Monsanto.Foto: iStock

Bayer: Monsanto-Listen mit Kritikern waren nicht illegal

Epoch Times5. September 2019 Aktualisiert: 5. September 2019 20:54
Die von Monsanto erstellten Listen mit Kritikern haben laut dem Mutterkonzern Bayer weder gegen geltendes Recht noch interne Dienstanweisungen verstoßen.

Die vom US-Saatgutkonzern Monsanto erstellten Listen mit Kritikern haben laut dem Mutterkonzern Bayer weder gegen geltendes Recht noch interne Dienstanweisungen verstoßen. Die mit der Untersuchung beauftragte Kanzlei Sidley Austin habe keine Beweise gefunden, dass die Listen mit 1475 Kritikern aus mehreren europäischen Ländern illegal gewesen seien, teilte Bayer am Donnerstag mit. Die Listen basierten demnach auch nicht auf illegalen Überwachungen.

Anfang Mai war in Frankreich bekannt geworden, dass Fleishman Hillard im Auftrag Monsantos Ende 2016 und 2017 Listen mit Kritikern führte. Laut einem Bericht des Senders France 2 wollte Monsanto die Kritiker „erziehen“, besonders hartnäckige Gegner sogar „überwachen“. Bayer entschuldigte sich und beauftragte die Kanzlei mit der Untersuchung.

In der Zeit der Listenerstellung tobte der Streit um eine Zulassungsverlängerung des Unkrautvernichters Glyphosat. Ende November 2017 wurde die Zulassung des Mittels in der EU für weitere fünf Jahre beschlossen.

Die Auswertung von Dateien, E-Mails, Verträgen und anderen Unterlagen „aus Quellen von Monsanto“ habe nun ergeben, dass die Listen „detailliert, methodisch und darauf ausgerichtet waren, Monsantos Positionen gegenüber Interessengruppen und der Öffentlichkeit deutlich zu vertreten“, heißt es in dem Bericht der Kanzlei. Die Inhalte stammten hauptsächlich aus öffentlich zugänglichen Informationen wie Presseartikeln oder Social-Media-Accounts.

„Keinen Nachweis“ habe die Kanzlei für Vorwürfe gefunden, dass auf den Listen auch Hobbys, Freizeitaktivitäten oder andere persönliche Interessen dokumentiert worden seien. Bayer sehe daher keine Verstöße gegen damals geltendes Recht oder interne Dienstanweisungen von Monsanto, erklärte der Konzern.

Auf den Listen werden laut Bayer insgesamt 1475 Menschen geführt. Die meisten arbeiteten in Frankreich (466) oder für EU-Institutionen (339). Aus Deutschland stammten 202 Menschen. Alle wurden laut Bayer bis zum 31. August informiert. Das Angebot, ihnen die gesammelten Daten zuzusenden, nahmen bislang 250 davon an. 34 Menschen wandten sich auf eigene Initiative an Bayer und baten um Auskunft – fünf von ihnen standen auf einer Liste, wie der Konzern weiter mitteilte.

Der bei Bayer für das Thema Nachhaltigkeit zuständige Matthias Berninger erklärte, die Untersuchung sei nun abgeschlossen. „Wir freuen uns, dass die unabhängige Untersuchung ohne Erkenntnisse zu illegalem Verhalten abgeschlossen wurde.“ Bayer stehe für offenen Dialog und gegenseitigen Respekt. (afp)


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