Forschung: Werden Ratten und abgetriebene Babys den Mangel an Spenderorganen beheben?

Epoch Times21. März 2015 Aktualisiert: 2. März 2019 7:19

Es klingt wie eine Frankenstein-Fantasie ist aber bereits Realität: Wissenschaftler versuchen, menschliche Organe in Tieren heranzuzüchten. US-Mediziner haben nun in einer Studie eine Technik vorgestellt, wie man die Niere eines abgetriebenen Babys in eine Ratte verpflanzen und dort wachsen lassen kann.

Aktuell reden sie davon, dass diese neue Ratten-Technik perfekt wäre, um Medikamente auf ihre Unbedenklichkeit für den Menschen zu testen. In Zukunft soll das ganze aber ganz andere Dimensionen haben: Die Vision ist, in Tieren menschliche Spenderorgane heranzuzüchten und damit den Mangel an Spenderorganen für die Transplantations-Medizin ein für alle Mal zu beheben. „Dies würde natürlich ein großes Tier benötigen, eher ein Schwein statt einer Ratte“, schrieb Eugene Gu, Co-Autor der Studie dem US-Magazin Medical Daily. Ethische Bedenken gibt es bei der Suche nach menschlichen Ersatzteilen offenbar nicht, lediglich ein paar praktische Hindernisse.

Das Ratten-Menschen-Experiment

Eine embryonale Niere wurde also in eine erwachsene Ratte eingesetzt und mit mikrochirurgischer Technik an deren Blutgefäße angeschlossen. Dann wurde der Blutdruck technisch angepasst – ein unerlässlicher Schritt, denn Ratten haben dreimal so hohen Blutdruck wie Menschen und die ersten Experimente scheiterten, weil dieser Punkt nicht berücksichtigt wurde. Die Ratten überlebten das Experiment rund vier Monate lang – eine sogar 10 Monate – und die Organe wuchsen beständig. Dies klappt jedoch nur mit speziell gezüchteten Ratten ohne Immunsystem, denn dieses würde den Fremdkörper abstoßen.

Eugene Gu ist Medizinstudent im vierten Jahr an der Duke University School of Medicine und Mitgründer und CEO von Ganogen, einer Firma für „Organ ingeniering“ mit Sitz in Redwood City, Californien.

„Den Mangel an Spenderorganen beheben“ ist das erklärte Ziel von Ganogen auf deren Website. Doch ist die „Weiterverwertung“ von getöteten Föten hierfür die Lösung? Gu zumindest verteidigt seine Arbeit, mit dem Hinweis, sie sei von Familie, Freunden und Kleininvestoren gesponsert und eben nicht aus Steuergeldern, wie dies bei vielen anderen biomedizinischen Laboren der Fall sei. Die Föten-Nieren, die Gu für seine Studie verwendet hat, kaufte er bei Stem Express, einem Unternehmen, dass sich selbst wie folgt beschreibt: „Eine Multi-Millionen-Dollar Firma, die menschliches Blut, Gewebeprodukte, Stammzellen und andere klinische Proben an biomedizinische Forscher weltweit liefert.“

Bezüglich des Punktes, dass hier Organe aus abgetriebenen Babies verwendet wurden, sagt der Forscher, dass er und seine Kollegen in keinster Weise für Abtreibung eintreten wollen, allerdings sei es doch besser, „die Organe, so sie vorhanden sind, zu nutzen, um jemandes Leben zu retten, anstatt sie in die Mülltonne zu werfen.“

Auch die Weiterzüchtung eines embrynolen Herzens in einer Ratte gelang den Forschern bereits 2013:

(rf)

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