Ersten Fälle von Lungenpest wurden im dicht besiedelten Peking bestätigt. Aus sozialen Medien ist zu vernehmen, dass die Bevölkerung eine Ausbreitung befürchtet.Foto: iStock

Schwarzer Tod in Peking: Zwei Pest-Infizierte verunsichern die Bevölkerung

Von 16. November 2019 Aktualisiert: 16. November 2019 19:37
Auf Pekings Straßen sorgt die Pest für Gerüchte und Schlagzeilen. Laut "New York Times" seien zwei Pest-Fälle von der chinesischen Regierung bestätigt worden. Die Angst einer Ausbreitung ist groß.

Beim Gedanken an die Pest taucht oftmals das Bild des Mittelalters auf. Allerdings muss hierzu gesagt werden: Die Pest wurde zwar besiegt, aber niemals vernichtet. Während es vor vielen Jahren ungefähr 20 Millionen Pest-Opfer gab, sind es heutzutage nur circa 1000 bis 2000 pro Jahr.

Sicherheitshinweise bezüglich Pest-Fällen aus Madagaskar sind geläufig – nun bestätigt die chinesische Regierung, dass in Peking zwei Menschen mit Lungenpest infiziert sind. Die Lungenpest ist neben der Beulenpest die zweite Form der Pest.

Bei den Erkrankten handelt es sich um ein Ehepaar aus der Mongolei, einen 43-jährigen Mann und dessen 46-jährige Ehefrau. „New York Times“ berichtet, die Erstdiagnose hätte im Krankenhaus des Pekinger Bezirks Chaoyang stattgefunden.

Nachdem die Pest-Fälle bekannt wurden, wurde die Bevölkerung gewarnt. Die Bürger wurden weiters aufgefordert, persönliche Vorsichtsmaßnahmen zum eigenen Schutz zu treffen.

Kein Grund zur Panik, sagt die Regierung

Das chinesische Amt für Kontrolle und Prävention von Krankheiten (Center for Disease Control and Prevention, CDC) berichtete auf der Microblogging-Seite „Weibo“, es gäbe keinen Grund zur Panik. Das Risiko einer Übertragung sei für Pekinger „extrem gering“.

Die Behörden hätten schnell reagiert, indem sie die Patienten rasch isolierten, berichtet CDC. Ebenfalls wurde bekannt gegeben, dass alle nötigen epidemiologischen Untersuchungen stattgefunden hätten und auch die zusätzliche Überwachung von Patienten mit Fieber vorgesehen ist.

Am Weg der Besserung

Laut „Neue Züricher Zeitung“ (NZZ), habe sich der Zustand einer Person stabilisiert; während die zweite nur leichte Fortschritte mache. Weiterhin wurde berichtet, dass die zweite Person in einem kritischen Zustand schwebe. Dies sei dadurch zu rechtfertigen, dass beim Eintreten der ersten Symptome nicht die Pest behandelt worden wäre.

Das Ehepaar kontaktierte Ende Oktober erstmals das Spital in der Inneren Mongolei. Das Personal vor Ort habe jedoch zunächst nicht auf Pesterreger untersucht, wodurch wertvolle Zeit verloren gegangen wäre, schreibt NZZ. Erst seit der Verbringung nach Peking am 3.11.2019 seien die Patienten optimal versorgt worden.

Die Kinder des Ehepaars würden ebenfalls im Krankenhaus behandelt, obwohl diese sich nicht bei den Eltern angesteckt hätten, bemerkt „NZZ“. Dem Wirtschaftsmagazin „Caixin“ zufolge habe die Übertragung des Erregers durch den Kontakt mit Nagetieren stattgefunden.

Die Pest kommt immer wieder

Laut der „New York Times“ habe die chinesische Gesundheitskommission bekannt gegeben, dass seit 2014 sechs Menschen in China an der Pest gestorben seien – von mehreren tausend Pest-Infizierten in den letzten 50 Jahren.

Weiters schildert NZZ, dem Bakterium Yersinia pestis hingegen seien „nur“ 183 Personen zum Opfer gefallen. Etwa die Hälfte der Erkrankten sei aus der südwestlichen Provinz Yunnan gewesen.

Die westliche Provinz Qinghai verzeichnete bisher 88 Pest-Tote, demzufolge starben in jener Region die meisten Chinesen durch den schwarzen Tot. Dass die Pest auch in Europa wieder ausbrechen könnte, soll weiterhin sehr unwahrscheinlich sein.

Als SARS 2003 in China ausbrach, vermutete die Außenwelt, dass China Informationen über die Epidemie geheim hielt. Beamte, die SARS-Fälle nach Peking meldeten, wurden abgestraft – was die Anzahl der zugegebenen Fälle sehr reduzierte. Die Bevölkerung traute daher den Angaben der Regierung und der Staatsmedien nicht.

 

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