Corona-Impfstoffe lösen weniger Antikörper gegen Omikron-Variante aus

Die Omikron-Virusvariante veranlasste Staaten erneut dazu, die Corona-Maßnahmen zu verschärfen. Laut Wissenschaftlern verläuft die Infektion jedoch noch milder als bei der Delta-Variante. Das Impfen mit den bisher eingesetzten Präparaten zeigt bei dieser Variante kaum Wirkung.
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Pfilzer und BioNTech wollen ihren Impfstoff anpassen, damit er bei der Omikron-Variante besser wirkt.Foto: Pedro Pardo/AFP via Getty Images
Von 22. Dezember 2021
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COVID-19-Impfstoffe lösen weniger Antikörper gegen die Virusvariante Omikron aus, heißt es in einer neuen Studie.

Die Forscher der Universität Oxford untersuchten Blutproben von Personen, die bereits zweimal entweder mit AstraZeneca oder mit Pfizer-BioNTech geimpft wurden. Dabei stellten sie einen „erheblichen Rückgang“ der neutralisierenden Antikörper fest, wobei bei einigen Personen sogar keine Antikörper mehr vorhanden waren.

„Dies wird wahrscheinlich zu vermehrten Durchbruchsinfektionen bei zuvor infizierten oder doppelt geimpften Personen führen, was eine weitere Infektionswelle auslösen könnte“, schreiben die Autoren in einer Vorab-Publikation.

Omikron ist eine Variante des KPC-Virus (Kommunistische Partei Chinas), auch bekannt als SARS-CoV-2, das COVID-19 verursacht. Die Variante wurde im vergangenen Monat von Wissenschaftlern in Südafrika entdeckt und geht laut der Genomsequenzierung positiver Tests mindestens auf Oktober zurück. 

Nach der Entdeckung von Omikron wurden Reiseverbote verhängt. Die Variante gilt zwar als leichter übertragbar als Delta, der in vielen Gebieten vorherrschende Stamm verläuft neuesten Forschungen zufolge jedoch milder. 

Pfizer-BioNTech: Unser Impfstoff wirkt bei Omikron deutlich geringer

Zudem kann die Variante die Immunität durch Impfung und frühere Infektion besser umgehen. So ist der Impfstoff von Pfizer-BioNTech (auch BNT162b2 genannt) gegen Omikron weniger wirksam als gegen andere Stämme des KPC-Virus. Das teilten die Unternehmen am 8. Dezember unter Berufung auf Zwischenergebnisse einer von ihnen durchgeführten Studie mit.

Erste Studien, die neben Pfizer auch von Forscherteams in Schweden, Deutschland und Südafrika durchgeführt wurden, deuten darauf hin, dass die Impfung bei der Omikron-Variante deutlich geringer vor COVID-19-Infektionen schützt.

Die Forscher stellten im Durchschnitt eine mehr als 25-fache Verringerung der neutralisierenden Antikörper gegen die Omikron-Variante im Vergleich zum Wildtyp fest. Dies deute darauf hin, „dass zwei Dosen von BNT162b2 möglicherweise nicht ausreichen, um vor einer Infektion mit der Omikron-Variante zu schützen“, hieß es in einer Erklärung von Pfizer-BioNTech. Antikörper tragen neben T-Zellen zum Schutz vor COVID-19 bei.

Untersucht wurden Immunseren-Proben von Personen, die zwei oder drei Dosen des Impfstoffs erhalten hatten. Die meisten durch die Impfung ausgelösten T-Zellen seien durch Omikron nicht beeinträchtigt worden, heißt es weiter. Dies deute darauf hin, dass die Impfung vor schweren Verläufen schützt.

„Obwohl unterschiedliche Methoden und Typen ausgewählter Seren verwendet wurden, zeigen diese Ergebnisse durchweg ein geringeres Neutralisierungsvermögen von Seren von Geimpften und Genesenen gegen das Omikron-Virus im Vergleich zu anderen SARS-CoV-2-Varianten“, schrieb kürzlich das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten.

Einigen Forschungsergebnissen nach kann eine Auffrischungsimpfung einen Teil des verlorenen Schutzes wiederherstellen. So zeigen die Ergebnisse von Pfizer und BioNTech, dass eine dritte Impfung die Antikörper um das 25-fache erhöht, was dem anfänglichen Impfschutz gegen frühere Varianten entspricht.  

Andere Studien deuten darauf hin, dass die natürliche Immunität nach einer durchgemachten Erkrankung nicht so gut gegen Omikron-Infektionen schützt, auch wenn der Rückgang des Schutzes nicht so ausgeprägt ist.

Die Firmen arbeiten an einem angepassten Impfstoff, der auf Omikron abzielt. Denn sie befürchten, dass die derzeitige Formulierung nicht wirksam genug sei, teilten BioNTech und Pfizer in einer Erklärung mit.

Pfizer-Studie lückenhaft

Die Ergebnisse wurden noch nicht von Fachkollegen geprüft. Außerdem sei die Studie lückenhaft, meinen Kritiker.

„Wir müssen wissen, wie sich dies je nach Alter und vorherigem Infektionsstatus unterscheidet. Diese Daten beziehen sich auf einen Monat nach der Auffrischung – wie sieht es vier Monate nach der Auffrischung aus? Wenn der Schutz vor schweren Krankheitsverläufen erhalten bleibt, wie oft sollten wir auffrischen, um die Neutralisierung zu erhöhen?“ fragte Dr. Walid Gellad, Professor für Medizin an der Universität von Pittsburgh, auf Twitter.

Pfizer reagierte nicht auf Anfragen der Epoch Times, während BioNTech auf eine Pressekonferenz mit dem CEO des Unternehmens, Dr. Ugur Sahin, verwies, die später am Tag stattfand. Darin wurden die wesentlichen Fragen jedoch nicht beantwortet.

Der Antikörper-Spiegel ist die primäre Messgröße für den Schutz vor einer Infektion. Viel wichtiger ist jedoch der Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf, da viele COVID-19-Fälle symptomlos oder mild verlaufen.

Forscher aus Oxford wollen zelluläre Immunität untersuchen

Die Universität Oxford erklärte, ihre Studie zeige nicht, dass Omikron ein höheres Potenzial habe, bei Geimpften eine schwere Krankheit auszulösen.

„Diese Angaben sind wichtig, aber sie sind nur ein Teil der Gesamtheit. Sie beziehen sich nur auf die neutralisierenden Antikörper nach der zweiten Dosis, sagen aber nichts über die zelluläre Immunität aus. Diese wird ebenfalls anhand von gelagerten Proben getestet, sobald die Tests verfügbar sind“, erklärte Matthew Snape, Professor für Kinderheilkunde und Vakzinologie an der Universität, der die Studie mitverfasste.

Weitere Studien sind nötig, um die Aspekte von Omikron zu ermitteln. Der erste Todesfall im Zusammenhang mit dieser Variante wurde am Montag in Großbritannien gemeldet. Es ist unbekannt, ob es sich um eine geimpfte Person handelte.

Dieser Artikel wurde mithilfe des Materials von The Epoch Times USA verfasst. Die Originalartikel sind: COVID-19 Vaccines Induce Lower Antibodies Against Omicron Variant: Study und Pfizer-BioNTech COVID-19 Vaccine Less Effective Against Omicron: Companies (deutsche Bearbeitung von as)



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