Gerätes (abhängig von den Fähigkeiten des Geräts)
– Web-Browser-Verlauf, Favoriten und Webseiten, die der Benutzer geöffnet hat
– Apps, die der Nutzer aus dem Windows Store installiert
– "Daten zur Eingabe-Personifizierung". Dazu zählen u.a. biometrische Daten über die Aussprache, den Schreibstil und wie er auf Windows-Geräten tippt.
– eine eindeutige, nicht veränderbare Werbe-ID – die von App-Programmierern und Werbezwecken verwendet werden kann, um "relevantere Werbung anzubieten"
– anhand des Microsoft-Logins wird der Nutzer auf allen Microsoft-Geräten (Windows-Geräte, Online-Dienste, Xbox, Smartphone…) wiedererkannt
– Aktiviert man die Geräteverschlüsselung erzeugt Windows 10 einen Wiederherstellungsschlüssel. Dieser wird standardmäßig in der Microsoft-Cloud im OneDrive-Konto des Nutzers gespeichert.

Digitale Assistentin Cortana

Cortana sammelt an den verschiedensten Stellen Informationen, um ihre Funktionen überhaupt anbieten zu können. Dazu gehören: Kalenderdaten, verwendete Anwendungen, Informationen zu Anrufen, Kontakten, Inhalte von Mails und SMS und wie oft man mit diesen agiert. Weiterhin recherchiert sie zu den Interessengebieten des Nutzers.

Heise schreibt, dass laut Microsofts Deutschland-Chef Alexander Stüger die von Cortana gesammelten Daten nicht für Werbezwecke verwendet werden sollen.

Cortana zeigt in ihrem Notizbuch, was sie über den Benutzer weiß. Ob sie jedoch alles anzeigt, ist ungewiss. Ausgeschaltet werden kann sie in der Windows 10 – Version für die Allgemeinheit nicht. Bisher ist bekannt, was alles nicht geht: Einstellung "Aus" während des Upgrades, "Einstellungen"-Apps/Softare/Programme und auch das Löschen des Ordners Microsoft.Windows.Cortana_… unter C:WindowsSystemApps. Cortana ist anschließend wieder da.

Anmeldung mittels Gesichtserkennung

Nutzer des „Windows Hello“ können sich mit einer Intel RealSense-Kamera F200 bei Windows 10 anmelden. Das heißt, dass diese Nutzer kein Passwort mehr eingeben, sondern ihr Gesicht mit den Kameras aufgenommen wird und sie sich mittels ihrer biometrischen Daten anmelden. Im Herbst will Intel eine USB-Version dazu herausbringen. Eine der drei Kameras von RealSense, die in der Technik steckt, ist eine Infrarotkamera, d.h. die Biometriedaten des Nutzers werden auch am Wärmebild abgelesen.

Die Schnüffelsoftwarefreie Version ist "Windows 10 Enterprise 2015 LTSB"

LTSB bedeutet "Long Term Servicing Branch“. In dieser Version verzichtet Microsoft auf die bei Windows 10 obligatorischen Funktionsupdates und macht nur Sicherheitsupdates. Aber auch hier lassen sich Funktionsupdates nicht auf Dauer verhindern, es kann jedoch selbst bestimmt werden, wann diese erfolgen.

In der Community von Heise wird weiterhin auf folgendes hingewiesen:

Nur diese Version hat Cortana deaktiviert, Edge (eine neue Browservariante) und auch die Telemetriedaten können abgeschaltet werden, das betrifft auch den Windows-Store und die vorinstallierten Apps – es ist fast wie NT/2000.

Diese Windows-Version ist für große Firmen und Entwickler gedacht, die Volumenlizenzkeys kaufen. Man findet diese nicht im Laden. Kleine Unternehmen und Firmen können mit dem Open License-Programm von MS ab 5 Lizenzen Volumenlizenzen kaufen. Der Privatanwender hat das Nachsehen. (ks)


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