TICKER 11.10.: Regierungskreise: Erdogan verhandelt mit Hamas über Freilassung von Geiseln aus Israel

Nach dem Großangriff der Hamas auf Israel verschärft sich die Lage in Nahost weiter: Die israelische Armee setzt ihre Vergeltungsschläge mit aller Härte fort. An der Grenze zum Gazastreifen, von wo aus die Hamas am Wochenende ihre Angriffe begonnen hatte, wurden massiv Truppen zusammengezogen. Eine Bodenoffensive Israels steht offenbar bevor.
Titelbild
Palästinensische Terroristen durchbrachen den Grenzzaun zwischen Israel und dem Gazastreifen.Foto: Alexi J. Rosenfeld/Getty Images
Von 11. Oktober 2023

Israel kämpft weiterhin gegen die Hamas. Wir tickern hier die wichtigsten Informationen – unsere Kollegen der Epoch Times Israel sind mittendrin. Diese warnen: „Es handelt sich nicht um einen gleichberechtigten oder ausgewogenen Kampf zwischen Ländern, sondern um eine Terrorgruppe, die Hamas, die in Israel eindringt und unbewaffnete Zivilisten tötet und entführt.“ Was am 7. Oktober geschah, kann hier nachgelesen werden, hier die Geschehnisse vom 8. und 9. Oktober und hier die von gestern, 10. Oktober.

+++ TICKER 11. Oktober +++

21:30 Uhr – Regierungskreise: Erdogan verhandelt mit Hamas über Freilassung von Geiseln aus Israel

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat nach Angaben aus Regierungskreisen Verhandlungen mit der Hamas über die Freilassung von Geiseln aus Israel begonnen. „Sie verhandeln, um die Freilassung von Geiseln zu erreichen“, sagte am Mittwoch eine Quelle aus Regierungskreisen der Nachrichtenagentur AFP und bestätigte damit Berichte des türkischen privaten Fernsehsenders Habertürk.

Unter den Geiseln befinden sich auch Ausländer. Nach Angaben aus dem Auswärtigen Amt in Berlin wurden mehrere Menschen mit doppelter israelischer und deutscher Staatsbürgerschaft verschleppt.

20:15 Uhr – Zahl der toten US-Amerikaner steigt auf 22

Die Zahl der bei Angriffen islamistischer Hamas-Terroristen in Israel getöteten US-Amerikaner ist nach Angaben des US-Außenministeriums auf mindestens 22 gestiegen. „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir den Tod von mindestens 22 US-Bürgern bestätigen“, teilte ein Sprecher des Ministeriums der Deutschen Presse-Agentur in Washington mit. Zuvor hatte Washington mindestens 14 Tote US-Staatsbürger gemeldet.

17 US-Bürger würden weiter vermisst, teilte die Sprecherin des Weißen Hauses mit. US-Präsident Joe Biden hatte am Dienstag gesagt, dass auch Amerikaner unter den Geiseln der Hamas seien. Weitere Details gab es dazu zunächst nicht. Der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, sagte, man werde alles tun, die verschleppten US-Staatanagehörige nach Hause zu holen.

19:10 Uhr – US-Politiker: Ägypten hatte Israel drei Tage vor Hamas-Angriff gewarnt

Israel ist nach Angaben eines US-Abgeordneten drei Tage vor dem Großangriff der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas von Ägypten gewarnt worden. „Wir wissen, dass Ägypten die Israelis drei Tage vorher gewarnt hat, dass sich ein solches Ereignis zutragen könnte“, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des US-Repräsentantenhauses, Michael McCaul, am Mittwoch nach einer Geheimdienstunterrichtung. „Es gab eine Warnung, ich denke die Frage ist, auf welcher Ebene.“

Der Hamas-Angriff sei von langer Hand geplant worden, sagte der Politiker der Republikanischen Partei weiter – möglicherweise seit einem Jahr. „Wir sind uns nicht ganz sicher, wie uns das entgangen ist, wir sind uns nicht ganz sicher, wie das Israel entgangen ist.“

Die ägyptische Regierung hat nicht öffentlich dazu Stellung genommen, ob sie Israel vor einem derartigen Angriff aus dem Gazastreifen gewarnt hat. Ägyptische Medien mit engen Kontakten zum ägyptischen Geheimdienst berichteten am Mittwoch allerdings, dass hochrangige Quellen in Sicherheitskreisen israelische Medienberichte über eine derartige Warnung dementiert hätten.

17:44 Uhr – Israels Armee: Verdacht eines Eindringens aus der Luft vom Libanon

Im Norden Israels hat die Armee am Mittwochabend ein mutmaßliches „Eindringen aus der Luft“ vom Libanon aus gemeldet. Der Armee zufolge heulten in mehreren Gebieten, auch in der Umgebung von Haifa, die Alarmsirenen. Das für den Zivilschutz zuständige Heimatfrontkommando forderte die Bewohner der Städte Beit Schean, Safed und Tiberias auf, „bis auf weiteres“ Schutzräume aufzusuchen, da ein „umfassender Angriff“ befürchtet werde.

16:26 Uhr – Einigung in Israel auf Bildung von Notstandsregierung

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich mit Oppositionspolitiker Benny Gantz auf die Bildung einer Notstandsregierung geeinigt. Dies bestätigten mehrere Minister von der Regierungspartei Likud am Mittwoch in Medien.

Den Berichten zufolge sieht die Einigung vor, dass Netanjahu, Verteidigungsminister Joav Galant sowie der ehemalige Verteidigungsminister Benny Gantz von der Partei Nationale Union ein Kriegskabinett bilden. Als Beisitzer ohne Stimmrecht sollen der ehemalige Generalstabschef Gadi Eisenkot und Likud-Minister Ron Dermer dienen. Gantz will den Berichten zufolge fünf Minister für das Sicherheitskabinett stellen.

Netanjahu hatte am Samstag den beiden Oppositionspolitikern Jair Lapid und Benny Gantz den Eintritt in eine Notstandsregierung angeboten. Seit Tagen liefen im Hintergrund Verhandlungen.

Unklar war, ob Oppositionsführer Lapid eine Rolle in der Notstandsregierung spielen wird. Medien zufolge soll ein Posten in der Regierung für ihn frei gehalten werden, sollte er sich anschließen wollen.

Es wird davon ausgegangen, dass eine breite Koalition notwendig sein wird, um weitreichende militärische und politische Entscheidungen in den nächsten Tagen durchsetzen zu können.

16:21 Uhr – Hamas und Islamischer Dschihad melden neue massive Raketenangriffe auf Israel

Die beiden Terrorgruppen Hamas und Islamischer Dschihad haben den Süden und das Zentrum Israels am Mittwoch nach eigenen Angaben massiv mit Raketen angegriffen. Die Al-Kuds-Brigaden, der bewaffnete Arm des Islamischen Dschihad, erklärten, sie griffen die Städte Tel Aviv, Aschdod und Aschkelon sowie Gemeinden in der Nähe zum Gazastreifen mit „schwerem Raketenfeuer“ an. Die Essedin-al-Kassam-Brigaden, der bewaffnete Flügel der Hamas, erklärten, sie hätten eine Rakete auf den Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv abgefeuert, wo israelische Behörden jedoch keinen Einschlag meldeten.

15:54 Uhr – US-Hilfe für Israel: Terrorgruppe droht mit Angriffen auf US-Stützpunkte

Ahmad al-Hamidawi, Anführer der im Irak ansässigen terroristischen Gruppe Kataib Hezbollah, hat mit Angriffen auf amerikanische Stützpunkte gedroht, falls die USA sich in den aktuellen Konflikt zwischen der Hamas und Israel in Gaza einmischen. „Unsere Waffen und Einheiten sind bereit, gezielte Schläge gegen amerikanische Stützpunkte durchzuführen und US-Interessen zu stören, sollte es zu einer Intervention kommen“, so al-Hamidawi in einer Mitteilung. Zudem drohte er mit Raketenangriffen auf israelische Ziele. Es ist bekannt, dass die Terrorgruppe Unterstützung aus dem Iran erhält.

Die Beziehungen zwischen den USA und Israel waren in den vergangenen Jahren nicht immer einfach. Mit dem Großangriff der radikalislamischen Hamas gegen Israel mit hunderten Toten ist Washington aber in eine häufig eingenommene Rolle zurückgekehrt: die des rückhaltlosen Israel-Unterstützers. US-Präsident Joe Biden, der dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu kritisch gegenübersteht, hat dem Land wiederholt die volle Unterstützung der Vereinigten Staaten zugesichert.

15:45 Uhr – Israel verstärkt Grenzzaun zum Gazastreifen

Reparaturarbeiten am Grenzzaun im Gazastreifen seien abgeschlossen, teilte die israelische Armee in einem „X“-Post mit. Neben der Beseitigung und Entschärfung vergrabener Sprengkörper entlang des Zauns wurden zusätzliche Maßnahmen zur Sicherung des Bereichs umgesetzt.  Kampf- und Ingenieurtruppen, unterstützt von Luftfahrzeugen der israelischen Luftwaffe, arbeiteten an der Verstärkung der Grenze, um maximale Sicherheit für die Bewohner Südisraels zu gewährleisten, heißt es weiter. Weitere Maßnahmen in den kommenden Tagen sind geplant.

15:33 Uhr – Zahl der getöteten Franzosen in Israel steigt auf zehn

Die Zahl der in Israel getöteten Franzosen ist auf zehn gestiegen. Zudem würden 18 französische Staatsbürger vermisst, unter ihnen auch mehrere Kinder, die „möglicherweise von der Hamas entführt“ worden seien, sagte Premierministerin Elisabeth Borne am Mittwoch in Paris. Frankreich hat für Donnerstag einen Sonderflug der Fluggesellschaft Air France für seine noch in Israel befindlichen Landsleute angekündigt.

14:43 Uhr – Gaza geht der Strom aus

Das einzige Kraftwerk im Gazastreifen ist nach Angaben der palästinensischen Elektrizitätsgesellschaft wegen Treibstoffmangels abgeschaltet worden. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Zuvor hatte die Stromgesellschaft mitgeteilt, ihre reguläre Produktion noch am Mittwoch einstellen zu müssen. Man werde dann auf Solarenergie umstellen, um zehn Stunden Strom pro Tag zu liefern, teilte die Gesellschaft mit.

Als Reaktion auf den Terrorüberfall der islamistischen Hamas hat Israel den Gazastreifen mit rund zwei Millionen Palästinensern abgeriegelt. Die humanitäre Situation im Gazastreifen war schon vorher sehr schwierig – auch aufgrund stundenlanger Stromausfälle.

12:54 Uhr – Pistorius bietet Israel deutsche Unterstützung an

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat seinem israelischen Kollegen Joav Galant Unterstützung aus Deutschland angeboten. Die Bundesregierung habe dieses Angebot auch gegenüber dem israelischen Militärattaché gemacht, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch in Berlin. „Beide haben bislang gesagt, dass sie keine Unterstützung brauchen, militärischer oder technischer Art. Es geht um politische Unterstützung“, sagte Pistorius. Diese stehe außer Frage.

12:44 Uhr – Hunderttausende im abgeriegelten Gazastreifen auf der Flucht

Nach Angaben des UN-Nothilfebüros OCHA flohen bisher etwa 264.000 Menschen innerhalb des dicht besiedelten und von Israel sowie Ägypten abgeriegelten Gazastreifens. Wie die Hilfsorganisation in der Nacht auf Mittwoch in Genf weiter mitteilte, sind die Vertriebenen in Schulgebäuden, bei Verwandten oder Nachbarn untergekommen. Allerdings gab es auch Stimmen, dass es in dem nur 40 Kilometer langen und zwischen sechs und zwölf Kilometer breiten Gebiet eigentlich kaum sichere Gegenden gebe.

11:28 Uhr – Mindestens 169 israelische Soldaten getötet

Bei den Kämpfen gegen die Hamas sind auf israelischer Seite nach Armeeangaben mindestens 169 Soldaten getötet worden. „Seit heute Morgen informieren wir die Familien von 169 israelischen Soldaten, die im Kampf gefallen sind“, sagte Armeesprecher Daniel Hagari am Mittwoch vor Journalisten. Auch die Familien von 60 entführten und in den Gazastreifen verschleppten Menschen seien kontaktiert worden.

11:00 Uhr – Israel droht zweite Front

Israel wurde nicht nur vom Gazastreifen aus angegriffen, sondern auch aus dem Süden des Libanons und aus Syrien. Mehrere Raketen aus Syrien seien auf offenem Gelände abgestürzt, teilte Israels Armee am Dienstagabend mit. Das Militär reagierte eigenen Angaben zufolge mit Artillerie und Mörsergranaten.

