Einige große Unternehmen mussten ihren Betrieb vorübergehend stilllegen.Foto: Uncredited/CHINATOPIX/AP/dpa/dpa

Coronavirus: Negative Auswirkungen auf Chinas Wirtschaft

Von 30. Januar 2020 Aktualisiert: 30. Januar 2020 13:27
Lange Bearbeitungsdauer für Visa, Besorgnis über Ausreise aus China, Qualitätsmängel und Entlassungen - laut dem China Rechts-Blog wird wegen des Coronavirus niemand mehr für Geschäfte nach China reisen. Das wirkt sich auf Beschäftigung und Qualität in der Produktion aus.

„Der Coronavirus beeinträchtigt so ziemlich jeden in China“, sagt der Herausgeber des China Rechts-Blog, Dan Harris. Der China Rechts-Blog ist eine Website, die sich an Eliteanwälte die International tätig sind, richtet. Die internationale Anwaltskanzlei Harris Bricken betreibt diesen Blog.

Absperrungen: Chinesen befürchten nach Ausreise nicht zurückkehren zu können

Die Anreise zu internationalen Flughäfen ist schwierig und ganze Städte in China sind abgesperrt. Die Beantragung von Visa für andere Länder hat sich extrem verlangsamt. Auswanderer und chinesische Bürger haben Bedenken, China zu verlassen. Sie befürchten, ihnen könnte die Einreise in das Zielland verweigert werden – und dass sie danach nicht mehr an ihren Wohnort zurückkehren können.

Ausländische Botschaften und Konsulate in China haben bereits mit Evakuierungen begonnen und auf das notwendigste Personal reduziert, „mit Plänen, auch diese schließlich zu evakuieren“, schreibt der China Rechts-Blog weiter. Ausländische Regierungen organisieren bereits Evakuierungsflüge aus China für ihre Beamten und Bürger.

China Rechts-Blog: Niemand glaubt den offiziellen Zahlen

Wie viele Menschen mit dem Coronavirus bereits infiziert sind ist unklar. Doch laut dem China Rechts-Blog glaubt niemand den offiziellen Zahlen, „weil praktisch niemand der chinesischen Regierung vertraut“. Krankenhäuser, die keine Coronavirus-Testmittel mehr haben, würden neue Todesfälle „als Lungenentzündung oder andere Krankheiten“ kennzeichnen.

Laut Zhou Xianwang, dem Bürgermeister von Wuhan, das Zentrum der Epidemie, sollen 5 Millionen Menschen die Stadt zum chinesischen Neujahrsfest verlassen haben, bevor die Reise-Quarantäne verhängt wurde. Es herrscht nun die Sorge, dass diese Menschen die Krankheit weit verbreiten könnten. Der Bürgermeister geriet kürzlich in Kritik, weil er auf einer Pressekonferenz am 26. Januar sagte, dass die Stadt über genügend medizinische Vorräte verfüge, um das Coronavirus einzudämmen.

Eine epidemiologische Studie aus Yale sagt bis zum 4. Februar 190.000 Infektionen allein in Wuhan voraus.

Konzerne: Entlassungen und Einbußen bei Qualität

Die Financial Times berichtet, dass mehrere große Unternehmen in der Nähe von Shanghai wie Foxconn, Johnson & Johnson und Samsung Electronics angewiesen wurden, ihren Betrieb vorübergehend stillzulegen. Um ein positives Gefühl zu vermitteln, haben viele chinesische Städte die aktuellen Feiertage um eine Woche verlängert.

Der China Rechts-Blog berichtet, dass landesweit bereits „sehr viele chinesische Fabriken geschlossen“ worden seien. Die Beschäftigten „wollen nicht Seite an Seite mit 3.450 anderen Menschen arbeiten […], von denen einige das Coronavirus verbreiten könnten“. Die Fabriken, die noch offen sind, berichten demnach von einer „dramatischen Zunahme“ von Qualitätskontrollfehlern.

Chinas Rechts-Blog zufolge würden Entlassungen und Freistellungen ohne Lohnausgleich in China massiv zunehmen, da die Lagerbestände an Rohmaterial und Teilerzeugnissen fast aufgebraucht seien.

Die meisten Fabrikarbeiter in den Küstenregionen gehören zu den 150 Millionen Landflüchtlingen. Diese können als „Zeitarbeiter“ keine Arbeitslosenunterstützung im Rahmen bon Hukou (System der Daueraufenthaltsgenehmigung) beantragen. Sie können zwar auf die Bauernhöfe zurückkehren, von denen sie stammen, aber die Dörfer auf dem Land sind auf etwa ein Drittel des Einkommens dieser Arbeiter in der Stadt angewiesen.

US-Regierung bietet Unterstützung an

US-Präsident Donald Trump erklärte in einem Tweet am Montagmorgen (27.1): „Wir stehen in sehr enger Kommunikation mit China bezüglich des Virus.“ Er fügte hinzu:

Wir haben China und Präsident Xi (Jinping) jegliche Hilfe angeboten, die notwendig ist. Unsere Experten sind außergewöhnlich!“

Am Montagabend (27.1) gab das US-Außenministerium einen ersten allgemeinen Reiseratgeber heraus, „Reisen nach China wegen des neuartigen Coronavirus neu zu überdenken“. Die Grundlage für die aktualisierte Risikoberatung ist eine Warnung der Stufe drei der US-Zentren für Krankheitskontrolle und -verhütung. Demnach sollten „alle nicht unbedingt notwendigen Reisen nach China vermieden werden“.

Das Außenministerium hat bestätigt, dass es die Ausreise all seiner nicht in Not befindlichen US-Mitarbeiter und Familienangehörigen aus der Provinz Hubei angeordnet hat und dass das chinesische Regime Reiseeinschränkungen für Amerikaner „mit wenig oder ohne Vorankündigung“ erlassen kann.

Das Original erschien in Epoch Times USA (deutsche Bearbeitung von [bm])
Originalartikel:
Coronavirus Destroying China’s Global Supply Chains



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