Die Wahrscheinlichkeit, mit oder an Corona zu sterben, liegt weltweit durchschnittlich bei 0,15 Prozent. Zwischen Jungen und Alten unterscheiden sich die Werte um Faktor 1.000 oder noch mehr.Foto: Kay Nietfeld/dpa/dpa

Neue Ioannidis-Studie: Infektionssterblichkeit weltweit bei etwa 0,15 Prozent

Von 13. April 2021 Aktualisiert: 13. April 2021 13:38
Die Wahrscheinlichkeit, „mit oder an“ Corona zu sterben, liegt weltweit bei etwa 0,15 Prozent und ist damit mit der Infektionssterblichkeit „einer mittleren bis stärkeren Grippe“ vergleichbar. Zu diesem Ergebnis kommt Medizin-Wissenschaftler und Stanford-Professor John Ioannidis – erneut. Anders als bei einer Grippe gibt es aber Unterschiede zwischen den Altersgruppen „um einen Faktor 1.000 oder noch mehr“.

Erste Daten aus China gaben Anfang 2020 ein völlig falsches Bild von der Infektionssterblichkeit mit dem Coronavirus. Völlig unrealistische Zahlen flossen in Modellrechnungen ein, die seither für Angst und Panik gesorgt haben. Seriöse, wissenschaftlich ordentlich durchgeführte Studien und Berechnungen wurden nicht wirklich zur Kenntnis genommen, wie die erste Veröffentlichung am 17. März 2020 von John Ioannidis, der aus dem Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“ die Infektionssterblichkeit (IFR) mit 0,125 Prozent errechnete. Das entspricht einer mittleren bis stärkeren Grippe.

Das wurde aber immer wieder bestritten und insbesondere in den fast permanent ausgestrahlten Corona-Talkshows der öffentlich-rechtlichen TV-Sender wurden immer wieder Fantasiezahlen genannt.

Am 7. Oktober 2020 meldete sich Ioannidis wieder mit einer umfangreichen Studie, in der er die Gesamtinfektionen bis dahin mit etwa 1 Milliarde abschätzte und auf eine IFR von 0,15 bis 0,20 Prozent kam. Wobei für die unter 70-jährigen der Wert sogar mit nur 0,05 Prozent errechnet wurde. Anders als Grippe, die auch sehr Junge stark betrifft und gefährden kann, besteht bei SARS-CoV-2 ein Unterschied zwischen Jungen und Alten um einen Faktor 1.000 oder noch mehr. Das mittlere Alter der Verstorbenen liegt auch um 1 bis 2 Jahre über der jeweiligen Lebenserwartung pro Land. 

Mit der neuen Studie, die schon auf wesentlich mehr Daten beruht, legt sich Ioannidis nun mit einer durchschnittlichen IFR von 0,15 Prozent auf das untere Ende seiner Oktober-Studie fest. Seine erste Berechnung aus dem März 2020 war offenbar schon sehr genau. Er schätzt die weltweiten Infektionen per Ende Februar 2021 nunmehr auf 1,5 bis 2 Milliarden Menschen. Das entspricht einem Anteil von etwa 20 bis 25 Prozent der Weltbevölkerung.

Der Stand der bisherigen Erkenntnisse

Ioannidis schreibt in der neuen, wieder in der Wiley Online Library erschienenen Studie, dass das Ausmaß der weltweiten Ausbreitung der SARS-CoV-2-Infektionen und die Infektionssterblichkeitsrate (IFR) von COVID-19 noch immer kontrovers diskutiert werden. Viele Seroprävalenzstudien haben relevante Schätzungen geliefert. Diese Schätzungen fließen in Prognosen ein, die die Entscheidungsfindung beeinflussen. Einzelne Studien sorgen für Verwirrung, da sie große Unsicherheiten und unklare Verallgemeinerbarkeit über Länder, Orte, Einstellungen und Zeitpunkte hinweg hinterlassen. Einige übergreifende Auswertungen haben aber systematisch Daten aus mehreren Studien und Ländern integriert.

Mit der neuen Studie untersucht Ioannidis, was typische Schätzungen von Verbreitung der Infektionen mit dem Coronavirus und der Infektionssterblichkeit IFR sind, wie heterogen sie sind und welche Faktoren die Heterogenität erklären. Ein Überblick über diese systematischen Auswertungen, der ihre Methoden, Verzerrungen und Schlussfolgerungen vergleicht, kann dabei helfen, ihre Ergebnisse zu diesen wichtigen Parametern der COVID-19-Pandemie in Einklang zu bringen.

Es wurden systematische Auswertungen von Seroprävalenzstudien identifiziert, die keine länderspezifischen Einschränkungen aufwiesen und die entweder die Gesamtzahl der Infizierten und/oder die Gesamt-IFR schätzten. Es wurden Informationen extrahiert und verglichen zu Zulassungskriterien, Recherchen, Umfang der eingeschlossenen Evidenz, Korrekturen/Anpassungen der Seroprävalenz- und Todesfallzahlen, quantitative Synthesen und Umgang mit Heterogenität, Hauptschätzungen und globale Repräsentativität.

