Knallkrebse werden mit steigenden Temperaturen aktiver.
Knallkrebse werden mit steigenden Temperaturen aktiver - und die Ozeane lauter.Foto: iStock

Steigende Temperaturen machen die Ozeane lauter + Audio

Von 20. Februar 2020 Aktualisiert: 22. Februar 2020 22:47
Eines der lautesten Lebewesen des Ozeans ist kleiner, als man erwarten würde - und sie werden immer lauter. Forscher haben herausgefunden, dass Knallkrebse mit steigenden Wassertemperaturen aktiver werden und die Geräuschkulisse der Küste dominieren.

Eines der lautesten Lebewesen des Ozeans ist kleiner, als man erwarten würde: Pistolen- oder Knallkrebse. Und die kleinen Tiere werden in Zukunft noch lauter werden. Ursache dafür sind steigende Wassertemperaturen, so die Forscher der amerikanischen geophysischen Vereinigung (AGU). Am Freitag (21.02.) stellen sie ihre Ergebnisse auf dem Ocean Sciences Meeting 2020 in San Diego vor.

Knallkrebse erzeugen ein durchdringendes Knistern, das in den Meeren widerhallt. Wissenschaftler vermuten, dass das Geräusch den Garnelen bei der Kommunikation, der Verteidigung von Territorien und der Jagd nach Nahrung hilft.

Meeresbiologe: „Ein wirklich cooles kleines Tier“

Wenn genügend Krebse auf einmal schnappen, kann das Geräusch die Geräuschkulisse der Küstenozeane dominieren und mitunter Sonargeräte von Schiffen irritieren. Wie Knallkrebse im Labor klingen, zeigt dieses Video.

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„Es ist ein wirklich cooles kleines Tier“, sagte Aran Mooney, ein Meeresbiologe am Woods Hole Oceanographic Institution, der die Arbeit vorstellen wird. „Es ist ein Krustentier, eine Art kleine Garnele oder Hummer. Sie machen ein Geräusch, indem sie eine Schere so schnell schließen, dass eine Kavitationsblase entsteht. Wenn diese Blase implodiert, macht sie dieses Schnappgeräusch.“

Da Krebse im Wesentlichen kaltblütige Tiere sind, werden ihre Körpertemperatur und ihr Aktivitätsniveau weitgehend von ihrer Umgebung gesteuert. Aus demselben Grund können sich Ameisen bei wärmerem Wetter schneller bewegen als bei kühlerem.

Mooney und seine Kollegin Ashlee Lillis stellten auch bei Knallkrebsen eine starke Beziehung zwischen wärmeren Gewässern und lauteren, häufigeren Schnappgeräuschen fest. Dafür belauschten sie Krebse in ihrem Labor und im Ozean bei unterschiedlichen Wassertemperaturen. „Wenn die Temperaturen steigen, steigen auch die Schnappraten“, sagte Mooney.

„Wir können im Feldversuch zeigen, dass nicht nur die Schnapprate, sondern auch der Geräuschpegel steigt“, sagte Mooney. „Die Meere werden also tatsächlich lauter.“

Knallkrebse könnten Fische und Schifffahrt stören

„Wir wissen, dass Fische Schall zur Kommunikation verwenden„, sagte Mooney. „Fische rufen sich gegenseitig, und sie geben Geräusche ab, um Partner anzuziehen und ihr Revier zu verteidigen. Wenn die Meere lauter werden, hat es das Potenzial, diese Kommunikation zu beeinflussen.“

Auch die menschliche Nutzung der Ozeane könnte durch sehr laute schnappende Krebse beeinträchtigt werden. Neben zivilen Anwendungen wie Fischfindern könnten weitere Sonargeräte betroffen sein.

Laut Mooney besteht außerdem die Möglichkeit, das lautere Hintergrundgeräusche im Meer die Instrumente der Marine beeinflussen. Auch das Aufspüren von Minen funktioniert mit Sonar. Erkennungsfehler könnten letztlich Auswirkungen auf die nationale Verteidigung haben.



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