Gesunder Darm durch Leinsamen könnte Brustkrebsrisiko senken

Könnte ein kleiner Zusatz in einem Smoothie der Schlüssel zur Prävention von Brustkrebs sein? Jüngste Forschungsergebnisse enthüllen eine unerwartete Rolle von Leinsamen bei der Veränderung der Darmmikrobiota, die möglicherweise das Brustkrebsrisiko senkt und eine neue Ernährungsstrategie gegen diese weitverbreitete Krankheit darstellt.
Titelbild
Verblüffende Zusammenarbeit: Leinsamen kann dem Darm-Mikrobiom dabei helfen, Stoffe zu produzieren, die Brustkrebs hemmen können.Foto: Sonja Flesch-Reiss
Von 4. Januar 2024

Eine in der Fachzeitschrift „Microbiology Spectrum“ veröffentlichte Studie untersucht die Beziehung zwischen dem Mikrobiom des Darms (Darmflora) – Billionen von Mikroorganismen, die in unserem Darm leben – und den microRNAs (miRNAs) in der Brustdrüse. Diese miRNAs sind entscheidend für die Kontrolle von Genen, die mit der Entstehung von Brustkrebs in Verbindung gebracht werden.

An jungen weiblichen Mäusen untersuchten die Forscher die Auswirkungen von Lignanen, natürliche Ballaststoffverbindungen, die in Leinsamen vorkommen, auf den Körper.

Teamwork gegen Brustkrebs

Die Ergebnisse zeigten, dass Leinsamen durch ihre einzigartigen Verbindungen mit Darmbakterien zusammenarbeiten, um Stoffe zu produzieren, die zur Vorbeugung von Brustkrebs beitragen können. Er beeinflusst insbesondere bestimmte genetische Elemente in der Brustdrüse, die für die Krebsprävention entscheidend sind.

„Leinsamen enthält Lignans Secoisolariciresinol Diglucosid (SDG) und ein Öl, das viel Alpha-Linolensäure aufweist. Beide haben eine antitumorale Wirkung“, so die Forscher gegenüber The Epoch Times. Die Forschungsergebnisse unterstreichen, dass der Verzehr ganzer Leinsamen entscheidend ist, um den vollen Nutzen für die Gesundheit zu erzielen. Diese Erkenntnis beruht auf der Beobachtung, dass weder das Leinsamenöl noch die Verbindung SDG allein die gleichen Wirkungen erzielen konnten wie die ganzen Leinsamen.

Frühere Forschungen zeigten ebenfalls, dass Leinsamen das Wachstum von Brustkrebszellen verlangsamen und möglicherweise die Wirksamkeit von Behandlungseffektivität von zum Beispiel Tamoxifen erhöhen können.

Krebsvorsorge durch richtiges Essen

„Wenn sich diese Ergebnisse bestätigen, wird die Mikrobiota zu einem neuen Ziel für die Prävention von Brustkrebs durch diätetische Maßnahmen“, sagte Elena M. Comelli von der Universität Toronto und korrespondierende Autorin der Studie in einer Pressemitteilung.

Leinsamen ist reich an Omega-3-Fettsäuren, vor allem in Form von Alpha-Linolensäure (ALA), die für ihre entzündungshemmende Wirkung bekannt ist. Die Verringerung von Entzündungen ist von entscheidender Bedeutung, da sie eine wichtige Rolle bei der Entstehung und dem Fortschreiten verschiedener Krankheiten, einschließlich Krebs, spielen.

Neben der ALA sind Leinsamen eine hervorragende Quelle für Lignane. Diese wirksamen natürlichen Antioxidantien sind in Leinsamen bis zu 800-mal mehr vorhanden als in anderen Pflanzen. Lignane erfüllen einen doppelten Zweck: Sie bekämpfen freie Radikale, verlangsamen dadurch den Alterungsprozess und fördern die Gesundheit, und sie fungieren als Phytoöstrogene, die Östrogenhormone nachahmen, was für die Gesundheit von Frauen besonders wichtig ist.

Laufende Studien untersuchen das Potenzial von Lignanen bei der Behandlung von Wechseljahrbeschwerden wie Hitzewallungen und Schlafstörungen sowie bei der Verringerung des Risikos von hormonempfindlichen Krebsarten wie Brust-, Prostata- und Gebärmutterschleimhautkrebs.

Die Oncology Nutrition Dietetic Practice Group stellte fest, dass aktuelle Studien vielversprechende Wirkungen von Leinsamen ergeben haben, insbesondere bei östrogenrezeptor-positivem (ER+) Brustkrebs. Leinsamen reduzieren nachweislich das Wachstum und die Ausbreitung von ER+-Brustkrebszellen.

Sie weisen darauf hin, dass Leinsamen als Teil der Ernährung und nicht als Nahrungsergänzungsmittel verzehrt werden sollte, und empfehlen den Verzehr moderater Mengen von zwei bis drei Esslöffeln gemahlener Leinsamen täglich.

Der ganze Samen macht’s

Comelli erklärte gegenüber The Epoch Times: „Klinische Studien haben gezeigt, dass das Wachstum von Brusttumoren bei Brustkrebspatientinnen durch die tägliche Einnahme von 25 Gramm Leinsamen, die 50 Milligramm SDG enthalten, verlangsamt wird. Bei vor den Wechseljahren stehenden Frauen mit hohem Brustkrebsrisiko führte die tägliche Einnahme von 50 Milligramm SDG über ein Jahr hinweg zu zahlreichen Veränderungen von Biomarkern in der Brust, was auf ein um 50 Prozent verringertes Brustkrebsrisiko hindeutet. All dies deutet darauf hin, dass der Verzehr von lignanreichen Lebensmitteln wie Leinsamen – etwa ein Esslöffel pro Tag – einen gewissen Schutz vor Brustkrebs bieten kann.“

Die Mayo Clinic empfiehlt, gemahlene Samen den ganzen Leinsamen vorzuziehen, da diese besser verdaulich sind und so ihre positiven Eigenschaften besser entfalten können. Ganze Samen können das Verdauungssystem passieren, ohne ihr volles Potenzial zu entfalten.

Jennifer Auchtung, Assistenzprofessorin an der University of Nebraska-Lincoln, erklärte in der Pressemitteilung: „Die gastrointestinale Mikrobiota verändert verschiedene Nahrungsbestandteile erheblich und beeinflusst so die menschliche Gesundheit.“

Die Studie ebnet den Weg für besser zugeschnittene Ernährungsrichtlinien. Sie zielt nicht nur auf die Behandlung von Krankheiten ab, sondern auch auf deren Vorbeugung – insbesondere von Krebserkrankungen – durch nährstoffreiche natürliche Lebensmittel. Dies entspricht der zunehmenden Neigung der Öffentlichkeit zu ganzheitlicher Gesundheit und könnte dazu beitragen, das Verständnis von Ernährung und Gesundheit neu zu gestalten.

Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel: „Flaxseed and Gut Health: A New Frontier in Breast Cancer Prevention“ (deutsche Bearbeitung jw)



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