Verbieten ist das neue Regieren – Ausstiege sind die neuen Visionen – Panik ist die neue Vernunft

Von 9. September 2019 Aktualisiert: 9. September 2019 16:26
Der Eindruck drängt sich förmlich auf, dass man in Berlin im Kabinett und in den Parteizentralen jeden Montag zusammenkommt, um sich über die neuesten Verbotsideen auszutauschen und per Akklamation das „Verbot der Woche“ zu wählen.

Egal wer in Berlin gerade die Stimme erhebt, immer klingt es nach den wilden 20er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Klamauk, mit großer Ernsthaftigkeit vorgetragen, nur dass heute, hundert Jahre später, niemand mehr wagt, die Pointe zu erkennen und in Gelächter auszubrechen. Die gute – billige – deutsche Schallplatte wird mit großem, ja tierischem Ernst abgespielt. Und ist der Käse auch noch so alt: Das Rollen des Käses zum Bahnhof, insbesondere eines unverzollten solchen, muss in Verantwortung für die zukünftigen Generationen auch heute wieder verboten werden.

 

 

Der Eindruck drängt sich förmlich auf, dass man in Berlin im Kabinett und in den Parteizentralen jeden Montag zusammenkommt, um sich über die neuesten Verbotsideen auszutauschen und per Akklamation das „Verbot der Woche“ zu wählen.

Peter Ustinov in der Rolle des Pyromanen Nero hätte mühelos vor der Kulisse des brennenden Roms alle Texte aufsagen können, die – inspiriert von Greta – derzeit von Svenja Schulze (Plastiktüten Svenja) bis Robert (Bundeskanzler) Habeck und Annalena Kobalt-Kobold-Baerbock so losgelassen werden.

Es genügt ein Verrückter, ein durchgeknallter Bußprediger, um aus dem exhibitionistisch veranlagten Teil der entwurzelten Massen so viele Jüngerinnen und Jünger mit von unsichtbarer Hand tausendfach vorgedruckten Plakaten auf die Straßen zu treiben, dass die um Sitz und Diäten bangenden Repräsentanten ihrer selbst und ihrer Parteien das Rauschen der Brandung des Volkeswillens zu vernehmen glauben, sich an die Spitze der Bewegung stellen, den Irrsinn zur Chefsache erklären und sich im medialen Widerhall ihres blinden Aktionismus sonnen wie E.T.A. Hoffmanns siebenköpfiger Mausekönig bis zu seinem vorletzten Atemzug. Der Nussknacker hat den Mäuserich besiegt und das alles verwüstende Mäuseheer ins Reich der Fantasie zurückgeschlagen, aus dem es finster dräuend hervorgekrochen gekommen war.

Wir, die deutschesten und dümmsten unter den aufgeklärten Mitteleuropäern, glauben in freiheitlich-demokratischer Mehrheitlichkeit weder an die archaischen Weisheiten der Märchen, noch an die archaischen Weisheiten der Religionen, die beide auf ihre Weise zu Wachsamkeit, Bereitschaft und (!) Kampf aufrufen, sondern nur noch an unsere eigene Torheit, die da sinngemäß lautet:

Wenn du nur aufhörst, der Maus mit Fallen nachzustellen, wird auch sie keinen Grund mehr haben, an deinen Vorräten zu nagen.“

  • Wenn wir nur aufhören, SUVs zu fahren, werden die Chinesen auch keinen Grund mehr haben, Kohlekrafwerke zu errichten und zu betreiben?
  • Wenn wir nur aufhören, Fleisch zu verzehren, werden die Brasilianer auch keinen Grund mehr haben, den Regenwald abzuholzen?
  • Wenn wir nur aufhören, Inlandsflüge zu nutzen, wird die Bahn auch keinen Grund mehr haben, teuer, überfüllt und unpünktlich zu sein?
  • Wenn wir nur aufhören, Ölheizungen zu betreiben, werden die USA auch keinen Grund mehr haben, Fracking Gas nach Polen zu exportieren?
  • Wenn wir nur aufhören, Kinder zu bekommen, wird es auch keinen Grund mehr geben, die Bevölkerung Afrikas jede Woche um eine Million Menschen wachsen zu lassen.

Es ist alles logischer Blödsinn, weil es die unterstellten Zusammenhänge nicht gibt. Aber nur, wenn es diese Zusammenhänge gäbe, könnte das „Deutsche Vorbild“, an dessen Wesen die Welt genesen soll, überhaupt dazu führen, dass damit dem übergeordneten Blödsinn Genüge getan werden kann.

Der übergeordnete Blödsinn heißt:

Wenn die Menschheit nur aufhört, CO2 zu emittieren,
wird auch das Klima keinen Grund mehr haben, sich zu wandeln.

Verstehen Sie das Problem!?
Es gibt die behaupteten Zusammenhänge nicht.

So sehr auch von den Dächern getrommelt und gepfiffen wird: Die Menschen kommen intuitiv mehrheitlich zu dem Schluss, belogen zu werden, und denken gar nicht daran, von sich aus mehr als bisher auf Fleisch, SUVs, Inlandsflüge, Ölheizungen und Kinder zu verzichten.

Wenn darauf nun Verbote folgen, wie die bereits ausgesprochenen Dieselfahrverbote oder der Ausstieg aus der Braunkohleverstromung, was ja auch nichts als ein Verbot ist, dann hat das mit dem vorgeblichen Zweck so gut wie nichts zu tun, es geht nur noch darum, die Glaubwürdigkeit zu bewahren. Wer vor der Klimakatastrophe warnt und die Verursacher benennt, aber nicht mit aller Härte gegen diejenigen vorgeht, die nicht freiwillig einlenken, wird schnell unglaubwürdig.

  • Und wer unter unserem politischen Personal
    besitzt schon die Größe, einen Irrtum zuzugeben,
  • wo doch jeder weiß, dass niemand
    unter dem gegenwärtig wirkenden politischen Personal
    die Größe besitzt,
  • einem politischen Gegner, der einen Irrtum zugibt,
    daraus nicht für alle Zeiten einen Strick zu drehen?
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Nachbetrachtung

Sicherlich wirkt ein SUV so, als sei er für Kurzstreckenfahrten in der Stadt nicht gerade optimal konstruiert. Allein wegen seiner äußeren Abmessungen sind viele Parkplätze, in die ein Smart noch gut hineinpasst, für den SUV-Piloten nicht nutzbar. Sein Gewicht erfordert eine gewisse Mindest-Motorisierung, die wiederum einen Mindest-Energie-Einsatz erfordert, um das Ding geschmeidig zu bewegen, was den Betrieb des schon in der Anschaffung/im Leasing recht teuren Blechgebirges nochmals verteuert.

Dennoch zeugen die Zulassungszahlen a) davon, dass SUVs nach wie vor höchst begehrt sind, und b) auch davon, dass die Industrie genau diese Fahrzeuge gerne herstellt und mit Gewinn verkauft.

Abgesehen von allen hochgradig abgehobenen Überlegungen, wie zum Beispiel der Frage, wie sich ein SUV-Verbot mit der Vorstellung von Freiheit und mündigen Bürgern vereinbaren lässt, muss auf einen ganz wichtigen, gar nicht abstrakt abgehobenen, sondern vollkommen realen Aspekt hingewiesen werden:

Die Herstellung von SUVs ist aufwändiger als die Herstellung von kleinen Stadtautos. Die Produktion von SUVs inländischer Hersteller erfordert daher auch mehr menschliche Arbeit als die Herstellung von kleinen Stadtautos, die dann womöglich auch noch aus Japan importiert werden. Das heißt: SUVs steigern nicht nur das Bruttosozialprodukt, sie erhöhen die Beschäftigung, bzw. senken die Arbeitslosigkeit.

Auch wenn es sich beim SUV zu 60% um unter Mobilitätsgesichtspunkten „nutzlose Masse“ handelt die nur dem Geltungsbewusstsein der Besitzer dient, ist diese Verschwendung volkswirtschaftlich sinnvoll, wie jede vermeintliche Verschwendung volkswirtschaftlich sinnvoll ist, wenn damit bezahlte Arbeitsplätze erhalten oder gar geschaffen werden und Geld im Umlauf bleibt, statt sich in Finanzanlagen zu verkrümeln. Sogar für eine arme Kommune ist es besser, an Straßen und Plätzen für blühenden Blumenschmuck zu sorgen, als auch noch die Gärtner und deren Helfer in die Arbeitslosigkeit zu schicken.

Letztlich ist es unmöglich, Wachstum herbeizusparen.
Noch unmöglicher ist es, Prosperität herbeizuverbieten.

Gänzlich unmöglich ist es, die Aktivitätszyklen der Sonne durch aztekische Menschenopfer oder postfaktische CO2-Beschwörungen zu beeinflussen.
Dass so etwas immer – und auch heute – wieder versucht wird, und dass hierzulande das laute Gelächter ausbleibt, während das Gelächter der näheren und ferneren Nachbarn, wenn überhaupt, so mit Empörung zur Kenntnis genommen wird, finde ich inzwischen zum Schießen komisch.

Leute, rollt Käse zum Bahnhof!

Zuerst erschienen auf EGON-W-KREUTZER.de

Egon W. Kreutzer ist Unternehmensberater, Buchautor und Blogger auf EGON-W-KREUTZER.de

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.