Angehörige der chinesischen Volksbefreiungsarmee (People's Liberation Army; PLA) am 1. Oktober 2019 bei einer Militärparade auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking.Foto: GREG BAKER/AFP über Getty Images

Corona belastet Image: Chinas KP-Regime in der Welt unbeliebt wie seit Tiananmen-Massaker nicht mehr

Von 7. Mai 2020 Aktualisiert: 11. Mai 2020 20:34
Ein ernüchterndes Ergebnis brachte die jüngste Studie eines eigenen Think-Tanks für das chinesische Ministerium für Staatssicherheit: Das Fehlverhalten des Regimes, das die Corona-Pandemie bewirkt hat, sorgt für das weltweit schlechteste Ansehen Chinas seit 1989.

Das chinesische Ministerium für Staatssicherheit befindet sich im Besitz der Studie eines ihm selbst zugeordneten Think-Tanks, der sich China Institutes of Contemporary International Relations (CICIR) nennt.

Die Ergebnisse der Bestandsaufnahme lassen in den Führungsetagen des KP-Regimes in Peking die Alarmglocken schrillen: Die Corona-Seuche, die infolge gravierender Versäumnisse und Vertuschungen vonseiten der kommunistischen Führung zur weltweiten Pandemie werden konnte, hat dazu geführt, dass das Image Chinas in der Welt das schlechteste ist seit dem Massaker am Tiananmen-Platz 1989.

 

Keine offiziellen Stellungnahmen

Die Studie wird der Öffentlichkeit zwar nicht zugänglich gemacht, mit ihrem Inhalt vertraute Personen haben jedoch gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters die Kernaussagen zusammengefasst. Demzufolge schwappe Peking als Resultat der Pandemie eine Welle der Feindseligkeit entgegen, und eine Folge davon könnte sein, dass ein neuer Kalter Krieg oder gar eine bewaffnete Konfrontation entstehen könnte – diesmal aber zwischen den Vereinigten Staaten und China.

Den Ergebnissen der Studie zufolge sei die globale Abneigung gegen das von der KP-Diktatur beherrschte China auf dem höchsten Stand seit 1989, als das Massaker am Tiananmen-Platz weltweit für Entsetzen sorgte.

Das chinesische Außenministerium bestritt auf Nachfrage von Reuters, über „relevante Informationen“ über eine Studie diese Art zu verfügen. Aufgrund der Sensibilität des Themas war auch keine der Personen, mit denen Reuters sprach, bereit, seinen Namen preiszugeben. Das Staatssicherheitsministerium wollte ebenfalls keine offizielle Stellungnahme abgeben. Schweigen auch bei CICIR, das seit 1980 dem Staatssicherheitsministerium angegliedert ist und das Regime in Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik berät.

Trump hatte Kehrtwende in China-Politik eingeleitet

Reuters wagte zwar keine Einschätzung darüber, inwieweit, wenn überhaupt, die Ergebnisse der Studie tatsächlich Auswirkungen auf die Politik des Regimes in Peking haben würden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die KP-Führung die Erkenntnisse insofern ernst nehmen wird, als eine weltweite Welle der Feindseligkeit gegenüber China Auswirkungen auf sicherheitspolitische Erwägungen und auf Investitionsprojekte haben würde, die Peking als strategisch betrachtet.

Es ist zudem davon auszugehen, dass sich das Verhältnis zwischen Chinas Regime und den USA im Fall einer Wiederwahl Donald Trumps nicht verbessern würde. Während Trumps Vorgänger darauf gesetzt hatten, durch eine stärkere Einbindung Pekings in internationale Institutionen und den Welthandel ein entspannteres Verhältnis zwischen China und dem Westen zu erreichen, hat Trump damit begonnen, das Regime für Regelverletzungen und unfaire Praktiken zur Rechenschaft zu ziehen.

Seither artikuliert Washington energischer seine Interessen mit Blick auf Zölle, Industriespionage, Hackerangriffe oder Diebstahl geistigen Eigentums ebenso wie in außenpolitischen Fragen rund um Taiwan, Hongkong oder Chinas Expansionspolitik im Südchinesischen Meer.

CICIR: „USA sehen China als weitreichendes Sicherheitsrisiko für Westen insgesamt“

Es ist davon auszugehen, dass Trump in einer zweiten Amtszeit im Handelskonflikt gegenüber China die Zügel wieder anziehen und die Eindämmung der globalen Einflusspolitik Pekings als Schwerpunkt betrachten wird. Auch in dem CICIR-Papier wird davon ausgegangen, dass die USA eine weltweit einflussreicheres und ökonomisch stärkeres China als Sicherheitsrisiko und als Bedrohung für die westliche Welt insgesamt betrachtet. Die USA würden zudem, so heißt es in der Studie, versuchen, die regierende KP zu schwächen, indem man versuche, das öffentliche Vertrauen der chinesischen Bevölkerung zu unterminieren.

Die USA würden zudem den Druck auf Verbündete erhöhen, sich Forderungen nach einer Aufklärung bezüglich der Entstehung der Corona-Pandemie sowie nach Konsequenzen gegenüber China anzuschließen.

