Ausverkauf nach China und USA: In Deutschland wird das Holz knapp und teuer

Epoch Times10. Mai 2021 Aktualisiert: 10. Mai 2021 12:11
Holz in Deutschland wird knapp und teuer, da Länder wie China und die USA horrende Summen an die Sägewerke zahlen - und das bei geringeren Qualitätsanforderungen. Die Folge sind Lieferfristen in Deutschland von bis zu 28 Wochen.

Immer mehr Holz aus Deutschland wird ins Ausland verkauft. Die Menge des ausgeführten Rohholzes stieg von 2015 bis 2020 um mehr als das Dreifache, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Im Corona-Jahr 2020 exportierte Deutschland rund 12,7 Millionen Kubikmeter, das waren 42,6 Prozent mehr als 2019. Gut die Hälfte davon ging nach China.

Der Bauboom während der Corona-Pandemie habe die Nachfrage nach Holz als Baustoff im In- und Ausland angekurbelt, erläuterten die Statistiker. Exportiert wurde vor allem Fichten- und Tannenholz – der Anteil betrug 2020 fast 84 Prozent. Der Wert des ausgeführten Holzes insgesamt betrug rund 845 Millionen Euro.

Wichtigster Absatzmarkt für deutsches Holz war China, gefolgt von Österreich und Belgien. Der Verkauf in die Volksrepublik nahm in den vergangenen Jahren stark zu – 2015 betrug der Anteil des dorthin exportierten Holzes nur rund zehn Prozent.

Der hohen Nachfrage stand 2020 auch ein hohes Angebot gegenüber: In Deutschland wurden so viele Bäume gefällt wie noch nie: 80,4 Millionen Kubikmeter, wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilte. Grund waren demnach aber vermehrte Waldschäden infolge von Insektenbefall, der durch Trockenheit und Hitze begünstigt wurde. Der Schadholzeinschlag aufgrund von Insektenschäden machte den Angaben zufolge mehr als die Hälfte (53,8 Prozent) des gesamten Holzeinschlags im Jahr 2020 aus.

Deutschland geht das Holz aus

Die Kehrseite davon: In Deutschland wird das Holz knapp. Wie die „ARD“ berichtete, seien die Auftragsbücher der Zimmermänner in Deutschland zwar voll, aber die Holzvorräte leer.

„Wenn wir unser Material nicht schnell genug bekommen, kann es passieren, dass wir im Sommer, wenn es bei uns richtig boomt, Kurzarbeit anmelden müssen. Wegen Materialmangel. Das gab’s noch nie“, sagt ein Zimmermeister gegenüber dem Sender. Wenn ihm noch sogenanntes Schnittholz angeboten wird, sei es doppelt so teurer als noch vor wenigen Monaten. Den Preis muss er auf seine Kunden umwälzen.

Auch die Inhaberin eines Sägewerkes sagt dem Sender, dass das Holz deutlich teurer sei als zu Jahresbeginn. Horrende Summen würden geboten, damit man liefert und die Baustellen nicht stillstehen. Der Markt mache den Preis. Vor kurzem habe ein Festmeter Fichte noch etwa 30 Euro gekostet. Jetzt sei man schon bei fast 90 Euro angekommen.

Lieferfristen in Deutschland von bis zu 28 Wochen

Das Blatt „Land&Forst“ berichtet ebenfalls, dass der Markt für Bauholz in Deutschland „leer“ sei, die Preise für Konstruktionsholz hätten sich verdoppelt. Sogar Preisanstiege zwischen 100 und 300 Prozent bei Sparren, Brettern und Balken seien dabei keine Seltenheit. Die Arbeitsgemeinschaft Rohholz (AGR) warne nun davor, dass die Situation noch schlimmer werden könnte.

Deutsche Sägewerke verzeichneten neben China vor allem einen starken amerikanischen Nachfrageanstieg für Nadelschnittholz. Der Import aus Kanada sei dort ins Stocken geraten. Aufgrund dieses Engpasses könnten „deutsche Sägewerke in den USA für Schnittholz mehr erlösen, als bei Lieferungen in den heimischen Markt – und das bei geringeren Qualitätsanforderungen“. Die Folge sei eine „Verknappung des Nadelschnittholzes für Bauunternehmen und Zimmereien in Deutschland und extrem lange Lieferfristen von bis zu 28 Wochen“. Viele Bauprojekte würden „wegen des Holzmangels nicht fristgerecht begonnen oder fertiggestellt werden können“. Die Preisspirale bewege sich zugunsten der Sägewerke „weiter nach oben“. (nmc/afp)



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