Neues Transportsystem bringt tonnenschwere Entlastung

Das Karlsruher Institut für Technologie hat in Zusammenarbeit mit der Industrie ein neues Transportsystem für schwere Lasten entwickelt. Derzeit können bis zu 15 Fahrzeuge zusammenarbeiten und Lasten bis 40 Tonnen bewegen.
Neues Transportsystem bringt tonnenschwere Entlastung
Mit einem neuartigen Schwarm-Transportsystem sollen der Umzug sowie Austausch von Produktionsanlagen erleichtert werden.Foto: Markus Breig, KIT
Von 1. September 2023

Regelmäßig müssen Unternehmen ihre Produktionsmaschinen aufgrund des Alters oder wegen geänderter Anforderungen austauschen. Wegen des hohen Gewichts oder beengten Platzverhältnissen ist dies häufig sehr aufwendig. Aus diesem Grund passieren Auf-, Um- oder Abbau oft noch per Hand mithilfe sogenannter Panzerrollen. Das Spin-Off FORMIC Transportsysteme des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) hat dafür ein teilautomatisiertes, Schwarm-artiges Transportsystem entwickelt.

„Unser System besteht aus einer Vielzahl separat angetriebener Fahrzeuge, die im Verbund ein Gewicht von bis zu 40 Tonnen vom Boden anheben und teilautomatisiert versetzen können“, sagt Dr. Maximilian Hochstein vom Institut für Fördertechnik und Logistiksysteme am KIT. Dies ist vergleichbar mit einer Gruppe Ameisen, die in Gemeinschaftsarbeit schwere Objekte transportieren können.

Der Transport so schwerer Lasten ist durch die Kopplung von bis zu 15 Fahrzeugen möglich. Doch bereits ein einzelnes Fahrzeug ist in der Lage, ein Gewicht von 2,5 Tonnen zu bewegen. „Diese sind mittels Funk verschaltet und mit Kameras ausgestattet, sodass sie sich selbst koordinieren und synchron agieren“, so Hochstein. Die Idee des Transportsystems entstand im Rahmen mehrerer Projekte zwischen Forschern des KIT und industriellen Firmen.

Entlastung auf Knopfdruck

Zukünftig können Produktionsmaschinen also von einer Person ausgetauscht oder angepasst werden. „Maschinen, Anlagen und Güter verschiedenster Größen und Gewichte können von einer einzelnen Person komfortabel und sicher angehoben und ferngesteuert bewegt werden“, erläutert Dr. Benedikt Klee vom Institut für Produktionstechnik. Gesteuert wird das Transportsystem mit einem Joystick – dieser müsse zwar noch händisch bedient werden, die Transporter würden die Befehle aber automatisch koordinieren.

„Die Last wird vom Boden angehoben und anschließend hochflexibel bewegt“, sagt Klee. „Bereits ein Verbund aus drei Fahrzeugen ermöglicht den Transport einer typischen Produktionsmaschine im verarbeitenden Gewerbe.“ Derartige Anlage können Gewichte von 5 bis 20 Tonnen haben.

Innovativ sei sowohl das Schwarm-Konzept selbst als auch die Mechanik der einzelnen Fahrzeuge und die Steuerungssoftware. In der Theorie könnten auch mehr als 15 Fahrzeuge gekoppelt und damit noch schwerere Lasten bewegt werden. In der Praxis stehe dem die Sicherheitssteuerung derzeit noch entgegen.

Ansprechen wollen die Gründer insbesondere Dienstleister für Betriebs- und Maschinenumzüge und Firmen, die intern häufig Maschinentransporte oder Ähnliches durchführen müssen. Auch Hersteller großer Maschinen wie Werkzeugmaschinen zählen zur Zielgruppe, da mit ihrem Transportsystem selbst bei der Fertigung schwerer Maschinen eine getaktete Fließfertigung realisiert werden kann.

(Mit Material des Karlsruher Instituts für Technologie)



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