Eine negativere Haltung der Weltöffentlichkeit gegenüber dem KP-Regime könnte auch Sand ins Getriebe der „Neuen Seidenstraße“ streuen, die ohnehin bereits an Ansehen in infrastrukturarmen Regionen Asiens und Afrikas eingebüßt hat – unter anderem infolge der offensiven Verschuldungspolitik, mit der China versucht, sich die Kontrolle über Hafenanlagen und Eisenbahnlinien zu sichern.

Corona-Krise könnte Auftakt zu neuem Kalten Krieg werden

Ökonomisch und militärisch ist Peking heute stärker als 1989, und anders als damals, wo westliche Staaten noch relativ geschlossen Sanktionen wie Waffenembargos oder den Stopp von Technologietransfers unterstützten, ist die Abhängigkeit des Westens von China in vielen Bereichen gestiegen. Donald Trump hatte dies schon in seinem ersten Wahlkampf zum Thema gemacht – die Corona-Krise und der Umstand, dass beispielsweise mehr als die Hälfte der Atemschutzmasken-Produktion in China stattfindet, haben die Stichhaltigkeit seiner Warnungen bestätigt.

Personen in Chinas Führung, die mit dem Inhalt der CICIR-Studie vertraut sind, ziehen jetzt schon Vergleiche mit der Anfangsphase des Kalten Krieges nach 1945. Sie vergleichen die Studie mit dem „Nowikow-Telegramm“ von 1946, in dem der damalige sowjetische Botschafter Nikolai Nowikow die Gefahren der ökonomischen und militärischen Ambitionen der USA beschrieb.

Das Telegramm war eine Reaktion auf das „Lange Telegramm“ des US-Diplomaten George Kennan aus Moskau. Dieser äußerte darin, die Sowjetunion sähe keine Möglichkeit einer friedlichen Koexistenz mit dem Westen, weshalb Einhegung die beste Strategie sei.

Beide Telegramme gelten als Schlüsseldokumente hinsichtlich der strategischen Ausrichtung in der Außenpolitik der USA und der Sowjetunion für die Zeit des Kalten Krieges.

 

 

 

 

 

China im Fokus, die neue Serie von NTD Television. Jetzt auch auf Deutsch!



Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Eine Buchempfehlung vom Verlag der Epoch Times

Viele bezeichnen ihr berufliches oder soziales Umfeld metaphorisch als „Schlachtfeld“ – doch für die KP China bedeutet es Krieg im wahrsten Sinne des Wortes. Diese Partei, die die Regierung Chinas stellt, vertritt den Grundgedanken der „uneingeschränkten Kriegsführung“: „Einfach ausgedrückt, Schwarzkopf [Oberbefehlshaber der multinationalen Streitkräfte des Golfkriegs] + Soros + Morris [Schöpfer des Morris-Wurm-Computervirus] + bin Laden? Das ist unsere wahre Karte, die wir ausspielen“, so zwei chinesische Oberste, die „Erfinder“ der „Uneingeschränkten Kriegsführung“.

Der Schlüsselpunkt dazu sind nicht unbedingt die unter Waffen stehenden Streitkräfte, sondern die „Generalisierung von Krieg“ für jeden chinesischen Landesbürger. „Uneingeschränkte Kriegsführung“ meint, dass „alle Waffen und Technologien nach Belieben eingesetzt werden können; was bedeutet, dass alle Grenzen zwischen Krieg und Frieden, zwischen militärischer Welt und ziviler Welt aufgebrochen werden.“

Es werden Methoden verwendet, die sich über Nationen hinweg erstrecken und verschiedene Bereiche benutzen. Finanzmärkte, der Handel, die Medien, internationales Recht, der Weltraum und viele mehr sind potenzielle Schlachtfelder. Zu den Mitteln des Kampfes gehören das Hacken von IT-Systemen, Terrorismus, biochemische Kriegsführung, ökologische Kriegsführung, atomare Kriegsführung, elektronische Kriegsführung, die Verbreitung von Drogen, Geheim- und Nachrichtendienste, Schmuggel, psychologische Kriegsführung, Ideologie, Sanktionen und so weiter. Darum geht es im 18. Kapitel dieses Buches.

Hier weitere Informationen und Leseproben.

ISBN Band 1: 978-3-9810462-1-2, Band 2: 978-3-9810462-2-9, Band 3: 978-3-9810462-3-6, Drei Bände 1-3: 978-3-9810462-6-7. Einzeln kostet jeder Band 19,90 Euro (zzgl. 2,70 Euro Versandkosten), alle drei Bände gemeinsam sind im Moment noch zum Sonderpreis von 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands) zu erwerben. Das Buch hat insgesamt 1008 Seiten und über 1200 Stichworte im Indexverzeichnis.

Bestellmöglichkeiten: Das dreibändige Buch ist sofort erhältlich in unserem neuen Online-Buch-Shop, bei Amazon oder direkt beim Verlag der Epoch Times – Tel.: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]

Das Buch gibt es auch als E-Book und als Hörbuch

Das E-Book gibt es in den Formaten PDF, EPUB oder MOBI. Das Hörbuch bieten wir im MP3-Format zum Download an. Einzeln kostet jeder Band 17,90 Euro, alle drei Bände sind im Moment noch zum Sonderpreis von 43,00 Euro zu erwerben. E-Books und Hörbücher sind in unserem neuen Online-Buch-Shop oder direkt beim Verlag der Epoch Times bestellbar – Tel: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]

Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion