Selenskyj: Russland kontrolliert nun ein Fünftel der Ukraine

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Russische Soldaten patrouillieren im eingenommenen Stahlwerk von Mariupol.Foto: OLGA MALTSEVA/AFP via Getty Images)
Epoch Times2. Juni 2022

In der Ukraine dauert der Krieg seit nunmehr hundert Tagen an – und die russischen Streitkräfte kontrollieren inzwischen ein Fünftel des Landes. „Rund 20 Prozent unseres Territoriums sind nun unter Kontrolle der Besatzer“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Im Osten des Landes werde die Lage immer schwieriger: „Wir verlieren täglich 60 bis 100 Soldaten.“ Seit Beginn des Krieges am 24. Februar wurden tausende Menschen getötet und mehrere Millionen Ukrainer in die Flucht getrieben.

Das nun von Russland in der Ukraine kontrollierte Territorium sei bei weitem größer als die Fläche aller Benelux-Staaten zusammen, sagte Selenskyj am Donnerstag in einer Ansprache vor dem Parlament in Luxemburg. Das Gebiet umfasse fast 125.000 Quadratkilometer, vor dem 24. Februar seien es gut 43.000 Quadratkilometer gewesen.

Nachdem der russische Militäreinsatz in den ersten Kriegswochen ins Stocken geraten war, konzentriert sich Russland seit Ende März auf die Eroberung des Donbass und die Schaffung eines durchgehenden Landkorridors im Süden bis zur Krim.

In der strategisch wichtigen Stadt Sjewjerodonezk in der Region Luhansk kontrollieren die russischen Streitkräfte mittlerweile „80 Prozent der Stadt“, wie der Regionalgouverneur Serhij Gajdaj in der Nacht zum Donnerstag mitteilte. Ukrainische Soldaten halten sich noch im Industriegebiet der Stadt verschanzt.

Sollte die Stadt vollständig in die Hände der russischen Streitkräfte fallen, hätten diese de facto die Kontrolle über die gesamte Region Luhansk. Der ukrainische Armeechef Walerij Saluschnyj erklärte, in Luhansk seien seine Soldaten mit der derzeit „schwierigsten Situation“ konfrontiert.

US-Außenminister Antony Blinken erklärte, derzeit gebe es keine Anzeichen für einen Rückzug der russischen Streitkräfte. „Soweit wir das jetzt beurteilen können, wird der Konflikt noch viele Monate andauern“, sagte Blinken. (afp/dl)



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