Chinas Kulturrevolution 2.0: Du sollst Jesus abschwören und Führer Xi verehren

Von 22. Juli 2020 Aktualisiert: 31. Juli 2020 14:30
Eine Wiederholung der Kulturrevolution: Die KP Chinas betrachtet Religionen als Feinde und geht mit aller Härte dagegen an. Vor allem in den ländlichen Regionen müssen religiöse Bilder und Gegenstände durch Bilder von Mao und Xi ersetzt werden. Buddhistische Mönche und daoistische Priester werden aus Klöstern und Tempeln vertrieben, Kampfkunstschulen müssen ihre Namen ändern. Gedenktafeln und Grabsteine mit Kreuzen werden abgerissen.

Chinas Regierung hat christlichen Dorfbewohnern befohlen, ihrem Glauben an Jesus abzuschwören. Stattdessen seien ab sofort die Führer der Kommunistischen Partei (KPC) des Landes zu verehren.

Chinesische Behörden besuchten im April christliche Häuser in Linfen in der nördlichen Provinz Shanxi. Sie befahlen den Bewohnern, die auf Sozialhilfe angewiesen sind, alle Kreuze abzunehmen. Alle Darstellungen von Jesus sollen durch Porträts des Vorsitzenden Mao und Chinas Staatschef Xi Jinping ersetzt werden, berichtet „Bitter Winter“. Das Blatt beschäftigt sich mit Religionsfreiheit und Menschenrechten.

Sozialhilfeempfänger sollen die KP Chinas anbeten, nicht Gott

Wenn die gläubigen Christen sich weigerten, die Kreuze abzunehmen, wurden ihre Sozialhilfegelder gestrichen. Ein Ortspfarrer berichtete „Bitte Winter“:

Alle verarmten Haushalte in der Stadt wurden aufgefordert, Bilder von Mao Tse-tung aufzuhängen. Die Regierung versucht, unseren Glauben zu beseitigen.“

In einem Dorf berichtete ein Christ aus der staatlich geförderten Kirche der Drei-Selbst-Bewegung, dass alle christlichen Bilder sowie Bilder von Jesus von den chinesischen Beamten mit Gewalt entfernt wurden. Anschließend hängten die Beamten Porträts von Mao Tse-tung an dieser Stelle auf, schreibt „Bitter Winter“.

Die Beamten erpressten die Bewohner: Für das Geld, das sie erhielten, müssten sie der Kommunistischen Partei gehorchen.

Bei einem anderen Vorfall im Mai, so berichtet „Bitter Winter“, drangen die Behörden in das Haus eines Christen in der östlichen Provinz Shandong ein. Dort hängten sie Porträts der Parteiführer auf und sagten:

Dies sind die größten Götter. Wenn Sie jemanden anbeten wollen, dann sie.“

In der Stadt Shangqiu in Henan besuchten Beamte das Heim einer älteren christlichen Frau und entzogen ihr das Existenzminimum, weil sie ein Bild eines Kreuzes an ihrer Tür entdeckten. Die ältere Christin berichtete: „Sie rissen es sofort nieder. Danach wurden sowohl mein Existenzminimum als auch die finanzielle Unterstützung zur Armutsbekämpfung eingestellt. Ich werde in eine Sackgasse getrieben. Ich habe Diabetes und brauche regelmäßig Injektionen.“

Nachbarn beobachteten die Aktion. Eine Nachbarin sagte: „Dieses wenige Geld, das sie von der Regierung erhielt, war ihr tägliches Brot.“

Statt Kirchen werden „Übungsstationen“ errichtet

Peking hat im Juli 2018 ein landesweites Projekt ins Leben gerufen. Es trägt den Titel „Übungsstationen der Zivilisation für eine neue Ära“. Die KPC betrachtet den Ausbau der Stationen in ländlichen Gebieten als eine wichtige Maßnahme zur Verbreitung der Gedanken von Xi Jinping über den Sozialismus.

Ziel ist, diese Gedanken „in den Köpfen der Menschen zu verankern“. Die Stationen, die oft in Kirchen, Tempeln und Ahnenhallen eingerichtet werden, sollen sicherstellen, „dass die Öffentlichkeitsarbeit und ideologische Arbeit der Partei an der Basis gefestigt und gestärkt wird“.

Sie werden auch dazu benutzt, gläubige Menschen dazu zu bringen, Religionen aufzugeben und der Partei zu folgen.

Die KPC betrachtet Religionen als einen Feind, der den Menschen die Herzen und den Verstand raubt, schreibt „Bitter Winter“. Die Behörden wollen auch die Botschaft verbreiten, dass nur die Kommunistische Partei die Menschen zu „einem blühenden und glücklichen Leben“ führen kann.

Die Kulturrevolution kehrt zurück: Alles Religiöse wird entfernt

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Während der Kulturrevolution wurde alles, was auch nur geringfügig mit Religion zu tun hatte, als eines der „Vier Alten“ unterdrückt. Der Begriff der „Vier Alten“ bezieht sich auf die traditionellen Bräuche, die traditionelle Kultur, traditionelle Gewohnheiten und traditionelle Sitten.

Mönche und Nonnen wurden gezwungen, ein säkulares Leben aufzunehmen, religiöse Statuen und Symbole wurden zerstört. Unternehmen mit religiösen Namen wurden angewiesen, sie zu ändern.

In den vergangenen zwei Jahren erinnerten die Razzien der KPC gegen Religionen die älteren Generationen in China an die Repressionen, welche während der Herrschaft Mao Tse-tungs verhängt wurden.

Repressalien seit 2018 – Daoisten und Buddhisten

Der grauhaarige daoistische Priester aus der Stadt Xi’an in der nordwestlichen Provinz Shaanxi hat seinen Haarknoten, der traditionell von daoistischen Meistern getragen wird, nicht mehr. Die Frisur wird wegen ihrer Ähnlichkeit mit der Nase einer Kuh scherzhaft „Kuhnase“ genannt. Der ältere Mann sagte, dass örtliche Regierungsbeamte anfingen, alle daoistischen Priester, die keine vom Staat ausgestellten Zertifikate haben, zu zwingen, ihre Haare abzuschneiden.

Immer mehr buddhistische Mönche und daoistische Priester in ganz China werden aus Klöstern und Tempeln vertrieben und gezwungen, zum säkularen Leben zurückzukehren. Ein daoistischer Priester in der Stadt Pingdingshan der Provinz Henan erzählte „Bitter Winter“, dass im April letzten Jahres Beamte den daoistischen Tempel, in dem er lebte, geschlossen hätten. 

Sie behaupteten, er sei „illegal errichtet worden, und religiöse Aktivitäten wurden ohne Erlaubnis durchgeführt“. Dem Priester wurde gesagt, er solle seine traditionelle Robe ablegen, sich die Haare schneiden und den Tempel verlassen, um das säkulare Leben wieder aufzunehmen. Er war die meiste Zeit seines Lebens Priester und hatte nirgendwo anders gelebt.

Kampfkunstschulen müssen ihre Namen ändern

Nach Angaben eines Regierungsangestellten der Stadt Henan in Dengfeng forderte das zentrale Inspektionsteam für religiöse Arbeit im vergangenen Jahr die Säkularisierung aller Kampfkunstschulen in der Gerichtsbarkeit. Infolgedessen waren über 20 Schulen gezwungen, religionsbezogene Wörter aus ihren Namen zu streichen. Alle Schüler mussten ihre buddhistische Kleidung in Sportkleidung ändern.

Der Shaolin-Tempel, berühmt für seine Kampfkünste, löste aufgrund einer Reihe von Videos einen Boom des Erlernens von Kampfkünsten in der Welt aus. Aufgrund seiner Popularität begannen viele Kampfkunstschulen, den Shaolin-Tempel in ihren Namen aufzunehmen.

Nach Inkrafttreten der neuen Verordnung der chinesischen Regierung über religiöse Angelegenheiten im Jahr 2018 waren diese Schulen gezwungen, ihre Namen zu ändern.

„Unser Trainer sagte uns, dass wir keine Buddha-Perlen, Ohrringe oder Halsketten tragen und keine Worte wie Gott, Buddha, Tempel oder Mönch verwenden dürfen, damit unser leichtfertiges Reden nicht zu Schwierigkeiten führt“, sagte ein Kampfkunstschüler gegenüber „Bitter Winter“. „Einige meiner Schulkameraden wurden körperlich bestraft, weil auf ihrer Kleidung ‚Tempel‘ zu lesen war.“

Gedenktafeln und Grabsteine mit Kreuze werden abgerissen

Am 22. Februar 2019 benutzten Regierungsbeamte der Stadt Shangqiu in Henan einen Bagger, um eine Gedenktafel für einen verstorbenen einheimischen christlichen Arzt in einen Fluss zu kippen.

Auf der Tafel, welche vor zehn Jahren von seinen Patienten angefertigt wurde, befanden sich ein rotes Kreuz und chinesische Schriftzeichen für „Gott liebt die Welt“. Die Beamten sagten, dass die Gedenktafel entfernt werden musste, weil „religiöse Symbole an einem öffentlichen Ort zur Schau gestellt wurden“.

Auch tote Christen werden nicht verschont“, sagte ein Anwohner empört. „Dies ist eine Wiederholung der Kulturrevolution.“

Am 29. April dieses Jahres wurden 176 Grabsteine mit Kreuzen auf einem Friedhof in der südöstlichen Provinz Fujian niedergerissen. Der Vorfall hat die Aufmerksamkeit der Medien auf sich gezogen.

An diesem Tag beteiligten sich über 60 Mitarbeiter an dem Abriss. Es wurde weder eine Vorankündigung herausgegeben, noch wurden die Familien der Verstorbenen informiert. Der Friedhof, der als „Heiliger Berg“ bezeichnet wird, kann auf eine über 140-jährige Geschichte zurückblicken.

Tausende von Menschen liegen dort in ihrer letzten Ruhe und viele Christen möchten dort begraben werden. Im Mai wurden mehr als 60 Gräber mit Seriennummern markiert, was darauf hinweist, dass sie bald abgerissen werden.