COVID-Behandlung: Wird Vitamin C unterschätzt?

Eine Pilotstudie zeigt signifikante Verbesserungen bei Corona-Patienten nach der Zufuhr von hochdosiertem Vitamin C.
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Hoch dosiertes Vitamin C intravenös soll laut Studien eine Covid-Erkrankung abmildern können.Foto: iStock
Von 6. November 2021

Bei Vitamin C denken viele zuerst an Zitronen und eine gesunde Ernährung. Unter dem Fachbegriff Ascorbinsäure bekannt, ist Vitamin C ein zugelassenes und anerkanntes Arzneimittel. Eine Pilotstudie mit intensivpflichtigen COVID-Patienten aus China (1) zeigt erhebliche Verbesserungen des Gesundheitszustandes, nachdem eine Therapie mit hochdosiertem Vitamin C angewendet wurde. Daraufhin wurden Studien zur Vitamin-C-Infusionstherapie bei COVID-19-Patienten in Kanada, Italien, USA und China angestoßen (2). Seit März 2020 wird die intravenöse Hochdosistherapie mit Vitamin C bei COVID-Patienten von der Regierung in Shanghai empfohlen (3).

Vielversprechende Pilot-Studie

In Wuhan, dem Herzen des SARS-CoV-2 Ausbruchs, wurde im Zhongnan Hospital bereits im Februar 2020 eine Studie zur COVID-Behandlung mit Vitamin C begonnen. In einem Podcast des Springer Medizin Verlags (4) erklärt Frau Dr. Claudia Vollbracht die Ergebnisse. Eine Woche lang wurden COVID-Patienten dort mit 24g Vitamin C pro Tag intravenös versorgt.

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Dr. Vollbracht berichtet, dass Patienten mit dieser Behandlung eine signifikante Verbesserung der Sauerstoffversorgung und des Entzündungsmarkers Interleukin 6 verzeichneten. Parallel zur Vitamin-C-Behandlung erhielt eine Kontrollgruppe ein Placebo. In der Placebo-Gruppe verschlechterten sich hingegen die Sauerstoffwerte und der Entzündungsmarker Interleukin 6 nahm zu. Zudem wies die Vitamin-C-Gruppe einen Trend zu weniger Beatmungstagen auf, hatte eine Sterberate von 21,7 Prozent und leicht abnehmende Organschäden.

In der Placebo-Gruppe lag die Sterberate hingegen bei 47,6 Prozent und die Organschäden nahmen weiter zu. Insgesamt bewertet die ausgewiesene Expertin die Tendenz als „sehr beeindruckend“. Die Pilotstudie wurde jedoch nicht vollends beendet und bereits Ende März 2020 abgebrochen. Als Grund geben die Autoren an, dass die Anzahl der COVID-Patienten so stark zurückging und die angestrebte Anzahl von Patienten nicht erreicht wurde.(5) Wie Orthomolecular Medicine News berichtete (6), sollen bereits Ende Februar 2020 50 Tonnen Vitamin C in die chinesische Provinz Hubei (Hauptstadt Wuhan) verbracht worden sein.

Kritik an den Kritikern

Insgesamt fand Vitamin C in der Berichterstattung wenig Berücksichtigung und wenn, wurde die Wirksamkeit von Vitamin C verneint (7) oder als „nicht belegt“ bewertet (8). In der Kritik, Vitamin C hätte keine Wirkung bei COVID, beziehen sich Berichte auf eine Studie der Zeitschrift JAMA (9). Hierin wurden hoch dosierte orale Einnahmen von 8g Vitamin C untersucht.

Dr. Olav Müller-Liebenau blickt auf über 25 Jahre Erfahrung mit Vitamin-C-Hochdosis-Infusionen zurück und erklärt gegenüber Epoch Times, dass eine orale Aufnahme von hochdosiertem Vitamin C bei schweren COVID-Verläufen nicht funktioniert. Ihm zufolge kann der Körper oral maximal 1,5g bis 2g Vitamin C verwerten, der Rest wird wieder ausgeschieden.

Eine intravenöse Verabreichung ermöglicht dem Körper hingegen eine umfassende Aufnahme der benötigten Hochdosierung. Während an der JAMA-Studie weitreichende Kritik geübt wird (10), befasste sich Dr. Madeleine Wehrmann intensiv mit den Auswirkungen von Vitamin C auf virale Infekte mit besonderer Würdigung der COVID-Behandlung (11).

Dr. Wehrmann erläutert, wie ein Vitamin-C-Mangel insbesondere für Risikogruppen, Infektionen und schwere Verläufe begünstigt. Zudem bestehe bei einem viralen Infekt ein erhöhter Vitamin-C-Bedarf. Wird dieser gedeckt, funktionieren die Zell-Mechanismen besser und Entzündungen können gehemmt werden.

Frau Dr. Vollbracht und Dr. Müller-Liebenau beschreiben, dass über 150 Prozesse im Körper durch Vitamin C unterstützt werden. Das Vitamin ist demnach einer der wichtigsten Faktoren für das Immunsystem. Es aktiviert viele antivirale Immunprozesse. Gefäße und auch die Lunge werden zudem vor dem gefürchteten Zytokinsturm geschützt.

In der Oktober-Ausgabe 2021 der Zeitschrift für Orthomolekulare Medizin (12) wird beschrieben, wie verschiedene Studien vergleichbare Ergebnisse der Pilot-Studie zeigten. Demnach wurde unter anderem das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bis zu 72 Prozent gesenkt, Sauerstoffversorgungen verbessert und das Sterblichkeitsrisiko der Vitamin-C-Gruppe im Vergleich zur Placebo-Gruppe um 70 Prozent reduziert.



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