Foto: Emmanuel Dunand/AFP/Getty Images

US-Handelsdefizit könnte doppelten Rückfall auslösen

Von 21. November 2009 Aktualisiert: 21. November 2009 1:26

Das US-Handelsministerium meldete am Freitag die Septemberzahlen für den internationalen Handel von Waren und Dienstleistungen. Das Handelsdefizit – die Summe der Importe übersteigt die der Exporte – stieg im August von 30,7 auf 36,5 Milliarden Dollar.

Das Handelsdefizit war ein Hauptgrund für die Grosse Rezession. Jetzt droht es die wirtschaftliche Erholung zu torpedieren und die Arbeitslosigkeit für die absehbare Zukunft auf einem Stand von über 10 Prozent zu halten.

Mehr als alles andere brauchen die US-Unternehmen Kunden — mehr Verkäufe von in den USA hergestellten Waren und Dienstleistungen — um die Wirtschaft anzukurbeln und mehr Amerikaner einzustellen.

Die Defizite beim Öl und beim Handel mit China machen fast das ganze Ungleichgewicht im US-Handel aus und das Geld wird für importierten Kraftstoff und chinesische Kaffeemaschinen statt für in Amerika hergestellte Produkte ausgegeben, was nur durch Exporte ausgeglichen werden könnte.

Mit 2,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zieht das Handelsdefizit von der Nachfrage nach in den USA hergestellten Waren und Dienstleistungen mehr ab als Präsident Obamas Förderprogramm hinzufügt.

Obamas Förderprogramm ist kurzfristig, während das Handelsdefizit dauerhaft besteht. Außerdem wird es noch zunehmen, weil die Ölpreise und die Importe chinesischer Verbrauchsgüter ansteigen werden, da die Welt- und die US-Wirtschaft 2010 wachsen wird.

Wenn die Importe die Exporte wesentlich übersteigen, müssen die Amerikaner viel mehr hergestellte Waren und Dienstleistungen verbrauchen als es ihnen ihre Einkommen ermöglichen; sonst ist die Nachfrage nach dem, was sie herstellen, unzureichend und es kommt zum Investitionsstau, was zu Entlassungen und wirtschaftlicher Rezession führt.

Von 2004 bis 2008 überstieg das Handelsdefizit fünf Prozent des Bruttoinlandprodukts und die Amerikaner liehen sich Geld aus dem Ausland, um mehr zu verbrauchen als sie herstellten und die Wirtschaft am Laufen zu halten. Sie verbuchten zusätzlich überbewertete Wohnungen und Häuser, die mit wackligen Hypotheken finanziert wurden. Wenn es Probleme mit den Hypothekenzahlungen gab, kamen die Banken ins Stolpern, die Preise für Wohnungen und Häuser stürzten ab und die Einzelhandelsverkäufe brachen ein. Die Wirtschaft rutschte in die schlimmste Rezession seit 70 Jahren.

Jetzt sind riesige staatliche Fördergelder notwendig, um die Wirtschaft wieder zu beleben. Sobald die Fördergelder ausgegeben sind, wird die Nachfrage nach in den USA hergestellten Waren und Dienstleistungen sinken und das wachsende Handelsdefizit wird weiter die Nachfrage belasten, wodurch eine neue Runde von Entlassungen und ein zweiter wirtschaftlicher Rückgang drohen werden. Der viel gefürchtete doppelte Rückfall in die Rezession könnte eintreten und die Arbeitslosigkeit könnte auf über 15 Prozent schnellen, was eine zweite Große Depression auslösen würde.

Präsident Obama ignoriert die fundamentalen Gründe für ein wachsendes Handelsdefizit — nämlich Chinas Subventionen für den heimischen Ölverbrauch, die die Weltmarktpreise und die Kosten der US-Ölimporte nach oben treiben, und Chinas zielbewusste Manipulation der Devisenmärkte, die den Yuan gegenüber dem Dollar unterbewertet hält und die Verkäufe chinesischer Waren auf den US-Märkten subventioniert.

Präsident Obamas Maßnahmen, die Rezession zu bekämpfen, werden zu einem unzureichenden, kurzfristigen Aufschwung der US-Wirtschaft führen, aber er hat keine wirkungsvollen Maßnahmen eingeleitet, um das Handelsdefizit zu reduzieren. Er schafft es nicht, Chinas Subventionen für den heimischen Erdölverbrauch entgegenzutreten und erkennt nicht einmal, dass der amerikanische Wohlstand vom chinesischen Unternehmergeist im Umgang mit Devisen bedroht wird.

Maßnahmen der Industrie, exotische Alternativen zu konventionellem Öl — Umweltschutz und batteriebetriebene Autos — zu fördern, werden die Ölimporte für viele Jahre kaum verringern; sie kann Tausende Arbeitsplätze schaffen – aber nicht die Millionen, die in der Rezession verloren gingen.

Falls das Handelsdefizit noch viel länger andauert, könnte das zu einem wirtschaftlichen Armageddon führen, das an die Große Rezession erinnert.

Peter Morici ist Professor an der Smith School of Business, University of Maryland School und ehemaliger Chefökonom der U.S. International Trade Commission.

Originalartikel auf Englisch: Trade Deficit Threatens a Double-Dip Recession, Economic Armageddon

Foto: Emmanuel Dunand/AFP/Getty Images


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