Basilikum ohne Ende: Ein einfacher Trick für Zuhause (+ Pesto-Rezept)

Ein Leben lang Basilikum ernten, ohne jedes Jahr neue Kräutertöpfe im Supermarkt kaufen zu müssen, klingt wie ein unerreichbarer Traum. Tatsächlich gibt es jedoch eine Methode, wie dies gelingt und dafür brauchen Sie nur zwei Zutaten: Wasser und Zeit.
Frischer Basilikum
Unendlich viel frisches Basilikum.Foto: iStock
Von 26. Mai 2023

Es ist eines der beliebtesten Küchenkräuter und findet wegen seines starken Aromas in zahlreichen Speisen Verwendung. Daher ist es kein Wunder, dass es Basilikum (lat. Ocimum basilicum) topfweise in jedem Supermarkt zu kaufen gibt. Die einjährige Pflanze wird bei guter Pflege ein bis zwei Meter hoch und blüht in weißer oder violetter Farbe. Doch hat man einmal einen Topf gekauft, kommt dieser bei vielen Menschen nicht zur Blüte.

Der Grund ist nicht etwa, dass das leckere Kraut bereits auf dem Essteller landet, sondern dass die Pflanze vorher eingeht. Bei genauerer Betrachtung offenbart sich, dass unzählige Basilikumpflanzen in einem Topf stecken. So machen die Kräutertöpfe im Supermarkt einen vollen und optisch schönen Eindruck bei den Kunden – ein cleverer Marketing-Trick, der jedoch den Kräutern schadet.

Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem die Pflänzchen zu groß sind. Ihre Wurzeln haben keinen Platz mehr, sich weiter auszubreiten und alle Nährstoffe in der Erde sind aufgebraucht. Es ist, als würde man Menschen für lange Zeit in einen Raum ohne Belüftung stecken – Konkurrenz, Überlebenswille und der fehlende Nährstoff Luft lassen kein gutes Ende zu.

Den Pflanzen kann dieses traurige Ende erspart bleiben, werden sie in mehrere Töpfe vereinzelt. Fangen die Pflanzen an zu blühen, können wir die Blüten abschneiden – dort wird sich die Pflanze später verzweigen. Für unendlich viel Basilikum gibt es zudem einen weiteren Trick: der Hydra-Effekt. Hierfür benötigen wir lediglich einen Topf Basilikum, Wasser und Zeit.

Aus eins mach viel

Schritt 1: Die richtigen Schnitte

Für diesen Trick eignen sich alle möglichen Basilikumarten mit ihren unterschiedlichsten Blattgrößen und -farben. Im ersten Schritt müssen die längsten Stängel mit den meisten Blattverzweigungen oberhalb der untersten Blattansätze abgeschnitten werden.

Wichtig ist dabei, dass die abgeschnittenen Stängel noch mindestens drei, besser vier Blattverzweigungen besitzen sowie die verbleibenden Stängel ihrerseits ein bis zwei Blattpaare behalten. Alle übrigen zu kurzen Stängel im Basilikumtopf teilen und zum Weiterwachsen beiseitestellen, bis auch sie groß genug zum Abschneiden sind.

Nun vorsichtig die unteren Blattverzweigungen mit einem scharfen Messer sauber am Stängel abschneiden und nur die obersten ein bis zwei Blätterebenen unangetastet lassen.

Schritt 2: Wunderzutat Wasser

Diese „entblätterten“ Stängel in mit Wasser gefüllte Gläser stellen. Es sollte darauf geachtet werden, dass keine Blätter im Wasser hängen, aber dennoch alle frischen Schnittstellen an den Verzweigungen bedeckt sind. Die Gläser mit Basilikum anschließend an einen hellen Platz stellen.

Jetzt müssen einige Wochen vergehen, damit aus den Schnittstellen frische Wurzeln sprießen. Um das Wurzelwachstum zu unterstützen, können auch im Sommer Pflanzenlampen über den Gewächsen installiert werden. Wird Basilikum bereits im Winter oder Frühjahr/Herbst vermehrt, ist eine Pflanzenlampe dringend empfohlen, um die geringen natürlichen Sonnenstrahlen auszugleichen.

Schritt 3: Geduld

In den Wochen des Wurzelwachstums sollten Sie regelmäßig darauf achten, dass in den Gläsern noch genügend Wasser vorhanden ist und die Schnittstellen bedeckt sind. Wenn das Wasser langsam schal wird, muss es durch Frisches ersetzt werden. Nach vier bis sechs Wochen sollten an den Schnittstellen lange Wurzeln sein.

Ist dies der Fall, können die Pflänzchen in einen Topf mit spezieller Kräutererde „umziehen“. Hierfür eignen sich Tontöpfe besonders gut, da diese (vor allem in heißen Sommern) die Feuchtigkeit länger speichern. Darin können die kleinen Pflänzchen zu starken Pflanzen heranwachsen.

Sollten Sie immer noch nicht genug Basilikum haben, können Sie nun den Trick nach einigen Wochen mit den jungen Pflanzen von Neuem beginnen. Auch hier gilt: Sind die Stängel lang genug – also besitzen sie fünf oder mehr Blattverzweigungen –, können sie wieder abgeschnitten und nach dem obigen Prinzip vermehrt werden.

Dieses Prinzip ist endlos fortführbar, bis eines Tages so viel Basilikum wächst, dass man nicht mehr alles essen kann. Doch auch hierfür gibt es einen kleinen Trick: Alle Pasta- und Pesto-Liebhaber können aus der Basilikumflut ihr eigenes Pesto zubereiten.

Basilikum-Pesto-Rezept

Zutaten:
  • 10 bis 15 Stängel Basilikum
  • 5 Stängel Pfefferminze oder Zitronenmelisse
  • 100 ml Öl (je nach Geschmack Sonnenblume oder Olive)
  • 50 g Cashewkerne (je nach Geschmack auch Sesam oder Pinienkerne)
  • 1 Knoblauchzehe
  • 50 g Parmesan
  • 1 Prise Salz
  • Öl zum Bedecken
Zubereitung:

Als Erstes die Nüsse in einer beschichteten Pfanne ohne Öl rösten, bis sie ihr Aroma entfalten – dann beiseitestellen und abkühlen lassen. Die Kräuter waschen und anschließend die Blätter von den Stängeln zupfen. Anschließend die Kräuter mit der Hälfte des Öls in einen Mixer geben und zerkleinern. Die geschälte Knoblauchzehe zusammen mit Käse, Salz und dem restlichen Öl zur Kräuter-Öl-Masse hinzugeben und so lange pürieren, bis eine glatte Masse entsteht.

Das fertige Pesto in saubere und mit heißem Wasser ausgespülte Gläser abfüllen. Zum Schluss das Pesto komplett mit einer Schicht Öl abdecken, um es haltbarer zu machen. Im Kühlschrank gelagert hält das Pesto wochenlang und kann zu Nudeln, Gnocchi, Fleisch und angebratenem Gemüse gegessen werden. Das Resümee: Hat man einmal Pesto selbst gemacht, möchte man nie mehr auf gekauftes zurückgreifen – so gut schmeckt es.

Kleiner Tipp: Sie können Pesto das ganze Jahr über aus allen möglichen anderen Kräutern, Obst und Gemüse zubereiten. So eignen sich im Frühling besonders Bärlauch, Feldsalat, Spinat, Spargel oder Petersilie dazu. Im Sommer kann auf Rucola, Kohlrabiblätter, Mangold, Möhrengrün, Schnittlauch und Erbsen zurückgegriffen werden. Der Herbst bietet mit Äpfeln, Brokkoli, Kürbis und Maronen eine besondere Pesto-Vielfalt. Auch im Winter muss mit Grünkohl, Rosenkohl oder Rotkraut nicht auf Pesto verzichtet werden.



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