Die Schiitenmiliz Hisbollah feuerte aus dem Süden des Libanons nach eigenen Angaben eine Lenkrakete auf einen israelischen Panzer ab. Die Attacke am Dienstag erfolgte als „Reaktion auf die israelischen Angriffe“, hieß es in einer Mitteilung der eng mit dem Iran verbundenen Organisation.

Bereits am Vortag hatte die Hisbollah Raketen in Richtung Israel abgefeuert. Israels Armee reagierte mit Artilleriebeschuss. Es besteht Sorge, dass dort eine zweite Front entstehen könnte. Die Hamas unterhält enge Verbindungen mit der im Libanon mächtigen Schiitenmiliz Hisbollah.

10:37 Uhr – Israelische Gegenoffensive wird fortgesetzt

Die israelische Armee setzt ihre Gegenoffensive gegen weitere Ziele der Terrororganisation Hamas im Gazastreifen fort. Dabei soll ein Radarsystem zerstört worden sein, „das die Terrororganisation Hamas entwickelt hat und das zur Erkennung von Flugkörpern über dem Gazastreifen diente“, schrieb ein Armee-Sprecher in einem „X“-Post.

Nach Angaben eines AFP-Korrespondenten wurde zudem die mit der radikalislamischen Hamas verbundene Islamische Universität in Gaza bombardiert. Dabei wurden laut einem Universitätssprecher mehrere Gebäude des Komplexes zerstört.

08:46 Uhr – Erstes Flugzeug mit US-Munition in Israel eingetroffen

Ein erstes Transportflugzeug mit „hochentwickelter“ amerikanischer Munition sei in der Nacht auf dem Luftwaffenstützpunkt Nevatim im Süden Israels gelandet, berichtete die israelische Internet-Zeitung „The Times of Israel“ unter Berufung auf die israelischen Verteidigungskräfte (IDF).

Indessen will US-Außenminister Antony Blinken nach Israel reisen. Blinken werde voraussichtlich morgen dort eintreffen, kündigte der Sprecher des US-Außenministeriums, Matthew Miller, in Washington an. Der US-Außenminister wolle sich dort mit den israelischen Partnern über die Lage austauschen und erörtern, wie man Israel „im Kampf gegen die Terroristen, die diese schrecklichen Anschläge“ verübt hätten, am besten unterstützen könne, so Miller.

07:34 Uhr – Israel meldet Raketenangriffe aus Syrien und antwortet mit Artilleriebeschuss

Israel ist nach eigenen Angaben auch aus Syrien mit Raketen angegriffen worden und hat mit Artilleriebeschuss von den Golanhöhen aus reagiert.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden die Granaten von „palästinensischen Gruppen, die mit der libanesischen Hisbollah zusammenarbeiten“, abgefeuert. Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen aus einem Netzwerk verschiedener Quellen in Syrien. Die Angaben der Organisation sind von unabhängiger Seite jedoch kaum zu überprüfen.

Am Dienstagabend lieferten sich von Hubschraubern und Drohnen unterstützte israelische Truppen in der israelischen Stadt Aschkelon ein Feuergefecht mit mehreren Kämpfern, bei dem nach Angaben der Armee drei Palästinenser ums Leben kamen. Außerdem wurde neuer Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen in Richtung Aschkelon gemeldet.

06:00 Uhr – Militärsprecher: Zahl der Toten in Israel steigt auf 1.200

Die Zahl der Toten in Israel durch die Großangriffe der islamistischen Hamas ist auf mindestens 1.200 gestiegen. Das gab der Sprecher der israelischen Verteidigungskräfte (IDF), Jonathan Conricus, am Morgen bekannt. Die „überwältigende Mehrheit“ der Todesopfer seien Zivilisten. Mehr als 2.700 Menschen seien verletzt worden, sagte der Sprecher.

Die israelische Luftwaffe setzte unterdessen ihre Gegenschläge im Gazastreifen fort. Dutzende Kampfjets hätten mehr als 200 Ziele im Gebiet Al-Furqan angegriffen, teilten die Verteidigungskräfte (IDF) am frühen Morgen mit.

Durch die andauernden Gegenschläge der israelischen Luftwaffe starben im Gazastreifen nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums bisher mindestens 900 Menschen. 4.500 weitere Menschen wurden verletzt.

(Mit Material von Agenturen)



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