Ergebnisse

Sechs systematische Auswertungen wurden von Ioannidis einbezogen. Jede kombinierte Daten aus 10 bis 338 Studien (aus jeweils 9 bis 50 Ländern), da die Auswahlkriterien unterschiedlich waren. Zwei Auswertungen wiesen offensichtliche Datenmängel, Verstöße gegen die angegebenen Eignungskriterien und voreingenommene Eignungskriterien (zum Beispiel Ausschluss von Studien mit wenigen Todesfällen) auf, die die IFR-Schätzungen konsequent aufblähten. Die Durchsicht der quantitativen Synthesemethoden wies ebenfalls einige Herausforderungen und Verzerrungen auf.

Die globale Repräsentativität war mit 78-100 Prozent der Evidenz aus Europa oder Amerika gering; die beiden problematischsten Auswertungen berücksichtigten nur 1 Studie aus anderen Kontinenten. Unter Berücksichtigung dieser Vorbehalte stimmten 4 Auswertungen in ihren endgültigen Abschätzungen für die globale Ausbreitung der Pandemie weitgehend überein und die beiden anderen Auswertungen würden nach Korrektur der offensichtlichen Fehler und Verzerrungen ebenfalls übereinstimmen.

Schlussfolgerungen

Alle systematischen Auswertungen der Seroprävalenzdaten stimmen darin überein, dass die SARS-CoV-2-Infektion global weit verbreitet ist. Unter Berücksichtigung verbleibender Unsicherheiten deuten die verfügbaren Daten auf eine durchschnittliche globale IFR von etwa 0,15 Prozent und etwa 1,5 bis 2,0 Milliarden Infektionen bis Februar 2021 hin, wobei es erhebliche Unterschiede in der IFR und in der Infektionsausbreitung zwischen den Kontinenten, Ländern und Orten gibt.

Die Highlights der Studie:

  • Sechs systematische Auswertungen haben Seroprävalenzstudien ohne länderspezifische Einschränkungen ausgewertet und entweder die Gesamtzahl der Infizierten und/oder die aggregierten Infektionssterberaten für SARS-CoV-2 geschätzt.
  • Diese systematischen Auswertungen haben jeweils Daten aus 10 bis 338 Studien (9 bis 50 Länder) mit sich teilweise überschneidenden Evidenzsyntheseansätzen kombiniert.
  • Einige Entscheidungen bezüglich der Eignung, des Designs und der Datensynthese sind voreingenommen, während andere abweichende Entscheidungen vertretbar sind.
  • Der Großteil der Evidenz (78-100 Prozent) stammt aus Europa oder Amerika.
  • Alle systematischen Auswertungen der Seroprävalenzdaten stimmen darin überein, dass die SARS-CoV-2-Infektion global sehr weit verbreitet ist.
  • Die globale Infektionssterblichkeitsrate beträgt ca. 0,15 Prozent bei 1,5 bis 2,0 Milliarden Infektionen (Stand: Februar 2021).

Angesichts dieser Erkenntnisse hat nichts von dem, was die Regierungen in Europa noch an Maßnahmen verfügen, eine sachliche Begründung. Ebenso gilt diese für den Impfpass und die Impfkampagnen.

Der Artikel erschien zuerst auf dem Blog von Dr. Peter F. Mayer: Neue Ioannidis Studie: Infektionssterblichkeit weltweit etwa 0,15 ProzentAlle aktuellen News im TKP Telegram Channel.


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Unsere Buchempfehlung

Krankheiten wie COVID-19, Katastrophen und seltsame Naturereignisse machen den Menschen aufmerksam: etwas läuft schief. Es läuft tatsächlich etwas sehr schief. Die Gesellschaft folgt - verblendet vom "Gespenst des Kommunismus" - einem gefährlichen Weg.

Es ist der Kampf zwischen dem Guten und dem Bösen, zwischen dem Göttlichen und dem Teuflischen, die in jedem Menschen wohnen.

Dieses Buch schafft Klarheit über die verworrenen Geheimnisse der Gezeiten der Geschichte – die Masken und Formen, die das Böse anwendet, um unsere Welt zu manipulieren. Und: Es zeigt einen Ausweg. „Chinas Griff nach der Weltherrschaft“ wird im Kapitel 18 des Buches „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ analysiert. Hier mehr zum Buch.

Jetzt bestellen - Das dreibändige Buch ist sofort erhältlich zum Sonderpreis von 50,50 Euro im Epoch Times Online Shop

Das dreibändige Buch „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ untersucht auf insgesamt 1008 Seiten historische Trends und die Entwicklung von Jahrhunderten aus einer neuen Perspektive. Es analysiert, wie der Teufel unsere Welt in verschiedenen Masken und mit raffinierten Mitteln besetzt und manipuliert hat.

Gebundenes Buch: Alle 3 Bände für 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands); Hörbuch und E-Book: 43,- Euro.

Weitere Bestellmöglichkeiten: Bei Amazon oder direkt beim Verlag der Epoch Times – Tel.: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]

Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion