Der humanoide Roboter Pepper soll in der Pflege helfen. Geht es nach norwegischen Kindern, aber nicht den eigenen Großeltern.Foto: JOHN THYS/AFP/Getty Images

Studie: Kinder stehen Robotern zum Teil skeptisch gegenüber

Von 17. August 2020 Aktualisiert: 17. August 2020 17:34
Norwegische Forscher haben Kinder zwischen 6 und 13 Jahren nach ihrer Einstellung gegenüber Robotern gefragt. Komplexe humanoide Roboter schnitten dabei schlecht ab. Sie machten den Kindern Angst.

Im Rahmen einer Forschungsmesse fragten Forscher der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie (NTNU) Besucher nach ihrer Einstellung gegenüber Robotern. Die Messe ist spezial an Kinder gerichtet, um sie an die Wissenschaft und die Arbeit von Forschern heranzuführen. Roger A. Søraa und sein Forschungsteam der Abteilung für Neuromedizin und Bewegungswissenschaft hatten dabei drei verschiedene Roboter im Gepäck.

„Da sich der aktuelle Diskurs über Sozialroboter stark auf die Altenpflege bezieht, ist es interessant zu erfahren, was junge Menschen über Roboter denken, die sich um ältere Menschen kümmern, insbesondere im Kontext ihrer eigenen älteren Familienmitglieder“, sagt Søraa. Auf der Messe fragte Søraa dazu Kinder zwischen 6 und 13 Jahren. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher kürzlich in der Zeitschrift „AI & Society“.

Pepper, AV1 und Tessa – Skepsis gegenüber Humanoiden

Die Kinder auf der Forschungsmesse lernten drei verschiedene Roboter kennen. Einer davon war der Roboter Pepper. Der Humanoide ist ein fortgeschrittener sozialer Roboter, der in erster Linie als persönlicher Assistent konzipiert ist. Pepper kann sprechen – hat aber Schwierigkeiten mit Dialekten -, sich bewegen und tanzen.

Einen gänzlich anderen Ansatz verfolgt Tessa. Der „Blumentopf mit Augen“ ist ein physischer Avatar für ein Smart-Home-System und soll Menschen mit Demenz helfen, die allein leben. Tessa lernt beispielsweise, wann Bewohner üblicherweise essen und kann sie daran erinnern, wenn sie es vergessen.

Der dritte Roboter, AV1, richtet sich an Kinder, die keine reguläre Schule besuchen können. Der Schulroboter ähnelt Tessa und kann mit seinen Augen dem Unterricht im Klassenzimmer folgen. Der abwesende Schüler kann den Roboter von zu Hause aus steuern und das Geschehen im Unterricht mit einer mobilen App verfolgen.

„Die Einstellung der Kinder zu Robotern war relativ positiv, neugierig und forschend, aber sie fanden Pepper ein wenig beängstigend“, sagt Søraa. Den Grund dafür sieht der Forscher in Peppers Größe, der mit 1,20 Meter einige Kinder überragt.

„Wenn die Roboter eine klare Aufgabe haben, wie Tessa, der Blumentopf-Roboter, und AV1, der Unterrichts-Roboter, wirken sie weniger einschüchternd […], da wir leichter verstehen können, was ihre Aufgabe ist“, sagt Søraa. Die Forschung hat auch gezeigt, dass ein Roboter „umso furchteinflößender wird, je mehr er einem Menschen ähnelt“.

Roboter können älteren Menschen helfen, aber nicht den eigenen Großeltern

Die Kinder zeigten sich generell positiv gegenüber Robotern als Hilfe bei verschiedenen Aufgaben für ältere Menschen. Auf die Frage, ob ihre eigenen Großeltern von Robotern profitieren könnten, waren sie jedoch eher skeptisch.

Während 76 Prozent zustimmten, dass Pepper älteren Menschen helfen könnte, waren nur 60 Prozent der Meinung, dass ihre eigenen Großeltern von Peppers Hilfe profitieren würden. „Dieser Unterschied könnte möglicherweise dadurch erklärt werden, wie die Kinder ihre eigenen Großeltern als relativ fit empfinden“, sagt Søraa.

Besonders positiv standen die Kinder Tessa gegenüber. Die Kinder mochten die Idee eines sprechenden Blumentopfes als besondere Gedankenstütze. Mehr als 97 Prozent stimmten zu, dass Tessa älteren Menschen helfen könnte. 86 Prozent waren der Meinung, dass Tessa auch im Haus ihrer eigenen Großeltern ein nützliches Hilfsmittel wäre.

(Mit Material der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie)


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