Börsen bleiben volatil: Gold überwindet die 1500-Dollar-Marke

Von 7. August 2019 Aktualisiert: 7. August 2019 19:45
Nachdem der Dow Jones am Dienstag die Verluste vom Wochenbeginn teilweise wettmachen konnte, belastet ihm am heutigen Mittwoch wieder die Unsicherheit über mögliche chinesische Reaktionen auf jüngst verkündete US-Strafzölle. Die Volatilität lässt Anleger ins Gold flüchten.

Die Rückkehr der Volatilität in die Finanzmärkte hat eine Fluchtwelle der Anleger in das Gold als Inbegriff eines stabilen Wertträgers auch in unsicheren Zeiten beflügelt. Am Mittwoch (7.8.) stieg der Preis der Feinunze des Edelmetalls erstmals seit 2013 wieder auf mehr als 1500 US-Dollar.

Am teuersten war Gold im Laufe der 2010er Jahre jedoch in den letzten Monaten des Jahres 2011, als man für den Erwerb einer Feinunze sogar mehr 1800 US-Dollar hinblättern musste. Dagegen war Gold mit etwas über 1050 US-Dollar im Jahr 2016 verhältnismäßig preisgünstig.

Handelskrieg mit China und Notenbankpolitik machen Börsen nervös

Anlass für den neuerlichen Run ist die jüngste Achterbahnfahrt der Börsen. Der US-Dollar hatte infolge der Zinssenkung der Fed jüngst leicht nachgegeben, was das in dieser Währung gehandelte Gold günstiger macht. Der Handelsstreit zwischen den USA und der Volksrepublik trägt ebenfalls zu einer uneinheitlichen Entwicklung an den Börsen bei.

Vor allem der US-Leitindex Dow Jones wurde, nachdem er im Juli ein Rekordhoch von 27.398,68 Punkten erreicht hatte, im Laufe der vorangegangenen Tage durch Gewinnmitnahmen und Sorgen um die weitere Entwicklung des China-Konflikts belastet. Am 1. September sollen jüngst angekündigte verschärfte US-Strafzölle auf chinesische Waren in Kraft treten. Dies nährt Unsicherheit ob zu erwartender Gegenmaßnahmen aus Peking. 

Am Montag hatte der Dow deshalb um 500 Punkte tiefer als zum Börsenschluss des Freitags der Vorwoche eröffnet und im weiteren Verlaufe des Tages um weitere etwa 300 Punkte abgebaut. Tags darauf konnte er die Verluste zum Teil wieder egalisieren, am heutigen Mittwoch zeichnet sich jedoch wieder ein spürbares Minus ab. Auch in den USA stieg deshalb die Nachfrage nach Gold und Staatsanleihen – die zwar auch an Wert verloren haben, im Unterschied zu manchem europäischen Titel jedoch zumindest nicht mit Negativzinsen belastet sind.

Hort der Stabilität

Auch Nachrichten der neuseeländischen Zentralbank, die ihren Leitzins stärker als erwartet auf ein Rekordtief von einem Prozent gesenkt hat, und ein ähnlicher Schritt der thailändischen Notenbank hinterließen ihre Wirkung.

Gold galt zu jeder Zeit als sicherer Hort, mit dem man nichts falsch machen konnte, selbst wenn die politische oder wirtschaftliche Großwetterlage stürmisch war. Unter Druck kommt der Goldpreis regelmäßig allenfalls dann, wenn die Aktienmärkte erhebliche Aufwärtsbewegungen aufweisen und das Wirtschaftswachstum entsprechend hoch ist.

In diesen Fällen veranlasst der Umstand, dass Gold zwar Stabilität verheißt, aber keine Zinsen abwirft, doch den einen oder anderen, lieber in Anlagen zu investieren, die Rendite versprechen – nicht selten, um beim ersten Anzeichen einer Eintrübung dann doch lieber wieder zurück ins Gold zu gehen.

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN