Wie China heimlich die Aktienmärkte manipuliert und den Westen um Zig-Milliarden Investitionen betrügt

Von 27. September 2019 Aktualisiert: 28. September 2019 14:12
Wie weit wird der US-Präsident im Handelskrieg mit China gehen?

Durch die Verschärfung des Handelskrieges zwischen den USA und China nehmen die Chancen auf ein Handelsabkommen zwischen den beiden Ländern weiter ab. In dieser sehr erbitterten Phase ist ein Abkommen vielleicht nicht einmal möglich – und scheint uns bis zu den Wahlen 2020 einen eskalierenden Handelskrieg zu bescheren.

Zusätzlich zur Anwendung hoher Zölle auf jedes Produkt, welches China in die Vereinigten Staaten exportiert, hat Präsident Donald Trump Huawei und seinen Tochtergesellschaften verboten, Geschäfte mit US-Firmen und Telekommunikationsbetreibern zu tätigen. Der Verdacht besteht, dass in die Ausrüstung Vorrichtungen zum umfassenden Datendiebstahl eingebaut sind.

Auch wenn die Durchführung dieses Verbots sich als viel schwieriger erwiesen hat, als es zu erlassen, ermutigt die USA ihre Verbündeten in Europa, Asien und Ozeanien, den chinesischen Telekommunikationsausrüster und Netzbetreiber ebenfalls zu blockieren. Diese Bemühungen haben an Fahrt gewonnen – Huawei verlor allein im Jahr 2019 mehr als eine Milliarde Dollar an Geschäftsvolumen. Weitere Verbotsmaßnahmen gegen chinesische Technologieunternehmen werden wahrscheinlich folgen.

Was kann oder wird Washington noch tun, um Peking für seinen Wirtschaftskrieg gegen die Vereinigten Staaten zu bestrafen? Eigentlich ziemlich viel.

Die Verweigerung des Zugangs für China zu den US-amerikanischen Kapitalmärkten wird derzeit auf höchster Ebene der US-Regierung ernsthaft geprüft. Die Gründe dafür sind klar und überzeugend: China missbraucht das System seit Jahrzehnten, indem es die finanzielle Gesundheit börsennotierter Unternehmen zum Nachteil von Investoren und Kapitalmärkten vortäuscht.

Chinas Manipulationstechniken am Aktienmarkt sind gut bekannt

Die Manipulation der Aktienmärkte ist für China nichts Neues. Tatsächlich handelt es sich um eine Standardprozedur. Jahrelang wurden chinesische Unternehmen nach der Finanzkrise von 2008 durch „Reverse Takeovers“ an den US-Börsen notiert. Das ist eine gerissene Vorgehensweise, bei dem ein chinesisches Unternehmen ein gescheitertes oder inaktiv gelistetes Unternehmen übernimmt und damit plötzlich zu einem börsennotierten Unternehmen wird.

„Reverse Takeovers“ sind weder illegal noch unbedingt schlecht. Aber China nutzte diesen Prozess, um unbekannten chinesischen Unternehmen sofortige Vertrauenswürdigkeit zu verleihen. Darüber hinaus zogen sie viele Investoren an, die praktisch keine Kontrolle über die Rentabilität ihrer Geschäftstätigkeit oder die Richtigkeit ihrer Buchhaltung hatten.

Das Ausmaß des chinesischen Betrugs ist erschütternd. In dem Dokumentarfilm „The China Hustle“ von 2018 deckte Produzent Jed Rothstein auf, wie bis zu 50 Milliarden Dollar oder mehr in betrügerische Unternehmen investiert wurden, die an den Börsen von New York und bei der Nasdaq notiert waren.

Wie konnte es zu so massiven Betrügereien in Unternehmen unter den Augen der Aufsichtsbehörden kommen?

Anscheinend ist es ganz einfach. Der erfahrene Hedge-Fonds-Manager Jim Chanos bekräftigt das, indem er feststellte: „Wenn das Management Betrug begehen will, werden die Prüfer ihn wahrscheinlich nicht finden.“

Aber es sind nicht nur die US-Börsen, die China ausnutzt. An den Börsen von Shanghai und Hongkong laufen seit Jahren mehrere Versionen von „Aufpumpen-und-Fallenlassen-Programmen“. Das Vorgehen ist immer dasselbe. Die Bewertungen werden schnell aufgebläht, was Millionen von chinesischen Investoren anzieht, die dann bis zum Anschlag in diese Aktien investieren, um an diesen Gewinnen teilzuhaben.

Dann verkaufen die Insider – oft Parteimitglieder – ihre Positionen, wenn die eigentlich wertlosen Aktien auf einem Höchststand sind und kassieren Milliarden unrechtmäßig erworbener Gewinne.

Verbot der Kapitalgewinnung aus den USA für China

Aus diesen Gründen schlagen US-Gesetzgeber wie Senator Marco Rubio (R-Fla.) vor, ein Verbot auszusprechen, die 49,5 Milliarden Dollar an US-Pensionsfondsgeldern (bekannt als iFund) in chinesische Unternehmen zu investieren. Das würde ein klares Signal an China aussenden, indem es verhindert, dass beträchtliche Mengen an Investitionsmitteln in chinesische Unternehmen fließen.

Aber so bedeutsam dieser Schritt auch sein mag, er könnte sogar noch größere Auswirkungen auf den Kapitalbedarf Chinas haben.

Fünfundfünfzig Prozent aller neuen US-Listings in diesem Jahr waren chinesische Unternehmen. Berücksichtigt werden sollten auch die Auswirkungen der Weigerung der US-Regierung, ihre 578 Milliarden Dollar Pensionsfonds in den MSCI All Country World Index zu investieren. Chinesische Unternehmen machen heute schon 4 Prozent dieses Indexes aus. In einigen Jahren wird sich dieser Prozentsatz voraussichtlich mehr als verdoppeln.

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Ohne Zugang zu den US-Kapitalmärkten würden sich Unternehmen aus China vergeblich um das Kapital bemühen, das sie zum Überleben benötigen.

Komplikationen im Überfluss

Aber es gibt Komplikationen bei dieser Strategie. Zum einen sind chinesische Unternehmen tief in wichtige Indizes eingebettet, die in fast jedem Vorsorge- und Anlageportfolio in den USA zu finden sind. Die Entfernung chinesischer Unternehmen könnte für Investoren in Form von Wertverlusten und für die Gesundheit der Kapitalmärkte selbst kostspielig sein.

Auch würde der Ausschluss chinesischer Unternehmen von den US-amerikanischen Kapitalmärkten wahrscheinlich Investitionsriesen wie JPMorgan Chase dazu zwingen, ihre Pläne zur Aufnahme weiterer chinesischer Unternehmen in ihre Indizes zu überdenken. Es könnte auch andere ausländische Investoren daran hindern, die US-Kapitalmärkte zu nutzen und natürlich China dazu zwingen, anderswo nach Kapitalinvestitionen zu suchen.

Weitere Kapitalmärkte stehen zur Verfügung. Die Märkte Shanghai und Hongkong sind wahrscheinliche Alternativen, aber angesichts ihres Rufs und der aktuellen politischen Krise in Hongkong sind sie nicht mit den Märkten der USA vergleichbar. Europäische und vielleicht japanische Märkte sind eine Option, aber ihre Zinsentwicklung und Investitionsniveau bleiben abzuwarten.

Verschlechterung der Beziehungen zwischen den USA und China

China aus den US-Kapitalmärkten zu vertreiben, wird nicht einfach sein oder gar folgenlos bleiben. Die US-Kapitalmärkte könnten zumindest kurzfristig einen gewissen Reputationsschaden erleiden. Wenn China ausgeschlossen wird und Kapitalinvestitionen auch anderweitig eingeschränkt oder kontrolliert werden, kann dies die Wahrnehmung der US-amerikanischen Kapitalmärkte weltweit verändern.

Eine solche Politik hätte auch mehrere unmittelbare geopolitische Folgen. Die Beziehungen zwischen den USA und China würden sich verschlechtern und könnten den Handelskrieg weiter verlängern als erwartet. Das könnte jedoch der Preis sein, der gezahlt werden muss.

Das Argument, um China von den US-Kapitalmärkten auszuschließen, ist einfach, aber überzeugend:

Warum sollte die Regierung der Vereinigten Staaten den US-Kapitalmärkten und dem amerikanischen Volk erlauben, den mächtigsten Gegner der Freiheit in der Welt zu finanzieren, der genau die Märkte und das gesamte globale Finanzsystem bedroht, an denen er teilnimmt?

Die Antwort mag leicht verständlich sein, aber sie wird schwer in die Praxis umzusetzen sein.

James Gorrie ist ein Schriftsteller und Redner mit Sitz in Südkalifornien. Er ist der Autor von „The China Crisis“. Das Original erschien in The Epoch Times (USA) (deutsche Bearbeitung von al)
Originalartikel: Will Trump Kick China out of Financial Markets?

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.