Das Wirecard Hauptquartier in Aschheim.Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images

Wirecard-Skandal: „Medienunterstützender Verein“ hinter Einbruch in Marsalek-Villa?

Von 2. Oktober 2020 Aktualisiert: 1. Oktober 2020 20:20
Rätselraten nach Einbruch in Luxusvilla des flüchtigen Wirecard-Managers Jan Marsalek in München: Ein Nachrichtendienstmitarbeiter hat sich an das Portal „oe24“ gewandt und erklärt, es gäbe Hinweise, dass ein „medienunterstützender Verein“ hinter der Tat stecken könnte.

Am 19. Juni soll sich der frühere Manager des nach einem Bilanzfälschungsskandal insolventen früheren DAX-Konzerns Wirecard, Jan Marsalek, mit einem Privatjet vom niederösterreichischen Bad Vöslau aus nach Weißrussland abgesetzt haben. Mittlerweile soll er in Moskau abgetaucht sein.

In seine Villa in München soll jedoch schon vor Wochen eingebrochen worden sein. Das Portal „oe24“ präsentiert dazu nun pikante Informationen.

In aller Ruhe Marsalek-Villa durchsucht

„Oe24“ schreibt, ein Informant aus nachrichtendienstlichen Kreisen, der bereits seit mehreren Jahren vertraulich mit dem Medium zusammenarbeite, habe die Redaktion in der Nacht auf Donnerstag (1.10.) darüber informiert, dass es in der Villa des Managers an der Münchner Prinzregentenstraße bereits im August einen Einbruch gegeben habe.

Dabei seien alle Räume durchsucht worden. Weder die Polizei noch deutsche Medien hätten über den Vorfall bis dato nähere Auskünfte gegeben.

Der Einbruch soll sich am Wochenende des 28. bis 31. August zugetragen haben. Die Alarmanlage habe angeschlagen. Nachdem die Hausbetreuung jedoch davon sprach, dass lediglich ein Fenster offen geblieben wäre, sei keine Polizei angerückt. Der oder die Täter konnten sich in weiterer Folge in aller Ruhe in den Räumlichkeiten umsehen.

Nach Wirecard-Skandal das Weite gesucht

Wie „oe24“ schreibt, sollen mehrere bedeutsame Persönlichkeiten bei dem flüchtigen 40-Jährigen zu Gast gewesen sein. Unter ihnen war offenbar auch ein für die sicherheitspolitische Planung der Republik Österreich zuständiger General des Bundesheeres.

Dieser soll sich auch in einem nicht weit entfernten Restaurant mit Marsalek sowie den prominenten Ex-Politikern Edmund Stoiber, Wolfgang Schüssel und Nicolas Sarkozy getroffen haben. Dieses Treffen war im August bekannt geworden.

Marsalek, dem auch gute Kontakte zu Nachrichtendiensten, unter anderem dem österreichischen Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, nachgesagt werden, hat sich offenbar ins Ausland abgesetzt, um nach dem Auffliegen des Bilanzskandals mit einer Schadenssumme von etwa zwei Milliarden Euro nicht für die deutsche oder österreichische Justiz greifbar zu sein.

„Deutschen oder russischen Geheimdiensten hätte es nichts gebracht“

Der „oe24“-Informant schließt aus, dass es sich bei der Durchsuchung um eine Polizeiaktion gehandelt hatte. „Zufälle gibt’s bei diesem Fall sicher nicht“, äußerte er gegenüber dem Portal und mutmaßte, dass es sich um eine Auftragstat gehandelt haben könnte.

Was mögliche Auftraggeber anbelangt, sieht er beim BND oder einem russischen Dienst nur geringes Interesse. Anders sieht es mit Förderern von „Rechercheverbünden“ aus, wie sie beispielsweise schon 2016 teilweise mit illegalen Mitteln an die sogenannten Panama Papers gelangt waren. „Oe24“ zitiert den Informanten mit den Worten:

„Der Blick wandert in Richtung medienunterstützende Vereine. Es wäre vorstellbar, dass eine derartige Gruppe diese Operation finanziert hat, um anschließend vertrauliche Informationen an gewisse Medien weiterzugeben.“



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