Vogelknödel aus der eigenen Futterküche

Vogelknödel sind ein beliebtes Mahl der gefiederten Gartenfreunde – und das nicht nur für Meisen. Sollte einmal Futternot herrschen, können die Bällchen mit wenigen Zutaten in der eigenen Küche hergestellt werden. Und so geht es.
Vogelknödel als Futterkranz
Der fertige Futterkranz hängt bei Temperaturen um den Gefrierpunkt im Garten.Foto: kms/Epoch Times
Von 29. Januar 2024

Seit den 1960er-Jahren baumeln sie an Futterhäuschen in heimischen Gärten: die Vogelknödel. Wer der Erfinder des ersten Knödels war, ist heute nicht mehr bekannt. Sicher ist aber, dass die Firma Erdmann aus Schleswig-Holstein als erster Hersteller den Knödel 1962 auf den europäischen Markt brachte.

Damals noch „Meisenknödel“ genannt, versorgt die Erfindung seit über 50 Jahren nicht nur ihren Namensgeber, sondern auch Sperlinge, Spechte und Co. Laut dem Statistischen Bundesamt hingen im Jahr 2018 rund eine Million Deutsche wöchentlich mindestens einen Vogelknödel in ihren Gärten oder auf ihren Balkonen auf.

Inzwischen gibt es sie in zahlreichen Formen und Varianten überall zu kaufen: egal ob mit Netz oder vogelfreundlicher ohne sowie mit Zapfen im Inneren oder als klassische Futterringe. Doch diese treffen nicht immer den Geschmack, sodass sich nicht jeder Vogel an die klassischen Knödel verfliegt.

Für alle, die gern auch den anderen gefiederten Freunden ein Mahl bereiten wollen, gibt es hier eine einfache Anleitung, um Vogelknödel in der eigenen Küche zu formen.

Die fertigen Vogelknödel

Die fertigen Vogelknödel: mit Pinienzapfen im Inneren (links) oder als einfacher Knödel (rechts). Foto: kms/Epoch Times

Vogelknödel aus zwei Zutaten

Die Zutaten für Futterknödel sind dabei sehr überschaubar, denn tatsächlich werden für die einfachste Form nur Fett (der „Teig“) und Körner (die „Füllung“) benötigt sowie ein Strick zum Aufhängen. Allerdings gibt es für die Auswahl von Fetten und Sämereien ein paar Kleinigkeiten zu beachten.

Das richtige Fett

Im Prinzip gibt es drei verschiedene Fette zur Auswahl: tierisches Fett von Rind oder Hammel, Insektenfett oder die pflanzliche Alternative in Form von Kokosfett. Soll die Fütterung ideal auf das Nahrungsverhalten der Vögel angepasst sein, ist Insektenfett die beste Wahl. Mit etwa 30 Euro pro Kilogramm ist diese auch die teuerste Variante.

Die nächstbeste und deutlich günstigere Wahl ist Rinder- oder Hammeltalg. Der Preis für ein Kilogramm Fett liegt hier bei etwa sechs bis sieben Euro. Für das Vogelwohl ist es jedoch wichtig, dass der Talg höchste Qualität besitzt (100 Prozent reines Fett) und aus biologischer Produktion stammt. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass das Fett bereits bei plus zehn Grad Celsius weitestgehend aushärtet. Zu weicher Talg verschmutzt sonst das Gefieder der Tiere.

Die dritte Alternative ist pflanzliches Kokosfett. Da dieses aber im Vergleich zu tierischen Fetten deutlich weniger Energie liefert, wird es von den Vögeln vor allem im Winter weniger gern angenommen.

Welche Füllung darf es sein?

Nachdem die Wahl des richtigen Fettes gefallen ist, geht es an die Auswahl des „Füllmaterials“. Hierbei sollte darauf geachtet werden, welchen Vogelarten der Knödel serviert werden soll. Wie Menschen sind Vögel mitunter wählerisch, wenn es um die Nahrung geht. Ihre Leibspeisen sind daher von Art zu Art unterschiedlich.

Deswegen ist es ratsam, die Futtermischung auf die vorhandenen Vogelarten abzustimmen. Neben fertigen Körner- und Samenmischungen wie Fettfutter, Weichfutter oder Wildsamenfutter können auch Erdnüsse, Sonnenblumenkerne, Haselnüsse oder Haferflocken gewählt werden.

Um zusätzlich Vitamine zu liefern, kann diese Auswahl durch Rosinen oder getrocknete Wildbeeren ergänzt werden. Ein weiterer Gaumenschmaus für die heimischen Insektenfresser sind getrocknete Mehlwürmer, die besonders Spechte und Rotkehlchen dankend annehmen.

Herstellung in der eigenen Küche

Zutaten (für einen Knödel):
  • 150 g Fett
  • 150 g Körner, Samen, Beeren und/oder Mehlwürmer
  • ein Stück dicke Schnur aus pflanzlichen Fasern (Sisal, Jute etc.)
Zutaten für Vogelknödel

Die überschaubaren Zutaten für Vogelknödel: Rinderfett, Körner, Beeren und Mehlwürmer. Foto: kms/Epoch Times

Zubereitung:

Als Erstes das Fett in einem Topf bei geringer Hitze langsam erwärmen, bis es cremig ist. Tipp: Um unangenehmen Geruch zu vermeiden, sollte der Talg niemals über den Schmelzpunkt hinaus erhitzt werden.

Sobald das Fett weich ist, kann die Füllung aus Körnern, Samen und Co. zugegeben werden. Alles gut miteinander verrühren. Noch ein Tipp: Sollte mehr Füllung verwendet worden sein, wird der ausgehärtete Knödel lockerer. Ist das Fett zu hart, kann bei der Zubereitung etwas Speiseöl hinzugegeben werden. Aber Achtung, zu weich schadet dem Gefieder.

Zum Schluss kann die cremige Masse in der Hand zu einem Knödel geformt werden. Hierfür die Hälfte der Masse in eine Hand nehmen, die mit einer Schlaufe versehene Kordel darauf legen und leicht eindrücken. Die restliche Futter-Fett-Masse mit der anderen Hand auf die Kordel drücken und wie einen Schneeball rund formen.

Gekaufter Knödel vs. selbst gemachter Knödel

Zum Vergleich: ein gekaufter Knödel (links) und der selbst gemachte Knödel (rechts). Foto: kms/Epoch Times

Der noch weiche Futterknödel kann alternativ noch mit etwas Futtermischung bestreut werden. Nun vorsichtig auf Backpapier bei niedriger Raumtemperatur vollständig auskühlen lassen.

Neben einfachen Knödelformen kann die Futtermasse auch in und um Tannen- oder Pinienzapfen gestrichen oder mithilfe eines Tontopfes zu Futterglocken geformt werden. Sollten gleich mehrere Vogelknödel geformt werden, können diese als Futterketten oder -kränze mit Tannenzweigen und Äpfeln gestaltet werden.

Vogelknödel als Futterkette

Die Futterkette hängt ab dem frühen Vormittag geschützt unter dem Dach. Foto: kms/Epoch Times

Wichtig ist aber: Die Knödel nur an kühlen Wintertagen (bis etwa zehn Grad Celsius) aufhängen, damit das Fett nicht zu weich wird. Am besten geeignet ist ein schattiger, katzensicherer Platz im Garten.



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