Mehr als die Hälfte des weltweit geförderten Kobalts stammt aus dem Kongo.Foto: Thomas Coombes/amnesty international/dpa

Industrie zu Elektroautos: Rohstoffversorgung gefährdet – Kobaltabbau für E-Batterie extrem umweltschädlich

Epoch Times25. November 2017 Aktualisiert: 26. November 2017 8:44
"Ohne eine ausreichende Versorgung beispielsweise mit Kobalt, Graphit, Lithium oder Mangan wird es keine Zukunftstechnologien `Made in Germany` geben," sagt Matthias Wachter, Abteilungsleiter Sicherheit und Rohstoffe beim Bundesverband der Deutschen Industrie.

Die Industrie warnt angesichts des absehbaren Trends hin zu Elektroautos vor einer massiven Rohstoffknappheit in Deutschland – mit unabsehbaren Folgen für die deutsche Wirtschaft.

„Die Gefahr von Engpässen bei der Rohstoffversorgung steigt“, sagte Matthias Wachter, Abteilungsleiter Sicherheit und Rohstoffe beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der „Welt am Sonntag“. Der Bedarf wachse schneller als die Kapazitäten bei der Förderung.

„Ohne eine ausreichende Versorgung beispielsweise mit Kobalt, Graphit, Lithium oder Mangan wird es keine Zukunftstechnologien `Made in Germany` geben.“

Nach der Abhängigkeit vom Öl stehe Deutschland in absehbarer Zeit vor ganz neuen Zwängen: „Bei den Rohstoffen, überwiegend Metallen, die man für den Bau von Batterien für Elektroautos benötigt, ist die deutsche Wirtschaft völlig auf Importe angewiesen“, sagte Torsten Brandenburg von der Deutschen Rohstoffagentur (Dera).

Das Angebot werde dabei nicht nur immer knapper, die Minenbetreiber könnten außerdem die Preise diktieren. „60 Prozent des global benötigten Kobalts kommen aus dem Kongo, 70 Prozent des Graphits aus China“, sagte Brandenburg. Lithium wird überwiegend in drei Ländern Südamerikas gefördert – und zwar von nur vier Anbietern. Bei 53 von der Dera untersuchten mineralischen Rohstoffen wurden nur zwölf in die Gruppe mit „geringen Beschaffungsrisiken“ eingeordnet.

Siehe: Amnesty International: Deutsche Autokonzerne profitieren von Kinderarbeit im Kongo

„In allen anderen Fällen gibt es entweder nur wenige Anbieter oder die Rohstoffe werden in Ländern mit erhöhten politischen Risiken gefördert“, sagt Brandenburg. Besonders kritisch sei aktuell die Situation bei Kobalt und Graphit, den beiden Treibstoffen für die Batterien der E-Autos. Zwar gebe es auf der Erde reiche Vorkommen, jedoch seien nur wenige Länder bereit, diese Rohstoffe abzubauen – auch weil dies mit erheblichen Umweltbelastungen verbunden sei.

Der Bedarf an Metallen für die Batterien von Elektroautos wird schon in wenigen Jahren deutlich ansteigen. In der Batterie eines BMW i3 beispielsweise befinden sich unter anderem 35 Kilogramm Graphit, zwölf Kilo Nickel, zwölf Kilo Kobalt, zwölf Kilo Mangan und weitere Metalle. Allein Volkswagen will bis 2030 insgesamt 80 E-Modelle auf den Markt bringen und bis zu 50 Milliarden Euro in das Batteriegeschäft investieren. (dts)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion