Studie: Verbundenheit zur Natur macht Kinder glücklicher

Von 4. März 2020 Aktualisiert: 4. März 2020 13:44
Was viele (Groß-) Mütter schon immer wussten, haben Forscher jetzt offiziell bestätigt: Kinder, die eine Verbindung zur Natur haben, sind glücklicher. Außerdem fanden sie heraus, dass eine Abkopplung von der Natur "zur Zerstörung des Planeten" führen kann.

Die „Verbundenheit zur Natur“ ist nicht nur die Wertschätzung ihrer Schönheit. Es bedeutet auch, ein  Bewusstsein der Wechselbeziehung und Abhängigkeit zwischen Mensch und Natur zu haben. Hinzu kommt, alle Nuancen der Natur zu schätzen und sich als Teil von ihr zu fühlen.

Dr. Laura Berrera-Hernández und ihr Team am Instituto Tecnológico de Sonora (ITSON) befragte für eine Studie 296 Kinder im Alter von 9 bis 12 Jahren aus einer Stadt im Nordwesten Mexikos. Nach einer Selbsteinschätzung der Teilnehmer beobachteten die Forscher das tatsächliche Verhalten der Kinder, um eventuelle Abweichungen zu finden.

Schließlich kam Berrera-Hernández zu dem Schluss, dass die Verbundenheit mit der Natur Kinder glücklicher macht. Zudem verhielten sich diese Kinder tendenziell nachhaltiger und umweltfreundlicher. Die vollständige Studie veröffentlichte das Team in der Fachzeitschrift „Frontiers in Psychology„.

Verbundenheit zur Natur fördert Glück und Naturschutz

Die Forscher fanden heraus, dass bei Kindern das Gefühl der Verbundenheit mit der Natur positive Assoziationen hervorrief und sie über ein höheres Maß an wahrgenommenem Glück berichteten. Frühere Forschungen an Erwachsenen hatten eine Beziehung zwischen der Verbundenheit mit der Natur und dem daraus abgeleiteten Glücksempfinden sowie der Entwicklung von umweltverträglichen Verhaltensweisen bereits angedeutet.

Daher, so Berrera-Hernández, sollten „Eltern und Lehrer die Kinder dazu ermutigen, mehr Kontakt oder Exposition mit der Natur zu haben. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Exposition [Anm. der Red.: ein sich Aussetzen oder Begegnung] gegenüber der Natur […] mit nachhaltigem Verhalten und Glück verbunden ist.“

Auf der anderen Seite stellten die Forscher fest, dass eine Abkopplung von der Natur „zur Zerstörung des Planeten beitragen kann“. Kinder ohne Verbindung zur Natur entwickeln wahrscheinlich nicht den Wunsch, sie zu schützen.

Natur ist nicht gleich Natur

Eine andere Studie unter der Leitung der University of Washington (UW) beschreibt, dass nicht alle Formen der Natur gleich sind. Insbesondere das Erleben von Wildnis ist für die körperliche und geistige Gesundheit wichtig.

„Unsere Ergebnisse zeigten deutlich, dass verschiedene Arten von Natur unterschiedliche Auswirkungen auf den Menschen haben können“, sagte die Hauptautorin Elizabeth Lev von der UW School of Environmental and Forest Sciences. „Die wilden Gebiete in einem städtischen Park scheinen den Menschen mehr Vorteile zu bieten. Ihre sinnvollsten Interaktionen hingen von diesen relativ wilden Merkmalen ab.“

„Wir haben uns nur den Discovery Park angesehen, aber hier geht es um den gesamten Planeten“, ergänzte Levs Kollege Peter Kahn, Professor für Umwelt- und Forstwissenschaften und Psychologie. „Überall zerhackt die Entwicklung wilde Gebiete. Die Menschheit hat so viel Zerstörung verursacht, und es ist nicht aufzuhalten – es sei denn, wir hören auf.“

Schlüsselelemente im Alltag wichtig

Nach der Auswertung von über 300 Datensätzen identifizierte Levs Team einige Schlüsselelemente, die Menschen besonders glücklich machten. Diese „Interaktionsmuster“ wurden am häufigsten als wichtig von Besuchern vermerkt. Dazu gehören die Begegnung mit Wildtieren, das Gehen am/im Wasser, der Blick auf eine Aussicht und das Folgen einer (festgelegten) Spur.

Durch die Benennung der einzelnen Erlebnisse schufen die Forscher eine brauchbare Spur, um die für die Menschen wichtigsten Aktivitäten zu erkennen. Zum Beispiel könnte die Erfahrung, am Wochenende am Wasser entlang zu gehen, glücklich machen.

Zurück in der Innenstadt kann dann ein Spaziergang in der Mittagspause zu einem Brunnen oder Wasserspiel die Erinnerungen wecken und das Wohlbefinden steigern.

(Mit Material des Technologischen Instituts Sonora und der Universität von Washington)

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