Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.Foto: KENZO TRIBOUILLARD/POOL/AFP über Getty Images

Macron: Frankreich kämpft nicht gegen „den Islam“ aber gegen „Hass auf die Republik“

Epoch Times5. November 2020 Aktualisiert: 5. November 2020 11:30
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat versichert, dass sich sein Land nicht im Kampf gegen den Islam befinde. Frankreich kämpfe gegen "islamistischen Separatismus, niemals gegen den Islam", schrieb Macron in einem Brief an die "Financial Times".

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat versichert, dass sich sein Land nicht im Kampf gegen „den Islam“ befinde. Frankreich kämpfe gegen den „islamistischen Separatismus, niemals gegen den Islam“, schrieb Macron in einem am Mittwochabend veröffentlichten Brief an die britische Zeitung „Financial Times“.

Der Kampf seines Landes richte sich gegen „die Aufklärungsfeindlichkeit, den Fanatismus, den gewalttätigen Extremismus“ und „niemals gegen eine Religion“, betonte der französische Staatschef in seinem langen „Brief an die Redaktion“, der auch vom Präsidialamt in Paris verbreitet wurde.

Mit dem Schreiben reagierte Macron auf einen Artikel, der am Montag auf der Webseite des Blattes erschienen, aber später von dort entfernt worden war. Darin war ihm vorgeworfen worden, die Muslime in Frankreich aus wahltaktischen Gründen auszugrenzen.

Macron kritisiert Abschottung von Muslimen gegenüber der französischen Gesellschaft

Macron betonte nun, in dem Artikel seien seine Äußerungen verzerrt worden. Er werde nicht zulassen, dass jemand den französischen Staat beschuldige, „den Rassismus gegenüber Muslimen zu fördern“.

Mit „islamistischem Separatismus“ meint Macron eine Abschottung gegenüber der übrigen französischen Gesellschaft. In bestimmten Vierteln sowie im Internet lehrten Gruppen, die mit dem „radikalen Islam“ in Verbindung stünden, den Kindern den „Hass auf die Republik“ und riefen zur Missachtung der Gesetze auf, kritisierte der Präsident in seinem Brief.

Macron hatte Mitte Oktober bei einer nationalen Trauerfeier für den von einem mutmaßlich islamistisch motivierten Täter enthaupteten Lehrer Paty ein rigoroses Vorgehen gegen islamistische Extremisten angekündigt.

Auch bekannte Macron sich deutlich zur Meinungs- und Pressefreiheit und damit zum Recht auf die Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten Mohammed. Paty hatte seinen Schülern Mohammed-Karikaturen gezeigt, um die Meinungsfreiheit zu erläutern.

Macrons Äußerungen lösten Proteste in muslimischen Ländern aus

Macrons Äußerungen lösten massive Proteste in zahlreichen muslimisch geprägten Ländern und Boykottaktionen gegen französische Waren aus. Zudem wurde Frankreich seither von einem weiteren mutmaßlich islamistischen Anschlag erschüttert. In Nizza tötete am Donnerstag vergangener Woche ein Angreifer drei Menschen in einer Kathedrale.

Am Montagabend wurde dann auch in Wien ein Anschlag mit mutmaßlich islamistischem Hintergrund verübt. Ein Attentäter schoss im Zentrum der österreichischen Hauptstadt auf Besucher und Angestellte von Restaurants und Bars und tötete vier Menschen, darunter eine Deutsche. Der Angreifer verletzte überdies 22 weitere Menschen. Er wurde dann von Polizisten erschossen. Die islamistische Terror-Organisation Islamischer Staat (IS) bekannte sich zum Anschlag.

Macron sagt Wien-Besuch ab

Macron kündigte nach dem Anschlag zunächst einen Besuch in Wien für kommenden Montag an, den er dann aber absagte. Stattdessen werde der Staatschef mit Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz zu Wochenbeginn per Videoschalte konferieren, teilte das Präsidialamt in Paris mit. Als Grund wurden durch die Corona-Krise bedingte terminliche Engpässe Macrons genannt.

Bei den Gesprächen zwischen Macron und Kurz soll es um ein gemeinsames Vorgehen gegen den islamistischen Extremismus und den Schutz der europäischen Außengrenzen gehen, wie ein Sprecher Macrons zuvor mitgeteilt hatte. Der französische Präsident hatte bereits am Tag nach dem Anschlag von Wien der österreichischen Botschaft in Paris einen Solidaritätsbesuch abgestattet. (afp)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion