Weihnachtsaktion

Weihnachtsangebot:
Verschenken Sie 6 Monate für 59 €

The Epoch Times The Epoch Times

Kein Abo

Läuft automatisch aus.

Existenzangst, Gastgewerbe
Restaurantbesitzer haben immer häufiger Existenzangst.Foto: iStock

Existenzangst im Gastgewerbe: Deutsche sparen besonders bei Restaurantbesuchen

Von 17. November 2022
Wenn das Geld knapper wird, spart man zuerst an den weniger lebensnotwendigen Dingen. Die Deutschen neigen offenbar am ehesten dazu, an der Gastronomie zu sparen.

Die Krise im Gastgewerbe reißt nicht ab. Nach zwei Jahren Corona-Einbußen machen der Branche nun steigende Lebensmittelpreise und erhöhte Energiekosten zu schaffen. Nicht wenige Betriebe bangen um ihre Existenz.

Wie die Ergebnisse einer Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes belegen, erlebt die Branche eine beispiellose Kostenexplosion bei Energie, Lebensmitteln und Personal. Laut den Angaben der Umfrageteilnehmer wuchsen die Energiekosten seit Oktober 2022 um durchschnittlich 55 Prozent – ab Januar 2023 um 96 Prozent. Sieben Prozent der Unternehmen aus diesen Bereichen meldeten bereits im September Kostenerhöhungen von über 200 Prozent und mehr. Für 92,3 Prozent der Betriebe stellen die extremen Energiekostensprünge die größte aktuelle Herausforderung dar.

Wie der Präsident des DEHOGA-Branchenverbandes in Sachsen-Anhalt, Michael Schmidt, gegenüber dem „MDR“ sagte, hätten viele Inhaber aufgrund der Corona-Krise ihre Rücklagen bereits aufgebraucht. Jetzt schlügen die hohen Energiepreise zu Buche. Am meisten störe die Unsicherheit, dass man heute nicht wisse, was morgen passiert. Manche Betriebe könnten etwa bis zu 800 Prozent höhere Energiekosten haben, so Schmidt. Das seien dann fast Todesstöße.

Erschwerend hinzu kommen die in die Höhe schnellenden Preise für Lebensmittel und Getränke, mit einem Plus von 26 Prozent im September – beziehungsweise 17 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat – sowie die Kosten für Personal, die im September um 19 Prozent höher lagen als im Vorjahresmonat.

In der Folge gehören die steigenden Lebensmittelpreise für 79,9 Prozent und die steigenden Personalkosten für 65,1 Prozent der Betriebe neben den Rekord-Energiepreisen zu den größten Herausforderungen der Branche. In den meisten Betrieben können die exorbitanten Kostensteigerungen nur teilweise über Preissteigerungen an die Gäste weitergegeben werden.

Hälfte der Deutschen finanziell schlechter gestellt

Nicht nur die Gastronomen leiden unter den Kostenexplosionen, auch ihre Kunden. Diese scheinen besonders in Deutschland am Essengehen zu sparen, wenn das Geld knapper wird.

In einer internationalen Umfrage der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) sagten 62 Prozent der in Deutschland befragten Menschen, dass sie seltener essen gehen. Lieferdienste leiden offensichtlich noch stärker: 68 Prozent bestellen seltener Essen und/oder Getränke nach Hause. Knapp zwei Drittel sagten zudem, dass sie weniger Verbraucherkredite abschließen.

BCG ließ insgesamt gut 9.200 Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA befragen. Demnach sparen die Menschen überall am Konsum, aber nicht in jedem Bereich in vergleichbarem Ausmaß. Die Deutschen neigen der Erhebung zufolge am ehesten dazu, an der Gastronomie zu sparen. So sagten 30 Prozent der Amerikaner, seltener essen zu gehen.

Laut Umfrage macht die Teuerung in allen vier Ländern einer Mehrheit von durchschnittlich 87 Prozent Sorgen. Im internationalen Schnitt sagten 55 Prozent, dass sie finanziell schlechter gestellt seien als ein halbes Jahr zuvor – in Deutschland waren es 53 Prozent. Gefragt wurde schon im August. Die Inflationsraten sind in allen vier Ländern vergleichsweise hoch.

Immer mehr Betriebe mit Existenzangst

Auch die Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes bestätigt einen Rückgang der Kundschaft. Im September lagen die Umsätze der Restaurants und Hotels mit einem Minus von 7,0 Prozent wieder deutlich unter dem Vorkrisenniveau im September 2019. Für den Zeitraum von Januar bis September meldet die Branche ein Umsatzminus von 10,0 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019.

Bereits in den vergangenen zwei Jahren mussten die Gastronomen und Hoteliers coronabedingte Umsatzverluste von jeweils real rund 40 Prozent verkraften. Auch ausweislich der Zahlen des Statistischen Bundesamtes droht 2022 für die Branche zum dritten Verlustjahr in Folge zu werden. Wie aus der Umfrage weiter hervorgeht, bangen 66,1 Prozent der Gastro-Betriebe erneut um ihre Existenz.

Im Vergleich zum August sind das um fast 30 Prozentpunkte mehr Betriebe mit Existenzangst – vor einem Monat lag der Wert noch bei 37,7 Prozent. Fast jeder dritte Betrieb (29,6 Prozent) befürchtet, im Jahr 2022 in die Verlustzone zu geraten, für 2023 gibt das mehr als jeder zweite Betrieb (53,5 Prozent) an.

Sachsen-Anhalts DEHOGA-Chef Schmidt rechnet damit, dass zum Januar kommenden Jahres nicht alle ihr Geschäft wieder öffnen werden. Er gehe davon aus, dass zehn Prozent der Betriebe diesen Weg gehen. Ursachen sind laut Schmidt aber nicht ausschließlich die Energiekrise, sondern auch Nachwirkungen von Corona und fehlende Nachfolger.

Besucherzahlen bei McDonald’s stabil

Große amerikanische Fastfood-Ketten wie etwa McDonald’s können die Krise besser abfedern als einzelne deutsche Gastro-Unternehmer. Wie die Kette gegenüber der Epoch Times erklärt, habe man zwar auch „mit Preisschwankungen für Energie oder Rohwaren zu kämpfen“, eine Tendenz zu weniger Besucherzahlen zeichne sich im Moment jedoch nicht ab.

„Als in den USA am Aktienmarkt notiertes Unternehmen können wir grundsätzlich keine konkreten Zahlen für den deutschen Markt herausgeben. Ich kann Ihnen allerdings als Tendenz sagen, dass bei uns die Besucherzahlen und die Umsätze stabil bleiben und aktuell nicht zurückgehen“, so eine Pressesprecherin des Hauses. Anfragen an kleinere deutsche Gastro-Betriebe blieben bis Redaktionsschluss unbeantwortet.



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Dies umfasst ebenso abschweifende Kommentare, die keinen konkreten Bezug zum jeweiligen Artikel haben. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.


Ihre Epoch Times - Redaktion