«Auf ein Lächeln» – Schauspielerin Grit Boettcher wird 80

Grit Boettcher ist auf dem «Traumschiff» ebenso zu Hause wie auf der Theaterbühne. Zu ihrem 80. Geburtstag blickt die Schauspielerin auf ihre lange Karriere zurück und verrät, warum ein Handkuss zu ihren persönlichen Sternstunden gehört.Mü…
Epoch Times9. August 2018
Zu ihrem 70. Geburtstag, erinnert sich Grit Boettcher, da kam Post vom Bundespräsidenten. «Ich habe Briefe gekriegt von Präsident Köhler und von Wowereit.» Dass sie zu ihrem 80. Geburtstag an diesem Freitag (10. August) wieder Glückwunschschreiben vom Bundespräsidenten und vom Regierenden Bürgermeister Berlins bekommt, glaubt sie allerdings nicht. «Ein Mensch ist nicht vergessen, aber ich stehe, glaube ich, nicht mehr ganz dringend in den Notizbüchern bei denen», sagt sie im Interview der Deutschen Presse-Agentur in München und lacht. Ob sie mit dieser Einschätzung Recht hat, sei dahingestellt. Sicher ist dagegen: Boettcher steht seit sechs Jahrzehnten auf der Bühne, hat Film- und Fernsehgeschichte erlebt und ein wenig mitgeschrieben. Sie stand mit Heinz Rühmann vor der Kamera, mit Joachim «Blacky» Fuchsberger und natürlich mit Harald Juhnke im ZDF-Hit «Ein verrücktes Paar». «Das hat mir Spaß gemacht», sagt sie über die Zusammenarbeit mit Juhnke. «Mit Sigi Rauch habe ich gern Theater gespielt.» Im Gedächtnis geblieben ist ihr aber vor allem Heinz Rühmann, mit dem sie in den 1960er Jahren den Pater Brown-Film «Er kann’s nicht lassen» drehte. «Ich hatte das Glück, dass er mich mochte.» Und das habe er auch gezeigt. «An jedem Drehtag, an dem ich mit ihm vor der Kamera stand, habe ich von ihm einen Handkuss gekriegt. Das war das Tollste.» Sogar Jahrzehnte später, bei einer Gala im Friedrichstadt-Palast, habe er die Geste wiederholt – «obwohl er mit seiner Frau da war». Boettcher lacht wieder. Viel zu lachen sei schließlich wichtig, betont sie. Darum nennt sie ihre Biografie, an der sie derzeit arbeitet, auch «Auf ein Lächeln». Denn: «Ein Lächeln kommt immer zurück.» Schauspielern sei für sie immer «ein Dreikampf» gewesen, sagt Boettcher. «Fernsehen, Theater und auch ein bisschen Film – man muss alles können.» Die gebürtige Berlinerin besuchte schon als Kind eine Ballettschule und arbeitete als Teenager als Model – bis der Regisseur Viktor de Kowa auf die Blonde aufmerksam wurde und ihr zu Schauspielunterricht und ersten Bühnenrollen verhalf. Sie spielte in Berlin und in München Theater, vor allem in der Kleinen Komödie im Bayerischen Hof. Laut ihrer Agentur spricht sie neben Englisch und Französisch auch noch Berlinerisch, Bayerisch, Kölsch, Schweizerdeutsch und Sächsisch.Einem breiten Publikum wurde sie durch ihre Auftritte in Edgar-Wallace-Streifen an der Seite von Fuchsberger bekannt – und natürlich als Komikerin mit Juhnke. Erst vor zwei Jahren fuhr sie auf dem ZDF-«Traumschiff» nach Kuba. Auf eine harte Probe gestellt wurde ihr Lächeln Ende der 1990er Jahre, als sie bei einem Immobiliengeschäft fast 900 000 D-Mark verlor. «Ich kriege natürlich auch mal eine Rechte oder eine Linke in den Magen geboxt», sagt Boettcher dazu. Zu Dauerschäden führe das bei ihr allerdings nicht. Sie schaue nicht in die Vergangenheit und auch nur selten in die Zukunft. «Das Heute zählt», sagt Boettcher, die zusammen mit ihrem Sohn Tristan und ihrer Tochter, der Schauspielerin Nicole Belstler-Boettcher, in einer Art Mehrgenerationenhaus bei München wohnt. Aber gesund und fit bleiben möchte sie. Dabei hilft ihr ein Schrittzähler, den ihr Sohn ihr geschenkt hat – und ihr Hund. Nach dem Tod ihres geliebten Chihuahuas Norbert vor wenigen Monaten kümmert sie sich heute um Emily – ebenfalls einen Chihuahua. An dem Tier hänge sie sehr. «Ein Hund ist ja auch nur ein Mensch.»

(dpa)


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