Lichtblick für Brand- und Säureopfer: Forscher drucken voll funktionsfähige Haut

US-amerikanischen Forschern ist es gelungen, eine vollständige und funktionstüchtige Haut biologisch zu drucken. Die Ergebnisse geben Millionen Menschen Hoffnung auf Heilung.
Forscher entwickeln Haut aus dem Biodrucker
Die Haut ist das größte Organ des Menschen.Foto: iStock
Von 27. Oktober 2023

Je nach Schwere einer Verbrennung oder Verätzung ist es möglich, dass sich die Haut weitgehend regenerieren kann und nur wenige Narben verbleiben. Dies gilt jedoch nicht für schwerste Verletzungsgrade, sodass Transplantation oft die einzige Möglichkeit bleibt.

Die Notwendigkeit einer Spenderhaut muss künftig dank eines bedeutenden Durchbruchs in der Medizingeschichte nicht mehr bestehen. So haben es die Medizinforscher um Anthony Atala und Adam Jorgensen erstmals geschafft, eine biologisch gedruckte, voll funktionstüchtige Haut zu entwickeln.

Diese Entwicklung gibt erstmals Verbrennungsopfern, verwundeten Kriegsteilnehmern und Menschen mit Hautkrankheiten Hoffnung auf eine vollständige Heilung.

Umfassende Heilung der Haut

Bisher verfügbare Transplantate sind oft nur vorübergehend oder weisen, wenn sie dauerhaft sind, nur einige der Elemente normaler Haut auf. Die Folge sind unzählige Operationen und dennoch oft ein vernarbtes Aussehen. Die Herstellung einer Haut in voller Dicke und mit all ihren Funktionen war bisher nicht möglich.

Laut der Anfang Oktober in der Fachzeitschrift „Science Translational Medicine“ veröffentlichten Studie konnten die Mediziner alle sechs wichtigen primären menschlichen Zelltypen, die in der Haut vorkommen, mittels Biotinte in einem aufwendigen Verfahren herstellen. Sie schufen dadurch eine mehrschichtige Vollhaut, die alle drei Schichten des menschlichen Gewebes enthält: Epidermis, Dermis und Hypodermis.

Bei der anschließenden Transplantation bildete die gedruckte Haut schließlich Blutgefäße, Hautmuster und eine normale Gewebebildung. Außerdem zeigte sie einen verbesserten Wundverschluss sowie weitere Faktoren, die für verringerte Narbenbildung ausschlaggebend sind.

„Umfassende Hautheilung ist eine große klinische Herausforderung, auf die Millionen Menschen weltweit hoffen. Doch für diese gibt es nur begrenzte Möglichkeiten“, erklärte Studienautor Anthony Atala. „Diese Ergebnisse zeigen aber, dass es möglich ist, biotechnologisch hergestellte Menschenhaut in ihrer gesamten Dicke zu schaffen, die eine schnellere Heilung und ein natürlicheres Erscheinungsbild ermöglicht.“



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