Suppen-Schildkröte resistent gegen Klimawandel

Von 14. Juni 2012 Aktualisiert: 14. Juni 2012 15:22

Die Suppen-Schildkröte ist besser gegen den Klimawandel gerüstet, als bisher angenommen wurde. Das geht aus einer Studie hervor, die im Fachmagazin Proceedings of the Royal Society B veröffentlicht wurde.

Die Meeres-Schildkröten zeigen ein Brut-Phänomen, das „temperaturabhängige Festlegung des Geschlechts“ genannt wird; hierbei entwickeln sich mehr weibliche Schlüpflinge, wenn die Inkubationstemperaturen höher sind. Im Laufe der Zeit könnte es passieren, dass manche Populationen ausschließlich aus Weibchen bestehen. Wenn es zu wenige Männchen gibt, könnte das zu Inzucht und zu Gesundheitsrisiken führen.

Das Forscherteam untersuchte eine Schildkröten-Population, die in Nordzypern – dort, wo sich die Kontinente Europa, Asien und Afrika treffen – angesiedelt ist. Wegen der hohen Temperaturen im Sommer sind 95 Prozent der Schlüpflinge weiblich und die Wissenschaftler vermuten, dass sich ein Männchen hypothetisch mit mehreren Weibchen vermehren könnte.

Weltreisende Schildkröten-Männchen

Nachdem allerdings DNA-Tests zur Bestimmung der Vaterschaft durchgeführt wurden, stellte das Team fest, dass sich 28 Männchen mit 20 Weibchen gepaart und an diesem Ort Eier erzeugt hatten; das ergab einen Durchschnitt von 1,4 Männchen pro Weibchen.

Die Forscher beobachteten den Weg der Männchen über Satellit und sahen, dass sie zu jeder Paarungszeit Tausende von Meilen zurücklegen; das bedeutet, dass sie sich auch mit Weibchen aus der Türkei oder Nordafrika paaren könnten.

„Es ist großartig zu wissen, dass es so viele Männchen gibt, die Nachkommen in dieser Population gezeugt haben“, schrieb die Forschungsleiterin Lucy Wright von der Universität Exeter in England. „Wir hatten schon die Sorge, dass es wegen fehlender Männchen in kleinen Populationen zu Inzucht und somit zu einem Aussterben dieser Gruppen kommen könnte.“

„Unsere Forschungen ergaben jedoch, dass es trotz des zugunsten der Weibchen verschobenen Geschlechterverhältnisses dort draußen wesentlich mehr Männchen gibt, als wir angenommen hatten, und dass ihr Paarungsverhalten die Population vor einer durch den Klimawandel verursachten möglichen Verweiblichung schützt.“

Forschungsprojekte wie diese können dabei helfen, Methoden zu entwickeln, um die Auswirkungen der globalen Erwärmung auf die Suppen-Schildkröte zu mildern.

„Der Klimawandel bleibt eine große Bedrohung für die Meeres-Schildkröten; aber unsere weiteren Forschungen werden uns dabei helfen, uns auf die wesentlichen Bereiche zu konzentrieren, um die Schildkröten unterstützen, mit den zukünftigen Veränderungen fertigzuwerden“, beendete die Autorin Annette Broderick, ebenfalls von der Exeter Universität, die Pressenachricht.

Englischer Original-Artikel: Mating Patterns Protect Turtles Against Climate Change

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